Artikelsuche

Nach Stichwort


Nach Autor


Nach Rubrik


Nach Jahr


02.10.2002
00:00 Von: Schubert, Georg

Kirche und Event-Management
Auftritt der Kirchen an der Expo.02

Die christlichen Kirchen beteiligten sich an der Expo.02 mit einer ungewöhnlichen Ausstellung und unkonventionellen Ereignissen. Sie wollten nicht zeigen, was sie tun, sondern was sie bewegt. Unter diesem Fokus wurden die Ausstellung "Un Ange passe" sowie die Events an Pfingsten und am Eidgenössischen Bettag entwickelt. Kirch­liches Event-Management setzt sich dort in Szene, wo Menschen sind. Das heisst, dass Programme immer mehr auch ausserhalb der kirchlichen Räume stattfinden sollen. Nur so ist es möglich, Begegnungen zu schaffen zwischen Kunst und Alltag, zwischen Menschen mit verschiedenen Lebenserfahrungen und Weltanschauungen. Dabei rücken die Kirchen als Institutionen bewusst in den Hintergrund. Event-Management ist in diesem Konzept einem Kirchenbild verpflichtet, das offen für Begegnung ist und den Dialog fördert.


Von Georg Schubert

Der Weg der Kirchen an die Expo.02 war schwierig. Unklare Bedingungen bei der ersten Equipe der Expo.01 und wenig klare Strukturen im Verein "Schweizer Kirchen an der Expo" (ESE 2001) trafen aufeinander. Eine Mitmachkampagne der Expo begegnete ebenso vielen Schwierigkeiten, wie die Mitmachkampagne, die vom Verein ESE ausgeschrieben wurde: Es gab viele Projektideen, zu viele, um auch nur einen Teil davon zu verwirklichen. Aus den über 3000 Eingaben bei der Expo-Mitmachkampagne entstanden schliesslich 37 Ausstellungen. Nach einer langen Vorbereitungszeit wurden drei Projekte der Kirchen an der Expo selbst verwirklicht, während viele andere im Umfeld der Arteplages realisiert werden konnten. Im Folgenden werden jene Projekte des Vereins ESE.02 vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit der Expo für die Arteplages entwickelt und realisiert wurden.

Nach dem Willen der Planer sollte die Expo.02 keine Leistungsschau der Schweiz und der Schweizer Wirtschaft werden, sondern ein Raum der "Imagi-Nation", der erlaubt, ein Bild der Zukunft zu entwickeln. Die grundlegende Idee war, dass die Expo nicht an einem Standort stattfindet, sondern an vier, nämlich in Biel, Neuchâtel, Yverdon und Murten. Ein Schiff symbolisiert einen fünften Standort, eine "Arteplage mobile", und wird vom Kanton Jura betreut. Ausstellungen, die von der Künstlerischen Direktion zusammen mit Partnern entwickelt wurden, bilden den festen Kern der Expo.02. Events, Theateraufführungen und Thementage sollen Höhepunkte im Programm bieten.

 

Das Engagement der Kirchen an der Expo.02

Getragen wird das Engagement der Kirchen vom Verein ESE.02, "Eglises de Suisse à l‘Expo.02". Der Verein hat den Zweck, an der Landesausstellung "die Gegenwart und das Zeugnis der Kirchen zu sichern und seine Mitgliedskirchen bei den Organisatoren der Expo.02 zu vertreten", so die Statuten. ESE wurde am 17.12.1996 gegründet. Zur Mitgliedschaft haben sich praktisch alle christlichen Kirchen entschlossen: Neben den Reformierten, Katholiken und Christkatholiken sind ebenso die evangelischen Freikirchen wie auch die orthodoxen Kirchen der Schweiz dabei. Die Geschlossenheit der christlichen Kirchen im Verein ESE ist damit bisher einzigartig.

