Artikelsuche

Nach Stichwort


Nach Autor


Nach Rubrik


Nach Jahr


19.08.2010
00:00

Medien werden zur Hauptbeschäftigung in UK


(Ofcom/ja) Die immer zahlreicher werdenden Medien konkurrenzieren sich nicht nur gegenseitig, sondern gehen zunehmend auch auf Kosten anderer Tätigkeiten. Dies geht aus einer Studie der britischen Regulierungsbehörde Ofcom hervor. Demnach verbringt eine Person durchschnittlich sieben Stunden und fünf Minuten mit alten und neuen Medien. Geht man von der Annahme aus, dass ein erwachsener Mensch täglich im Schnitt 15 Stunden und 45 Minuten wach ist, so wir heute fast die Hälfte dieser Zeit mit Medienkonsum und mit diversen Kommunikationsaktivitäten verbracht.

Etwa ein Viertel der Medienzeit wird im Internet mit sozialen Netzwerken wie Facebook verbracht. Die Mehrheit dieser Nutzer ist zwischen 16 bis 34 Jahre alt. Aber auch ältere Personen nutzen diese Dienste immer stärker. Zugenommen hat darüber hinaus die parallele Nutzung mehrer Medien. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Beliebtheit der Smartphones, die eine ständige Kommunikation möglich machen. Vor allem jüngere Personen unter 25 Jahren sind es gewohnt, mehrere Medien gleichzeitig zu nutzen. Doch die über 55-Jährigen holen in der Nutzung von Multimedia auf, da mittlerweile die Hälfte zu Hause über einen Breitbandanschluss verfügt. Von dieser Altersgruppe wird vor allem E-Mail sehr geschätzt. Rund ein Drittel der über 55-Jährigen nutzen E-Mail mittlerweile täglich, fast die Hälfte mindestens einmal in der Woche.

Wie Holger Schramm, Medienwissenschaftler am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IMPZ) der Universität Zürich, gegenüber pressetext erläutert, haben die Menschen heute mehr verfügbare Freizeit und greifen zu Medien, um ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen. Denn Medien sind unkompliziert und stets verfügbar: «In der Realität ist es so, dass man unter Umständen zurückgewiesen wird. Die Medienwelt dient hierbei als sozialer Ersatz, denn es ist dort viel unkomplizierter, Menschen kennen zu lernen», so Schramm gegenüber pressetext.

Ein weiterer Grund für den stetig steigenden Medienkonsum sind die sinkenden Preise für Internet- und Mobilfunkdienste, die im Verbund mit Radio- und Fernsehangeboten günstiger angeboten werden. Insgesamt gibt ein Haushalt in UK 91.25 Pfund im Monat für Medien aus.

Trotz der steigenden Beliebtheit von Internet und Mobilfunk werden die „alten Medien“ noch immer häufiger genutzt. Vor allem das Fernsehen nimmt in Grossbritannien eine zentrale Stellung ein: Im Jahr 2009 betrug die durchschnittliche Fernsehdauer drei Stunden und 45 Minuten pro Tag. Damit wird mehr als die Hälfte der Medienzeit in UK mit fernsehen verbracht. Das Fernsehen ist auch das Medium, dass die meisten am ehesten vermissen würden. Im Vergleich zum Jahr 2007 sind es sogar wieder mehr Junge zwischen 16 und 24 Jahren und Personen über 55, die vorwiegend am Fernsehen hängen.

Zwar zeichnet sich ein Trend ab, dass die neuen Medien für die heranwachsenden Generationen wichtiger sein werden: Die 6.5 Stunden verfügbare Medienzeit werden von den 16- bis 24-Jährigen oft mit mehreren Medien gleichzeitig, hauptsächlich jedoch mit Computer und Mobiltelefon verbracht. Dennoch kann es laut Ofcom noch eine Weile dauern, bis das Internet das Fernsehen vom ersten Platz verdrängt. Vorher ist eine Konvergenz dieser beiden Medien wahrscheinlicher, da knapp ein Drittel der Haushalte im Internet auch Fernsehprogramme empfangen und fast ein Viertel der Haushalte in UK ein HD-fähiges TV-Gerät haben, das potentiell auch für Internetdienste offen ist.


Quellen:

Ofcom (2010): Consumers spend almost half of their waking hours using media and communications. August 19, 2010: http://media.ofcom.org.uk/2010/08/19/consumers-spend-almost-half-of-their-waking-hours-using-media-and-communications/

Pressetext (2010): Medienkonsum nimmt den halben Tag ein. Fernsehen bleibt trotz digitaler Medien ein Fixpunkt. Sabrina Amlacher in Pressetext vom 19.08.2010: http://pressetext.ch/news/100819021/medienkonsum-nimmt-den-halben-tag-ein/


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
Impressum: Judith Arnold, Redaktion Medienheft, Badenerstrasse 69, 8026 Zürich
Website © Medienheft: www.medienheft.ch