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08.07.2010
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Mediengespräch des Bakom 2010


(ja) Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) orientierte während des jährlichen Mediengesprächs, wie gut die privaten Radio- und Fernsehveranstalter ihren Leistungsauftrag wahrnehmen. Dabei stellte Matthias Ramsauer, Vizedirektor BAKOM, das Konzept der Qualitätssicherung vor. Demnach wird den konzessionierten Service-public-Veranstaltern vor und nach der Programmgestaltung auf die Finger geschaut. Auf der Inputseite wird überprüft, ob die Redaktion ausreichend dotiert ist, ob die Arbeitsbedingungen eine qualitativ gute Arbeit gewährleisten, ob die Beschäftigten über eine genügende Aus- und Weiterbildung verfügen und ob eine interne Qualitätssicherung institutionalisiert ist. Diese kann in Form von Leitbildern, publizistischen Leitlinien, Redaktionsmanuals und Ähnlichem bestehen.

Fazit: Nur 14 von insgesamt 37 untersuchten Radio- und Fernsehstationen verfügen über eine schriftlich dokumentierte Qualitätssicherung. Neun Veranstalter konnten keine Qualitätssicherungsmassnahmen ausweisen. Bei weiteren 14 Veranstaltern waren zumindest einzelne Elemente vorhanden wie die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Abläufen, Regeln, Strategien und Zielen. Generell sind die Arbeitsbedingungen bei den privaten Radio- und Fernsehsendern problematisch: Viele Redaktionen sind unterdotiert. Das 3:1-Verhältnis von Profis zu Auszubildenden stimmt vielerorts nicht. Aufgrund der mangelnden personellen Ressourcen fehlt oft die Zeit für die Planung und Recherche. Auffallend oft werden Beiträge ohne Zielsetzung erstellt. Zudem ist der Umgang mit PR nicht immer klar geregelt.

Trotz der nicht optimalen Bedingungen ist der Output der Sender mehrheitlich zufriedenstellend. Zwar unterscheiden sich die Radiosender in ihrem Verhältnis von Musik, Information und Moderation zwischen den Regionen Bern und Tessin. Doch die Information hat allgemein einen hohen Stellenwert. Sie ist faktenorientiert und überwiegend regional ausgerichtet. Meinungen kommen vor allem in Form von Statements, Interviews und Studiogesprächen zur Geltung. Ähnlich fällt das Fazit für die privaten Fernsehsender aus: Zwar werden in der Westschweiz gesellschaftspolitische Themen stärker gewichtet als in der Deutschschweiz, wo mehr Human-Touch-Berichte gesendet werden. Doch laut den untersuchenden Medienwissenschaftlern würden insgesamt alle privaten Fernsehveranstalter einen Beitrag zum regionalen Service public leisten.

Gemäss Leistungsauftrag müssen die konzessionierten Service-public-Veranstalter in ihrer Region relevante Informationen zu Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport verbreiten. Diese müssen thematisch vielfältig sein und eine Vielfalt von Meinungen zur Geltung bringen. Die Programmanalyse wird jeweils von einer unabhängigen Forschungsinstitution durchgeführt, bei den Fernsehsendern jährlich und bei den Radiosendern nach Stichprobe. Beauftragt waren in diesem Jahr René Grossenbacher von der Publicom AG für die Radiostudie und Steffen Kolb von der Universität Fribourg für die Fernsehstudie.


Quelle:

Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) (2010): Dokumentation zum BAKOM-Mediengespräch vom 07.07.2010:
http://www.bakom.admin.ch/dokumentation/medieninformationen/00471/index.html?lang=de&msg-id=34197


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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