Ein erstes Projekt, das die vierzehn Mitgliedkirchen gemeinsam erarbeitet hatten, lehnte die damalige Expo-Leitung ab. Ein zweiter Anlauf gemeinsam mit der künstlerischen Leitung der Ausstellung wurde unternommen. Ausgangspunkt war ein Projekt, das Gabriel de Montmollin, Theologe und Verleger aus Genf, eingereicht hatte. Die Kirchen erklärten sich bereit, an der Entwicklung mitzuwirken. Es wurden Rahmenbedingungen formuliert, die beiden Partnern die Arbeit ermöglichten. Die entscheidende Formulierung war: "Das Projekt 'Un Ange passe' soll eine christliche Ausstellung werden mit offenen Türen für die anderen Religionen."

Inzwischen sind die Projekte entwickelt und realisiert. Drei Aktivitäten waren im Rahmen der Expo.02 geplant:


  • eine Ausstellung "Un Ange passe", die während der gesamten Expo-Dauer in Murten zu sehen ist

  • zwei Thementage im Rahmen des Expo-Programmes, einer an Pfingsten (19. Mai 02) und einer am Eidgenössischen Bettag (15. September 02)

 

Die Ausstellung "Un Ange passe"

"Un Ange passe" ist ein gemeinsames Projekt der Direction artistique der Expo.02 und der Schweizer Kirchen (ESE.02). Die Entwicklung des Projektes lag seit Oktober 1998 in der Hand einer Arbeitsgruppe, die sich zusammensetzte aus dem Autor des Projektes, Gabriel de Montmollin, und Danielle Nanchen seitens der Expo.02 sowie Thérèse Meyer, Nationalrätin, Daniel Alexander und Edmond Moret, beide Pfarrer, und Georg Schubert, Geschäftsführer, seitens des Vereins ESE.02. An der Finanzierung des Projektes, dessen Kostenaufwand mit rund 4,5 Millionen Franken beziffert wurde, beteiligten sich die Kirchen mit einem Beitrag von einer Million Franken.

Sieben "Himmel" sind am Ufer des Murtensees entstanden, kleine Gewölbe, die jeweils einem Thema gewidmet sind. Eine Arbeitsgruppe hat die Themen entfaltet, zeitgenössische Kunstschaffende haben sie umgesetzt. Grundlegend für das Projekt ist die Tatsache, dass Gott ist, bevor wir sind, bevor wir denken, reden, beten oder Expos veranstalten. Deshalb ist Segen ein Thema und nicht Gebet, deshalb reden wir von Schöpfung als einem freien Akt Gottes und nicht von Bewahrung der Schöpfung.

Eine zweite Grundüberzeugung wird in den Installationen deutlich: Gott tritt in unserer Welt meist inkognito auf. Wir können den Besuchern nicht sagen: "Schauen Sie doch bitte dorthin, dort erleben Sie Gott!" Es geht uns doch oft so wie den Emmaus-Jüngern, die unterwegs jemandem begegnen, den sie, kurz bevor er verschwindet, als Jesus erkennen. Es ging also nicht darum, plakative Bekenntnisse zu formulieren, sondern hintergründige Bilder zu schaffen, die herausfordern, Gott zu suchen. Darin liegt ja auch die Verheissung, dass er sich finden lässt.

Das Projekt lebt davon, dass sich die sieben Himmel ergänzen. Keiner deckt das Ganze ab. Alle gehören zusammen. So kann der Besucher in jedem Himmel etwas anderes erleben oder auch tun. Kann er den einen Himmel betreten, ja auf dem Kunstwerk spazieren, kann er den andern nur von aussen betrachten. Lädt ein Himmel ein, mit dem Wasser zu spielen, es zu trinken und sich zu erfrischen, wirft ein anderer Himmel Fragen auf. Die Autoren hoffen, dass der eine Himmel nachdenklich stimmt, der andere zum Schmunzeln verführt, und die Besucher somit ganzheitlich angesprochen werden.

