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01.06.2010
00:00

Foxconn treibt Mitarbeiter in den Tod


(ja) Der taiwanische Elektronik-Hersteller Foxconn im chinesischen Shenzhen beschäftigt seine Mitarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen. Seit Anfang Jahr 2010 sind bereits 10 Arbeiter vom Dach der Fabrik gesprungen. Dies meldet die in New York ansässige Organisation China Labor Watch. Als Grund dafür nannte die Organisation die langen Arbeitsschichten von 10 Stunden und mehr, die häufigen Überstunden täglich, die körperliche Belastung im Stehen, das hohe Arbeitstempo und die stereotype Arbeit. Ein Arbeitsgang dauert 7 Sekunden - und das viele Stunden lang. Pro Tag werden bei Foxconn derzeit 4000 Dell-Computer produziert. Zur hohen Arbeitsbelastung kommen der knappe Lohn, die massenhafte Unterbringung in Wohnheimen, die soziale Isolation auf dem Fabrikgelände, die lange Trennung der Wanderarbeiter von ihren Familien und die fehlende Zukunftsperspektive. Foxconn, der unter anderem Zulieferer von Apple, Dell, Sony und Hewlett Packard ist, will nun den Lohn der Arbeiter um 20 Prozent erhöhen. Die Mitarbeiter von Foxconn würden damit neu auf ein monatliches Gehalt von umgerechnet 460 Franken kommen.

Fastenopfer und Brot für alle kritisieren die Lohnerhöhung als unzureichenden Schritt. Sie appellieren an Apple und andere Markenfirmen, von ihren Zulieferern in China die Einhaltung der Arbeitsrechte gemäss der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) einzufordern. Die Versprechungen der Foxconn auf mehr Lohn bezeichnen Fastenopfer und Brot für alle als eine «Augenwischerei». «Die weltweite Produktion von Computern basiert weiterhin auf Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter in Fernost.» Die Arbeiterinnen und Arbeiter müssten iPhones, iPads und andere Innovationen unter grossem zeitlichen Druck herstellen.

Die desolaten Arbeitsbedingungen der chinesischen Wanderarbeiter in den Freihandelszonen von China sind schon seit Jahren in der Kritik der christlichen Organisationen. Unter dem Titel «High Tech – No Rights» gelang es der Ökumenischen Kampagne 2007 zu zeigen, welche Auswirkungen der Kostendruck in der Computerbranche auf die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländer hat.  

 

Quellen:

Oekumenische Kampagne seit 2007: «High Tech – No Rights» von Fastenopfer und Brot für alle: http://www.fair-computer.ch

Organisation China Labor Watch: http://www.chinalaborwatch.org/

SF (2010): Nach Selbstmord-Serie reagiert Apple-Zulieferer mit Lohnerhöhungen. SF, 31.05.2010: http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/05/31/Wirtschaft/Nach-Selbstmord-Serie-reagiert-Apple-Zulieferer-mit-Lohnerhoehungen


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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