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23.05.2011
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Nutzerbeteiligung in den Medien ist gering


(ja) Europäische Medien sind dem Publikum gegenüber kaum offen und transparent. Zu diesem Schluss kommt das European Journalism Observatory (EJO) in seiner Studie «Mogelpackung im WWW? Wie europäische Medien ihr Publikum online an redaktionellen Prozessen teilhaben lassen». Die Studie untersuchte 12 west- und osteuropäische Länder, ob und wie Redaktionen ihr Publikum an redaktionellen Prozessen teilhaben lassen, ob die Quellen offen gelegt und Fehler korrigiert werden, ob Redaktionen einen Ombudsmann haben und ob die Journalisten bereit sind, in Blogs, Twitter-Feeds und sozialen Netzwerken mit den Nutzern über redaktionelle Entscheidungen zu diskutieren.

Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Zwar wurden in vielen Redaktionen mittlerweile Transparenz-Instrumente eingeführt. Es überwiegen jedoch Instrumente, die schnell zu installieren sind und ohne großen Betreuungsaufwand unterhalten werden können wie z.B. Kommentarfunktionen und Links zu sozialen Netzwerken. Instrumente jedoch, die den Redaktionen mehr Engagement abverlangen und einen echten Dialog mit dem Publikum bedingen würden, sind jedoch nach wie vor Mangelware. Nur selten leisten sich europäische Medien Ombudsleute oder Leserbeiräte. Und nur wenige journalistische Texte sind mit einem Button versehen, womit man Fehler per Mausklick melden könnte. Das Fazit der Forscher: Viele europäische Medien setzen Transparenz-Instrumente offenbar aus Marketing-Gründen ein. Diese geben dem Publikum die Illusion, an journalistischen Prozessen teilzuhaben, ohne dass jedoch ein Dialog tatsächlich stattfinden würde.


Quelle:

Bettels, Tina/ Fengler, Susanne/ Sträter, Andreas/ Trilling, Mariella (2011): Mogelpackung im WWW? Wie europäische Medien ihr Publikum online an redaktionellen Prozessen teilhaben lassen – Ergebnisse einer international vergleichenden Studie: http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/05/Mogelpackung-im-WWW_Wie-europäische-Medien-ihr-Publikum-online-an-redaktionellen-Prozessen-teilhaben-lassen2.pdf


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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