 

Zu den einzelnen Räumen:

Mystère
Gott hat andere Massstäbe als wir. Die Letzten werden die Ersten sein und die Mächtigen erniedrigt. Der Retter der Welt wird in einem Stall geboren, ein Wunder, das den Glauben trägt. Bob Wilson, ein Künstler von internationalem Ruf, hat sich bereit erklärt, dieses Thema umzusetzen. Er spielt mit den Gegensätzen von Gross und Klein, von leerem Raum und einer kleinen Installation. Mitten im Himmel steht einer auf dem Kopf, denn nichts bleibt beim Alten.

Au-delà
Wie es im Jenseits aussieht, wissen wir nicht. Das Neue Testament sagt wenig dazu. Sicher ist, dass wir auch nach diesem Übergang in Gottes Hand sind. Anish Kapoor lässt die Besuchenden in einen grossen Spiegel blicken, der einlädt, sich selbst auf spannende Weise im Übergang zu betrachten.

Bonne nouvelle - Wer bist du für Gott?
Wenn Gott ist, bevor wir sind, wäre es interessant zu wissen, was er von uns denkt. Daher stellt das Projekt die Frage "Wer bist du für Gott?" und interessiert sich weniger dafür, was die Leute von Gott halten. Die Frage wurde in einer repräsentativen Umfrage 1000 Bewohnerinnen und Bewohnern der Schweiz gestellt. Täglich beteiligen sich weitere 200 bis 300 Personen an diesem Projekt und geben ihre Antwort. Das können komplizierte Sätze sein: "Wie kann eine Kopfgeburt des Menschen sich ein Bild von mir machen!" oder kurze Ausdrücke: "ein Floh". Es gibt traditionelle Antworten: "ein geliebtes und einzigartiges Wesen", oder poetische: "eine Blume in einem wunderschönen Garten".

Relations
Geschichten ohne Worte, Geschichten mit kleinen, religiösen Objekten erzählt Susann Walder. Sie findet ihre Objekte auf den Flohmärkten und in Brockenstuben. Die Gegen­stände kommen aus allen grossen religiösen Traditionen. Beziehungen entstehen, neue Nachbarschaft wird möglich im Himmel der Begegnung.

Wort
Mit einem Relief aus den Worten "Salz", "Erde", "Licht" und "Welt" sucht Anton Egloff den Besucher hinter die Wirklichkeit der Worte zu führen. Im Anfang war das Wort. Der Glaube erinnert daran, dass das Wort ins Leben ruft. In der Wortflut leuchten vier Grundworte auf. Sie reden von der grossen Hoffnung des Glaubens: "Licht der Welt", "Salz der Erde".

Segen
Gott gibt, wir empfangen. Die Installation von Roland Herzog lädt ein, Wasser zu nehmen, zu trinken, zu spielen, es weiterzugeben. Wasser ist ein altes Symbol für den Segen, den Gott schenkt. Faszinierend ist, dass die Besucherinnen und Besucher in diesem Raum tun, was jeder Mensch mit dem Angebot Gottes tut: Er lässt es liegen oder er nimmt es, er nimmt sich Zeit, es zu betrachten oder er wendet sich ab. Der offene Himmel und die Öffnung im Boden weisen auf den grossen Kreislauf hin von geben, empfangen, weitergeben und zurückfliessen.

Création
Schöpfung - Schönheit und Spannung - eine ungewöhnliche Installation von Bob Wilson mit sieben gelben Eseln gibt Rätsel auf über unsere Welt. Das Betreten der Schöpfung ist nicht möglich. Vielleicht rufen die Esel den Betrachtern auch zu: "Genug auf der Schöpfung herumgetrampelt. Nun schaut einmal sorgsam zu."

