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29.06.2011
00:00

Killergames: Keine Altersbeschränkung mehr in den USA


(ja) Das höchste Gericht der USA hat am 27. Juni 2011 beschlossen, Gewaltspiele für Jugendliche nicht mehr zu verbieten. Damit fallen die Altersbeschränkungen für PC- und Video-Spiele, die extreme Gewalt zeigen und gewalttätige Interaktionen mit Spielerfolg belohnen. Dieses letztinstanzliche Urteil revidiert ein Gesetz des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2005, das noch unter dem damaligen kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger ausgearbeitet worden war und wonach der Verkauf gewalthaltiger Videospiele an Minderjährige unter Strafe gestellt wurde. Seither waren solche Spiele mit dem Vermerk «ab 18» zu versehen.

Die Richter argumentieren das neue Urteil damit, dass Videospiele wie andere Medien unter die Presse- und Meinungsäusserungsfreiheit fallen. Zudem würden auch Märchenbücher und andere Medien für Kinder Gewalt darstellen.

Die Reaktionen auf den Entscheid des höchsten US-Gerichts sind in der Schweiz gespalten. Der Verband «Vereinigung gegen mediale Gewalt» (VGMG) reagiert besorgt: «Die USA kennen in Bezug auf Gewalt keine Grenzen», sagte Roland Näf, Berner SP-Grossrat und Initiant des Verbandes, gegenüber «20 Minuten». Mit dem Urteil würden die USA die geltende Praxis in der Schweiz bestätigen, da auch hierzulande der Jugendschutz auf freiwilligen Abmachungen der Unterhaltungsbranche basiert. Dies sei eine «himmeltraurige Situation».

Positiv sind die Reaktionen der Spielervereinigung «GameRights», einer Interessensvertretung der erwachsenen Gamer: «Aus Spielersicht begrüssen wir die Entscheidung», sagte Thomas Riediker, Präsident von GameRights, gegenüber 20 Minuten. «Wir freuen uns über das Urteil, da es viele Argumente der hiesigen Verbotsbefürworter entkräftet.»

Verhaltener sind die Reaktionen bei der «Swiss Interactive Entertainment Association» (SIEA): «Die Schweizer Spielebranche befürwortet unmissverständlich den konsequenten Jugendschutz beim Vertrieb von Videospielen über gesetzlich verbindliche Alterslimiten.»


Quelle:

20 Minuten Online: «Killergame»-Urteil sorgt für Kopfschütteln. 29. Juni 2011.


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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