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01.03.2011
00:00

Online-Angebote der SRG teils umstritten


(BAKOM/ja) Die SRG erfüllt mit ihren Online-Angeboten mehrheitlich die Konzessionsbestimmungen. Bei rund acht Prozent der Angebote ist allerdings fraglich, ob sie mit der Konzession der SRG vereinbar sind. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich, die im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) durchgeführt wurde.

Gemäss Konzession der SRG hat das Online-Angebot die Funktion, das Fernseh- und Radioangebot zu ergänzen und zu vertiefen. Der Inhalt hat dabei einen Bezug zu den Sendungen aufzuweisen. Ungefähr 90 Prozent der Seiten erfüllen diesen Auftrag auch. Bei 60 Prozent überwiegen die redaktionellen Inhalte, wobei mit 40 Prozent die Informationsangebote den grössten Anteil ausmachen. Mit deutlichem Abstand folgen Inhalte, die der Unterhaltung, Bildung oder Kultur zuzuordnen sind. Zu bemerken ist, dass die einzelnen Unternehmenseinheiten unterschiedliche Schwerpunkte setzen: 2010 publizierte TSR online beispielsweise überdurchschnittlich viele Beiträge zu Politik und fiktionaler Unterhaltung, SF setzte auf Sport und Human Interest, Radio DRS auf Wirtschaft und RSR sowie RSI auf populäre Musik. Nebst dem redaktionellen Teil entfallen etwa 10 Prozent der Online-Inhalte auf Interaktivität wie Blogs und Programmhinweise. Überblicksseiten und Unternehmensinformationen bilden das weitere Angebot.

Problematisch sind 8.4 Prozent der Online-Angebote der SRG, da sie die Einhaltung der Konzession nicht zweifelsfrei ersichtlich ist. In der Kritik der Studie sind insbesondere die redaktionellen und nutzergenerierten Blogs sowie die kommerziellen Angebote mit den Online-Shops. Vor allem bei den nutzergenerierten Blogs weisen die Inhalte zu 85 Prozent keinen Sendebezug auf. Positiv hingegen bemerkt die Studie, dass der redaktionelle Anteil der SRG-Webseiten im Vergleich zum Vorjahr von 49 auf 58 Prozent gestiegen ist.

Grundlage der Studie war eine Grundgesamtheit von 500'000 Webseiten der SRG, die mittels einer repräsentativen Zufallsstichprobe von 2000 Seiten inhaltsanalytisch untersucht wurde. Die Linkanalysen bezog sich auf 500 Links, einer Auswahl aus einer Grundgesamtheit von rund 1.4 Millionen URLs von etwa 20'000 verschiedenen Domainnamen. Die Studie kostete 78'600.- Franken und wurde im Rahmen der Programmforschung des BAKOM zur Qualitätserhebung der konzessionierten Programme durchgeführt.

 

Quelle:

SRG Online Beobachtung 2010 – Konzessionskonformität von Webseiten und elektronischen Verbindungen. IPMZ-Forschungsbericht, Abteilung Medienwandel & Innovation, im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), Zürich, Dezember 2010:
http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/22270.pdf


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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