 

Betreuung und Aufsicht der Himmel

Eine Ausstellung kann Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen. Damit die Besucherinnen und Besucher nicht einfach ohne Antwort gelassen werden, sind während der 159 Expo-Tage Menschen aus Gemeinden und christlichen Gruppen auf der Arteplage, die bereit sind, Rede und Antwort zu stehen. Die Eglise française in Murten ist als Empfangsort und als Ort der Stille geöffnet. Dort können sich Gruppen treffen, die mehr über das Projekt erfahren wollen.

Rund 320 Frauen und Männer aus der Schweiz haben sich gemeldet. Dabei stehen Dreiviertel der Mitarbeitenden im aktiven Berufsleben, ein Viertel ist im Ruhestand, Zweidrittel sind Frauen. Rund die Hälfte der Freiwilligen geben an, dass sie reformiert sind, 38% sind römisch-katholisch. Dabei ist die Zahl der "Reformierten" wohl etwas zu hoch, weil reformiert noch keine eindeutige Kirchenzugehörigkeit bezeichnet. 17% kommen aus der Westschweiz, 83% aus dem Tessin und der Deutschschweiz. Es gibt Freiwillige aus praktisch allen Regionen, auch das Bündnerland und die Innerschweiz sind vertreten.

 

Thementage und Events

Pfingsten: 120 Chöre auf den vier Arteplages

Sag's mit Musik. An Pfingsten haben die Kirchen durch Musik die gute Nachricht weitergesagt, weil sie überzeugt sind, dass die Vielfalt von christlichem Leben und kirchlicher Wirklichkeit auf diese Weise deutlich gemacht werden kann. Der Chor selbst wurde zum Gleichnis: Viele Stimmen vereinten sich zu einem Gesang. Auf den vier Arteplages verteilt sangen die Chöre von der Einheit in Vielfalt. Dieser Grundton wurde angestimmt, als sich die Chöre zusammenfanden für Momente gemeinsamen Feierns, aber auch, als die Chöre zwischen den Arteplages unterwegs waren. Rund 4500 aktive Sängerinnen und Sänger wurden von ihren Freunden und Familien begleitet. Dank der vielen Mitwirkenden gehört Pfingsten immer noch zu den fünf bestbesuchten Tagen der Expo.02.

Eidgenössischer Bettag: Starpeople - ein Funke(ln) genügt

Sterne funkeln. Ideen zünden. Oft genügt ein Funke, ein Feuer entbrennt. Am Bettag suchten wir diese besonderen Ideen im Bereich des solidarischen Handelns, die gezündet haben. Dabei stand nicht ein Aufruf im Zentrum, sondern das Aufzeigen und Bewusstmachen der vielen Taten der Barmherzigkeit: Jeden Tag leisten Frauen und Männer Grossartiges, oft im Verborgenen.

Drei Gespräche zwischen Spitzensportlerinnen und Vertretern von sozial-diakonischen Initativen machten deutlich: Es gibt Spitzensport und Breitensport. Wir brauchen in unserer Gesellschaft neben den sozialen Spitzenleistungen auch das soziale Engagement in der Breite. Darum ermutigen wir die Besucherinnen und Besucher, sich mit kleinen Gesten in der Nachbarschaft zu engagieren. Verschiedene Partner der ESE.02 haben einen Sozialpreis von 50'000 Franken ausgeschrieben für innovative, soziale Projekte. 96 Initiativen wurden eingereicht und mochten in ihrer Vielfalt zu begeistern. Zwei Projekte wurden schliesslich ausgewählt: NetZ4 aus Zürich arbeitet im Kreis 4 vor allem unter der ausländischen Wohnbevölkerung. Das Projekt wird von der Evangelisch-Methodistischen Kirche getragen. ECREVIS ist eine Idee aus dem Jura: Arbeitslose und Randständige produzieren zusammen mit Künstlern Dekorations- und Bühnenelemente. Ein erster Auftrag wurde für den Kantonaltag des Jura realisiert.

 

Und was ist das Besondere am Auftritt der Kirchen an der Expo.02?

Die Kirchen wagten sich an die Expo mit einer ungewöhnlichen Ausstellung und mit ungewöhnlichen Events. Sie wollten nicht zeigen, was sie tun, sondern was sie bewegt. Dies lässt sich am Beispiel Pfingsten am besten verdeutlichen: Die Kirchen haben nicht zu einem Programm eingeladen, sondern haben sich aufgemacht, um die Menschen zu erreichen, wo sie an diesem Sonntag waren: auf den Arteplages, in den Warteschlangen. Dort haben Chöre gesungen und Menschen erreicht. Nicht immer gab es viele Zuhörer, aber überall war Gesang zu hören.

Auch bei der Ausstellung "Un Ange passe" lässt sich dieser andere Zugang feststellen. Vergleicht man die Ausstellung mit dem Auftritt der Kirchen an der Expo 1964, so wird ein Unterschied augenfällig: Damals wurde eine sehr schöne Kirche auf dem Expogelände aufgebaut, und es wurden Gebete und Gottesdienste angeboten. 2002 stehen sieben kleine Hütten an einem Uferweg, der auch an Wochentagen stark frequentiert wird. Während des Aufbaus der Ausstellung haben Spaziergänger immer wieder die Arbeiter gefragt, was denn da entstehe. Ein Gipser hat um Unterlagen gebeten, weil er die Leute richtig informieren wollte. Das hat mich beschäftigt: Kirche am Uferweg, unauffällig, manchmal nicht einmal mehr als Kirche erkennbar, aber herausfordernd. Aus den Reaktionen der Besuchenden wird auch deutlich, dass sie die Kirche oft als Ort erleben, wo sie Antworten bekommen auf Fragen, die sie nicht gestellt haben. "Un Ange passe" überlässt die Antworten der Begegnung zwischen den Besuchern und den freiwilligen Mitarbeitern. In einer entscheidenden Phase stellte ein Mitglied der Jury, die die Kunstschaffenden auswählte, den Kirchenvertretern die Frage: "Wollen Sie Illustrationen oder wollen Sie Kunst?" Der Unterschied liegt nicht so sehr in der Qualität sondern in der Absicht: Illustration soll ein Thema verdeutlichen. Das Ergebnis ist kontrollierbar. Der Besucher erkennt, was dargestellt werden soll. Kunstwerke sind nicht mehr in diesem Sinn kontrollierbar. Wohl gab die Arbeitsgruppe Themen und Ideen zu Inhalten vor, in der Realisierung waren die Künstler aber völlig frei. Es sollten neue Bilder entstehen, die die Besuchenden zum Nachdenken herausfordern. Es sollten offene Räume sein, in denen die Antworten nicht vorgegeben sind und die Betrachter nicht vereinnahmt werden. Deshalb liess sich das Resultat der Ausstellung nur schwer kontrollieren. Was erleben die Leute, wenn sie die Ausstellung besuchen? Die Echos sind breit gefächert. Neben sehr viel Anerkennung und echter Auseinandersetzung mit den Themen gibt es auch Ärger und Unverständnis. Jemand meinte, eine Ausstellung der Kirchen müsse man verstehen ohne irgendein Hilfsmittel, ohne Begleittext, ohne Hinweise von freiwilligen Mitarbeitern. Das mag ein Ansatz sein. Wir wollten Fragen wecken und die Auseinandersetzung fördern. Damit sollten die Besucherinnen und Besucher aus der Reserve gelockt werden, um Gleichgültigkeit zu vermeiden.

Event-Management in den Kirchen hiesse für mich daher: Projekte fördern, die dort stattfinden, wo die Menschen sind, punktuelle Einsätze planen an Messen und Veranstaltungen. Das hiesse auch, dass man weniger Programme anbietet, die in kirchlichen Räumen stattfinden mit der Erwartung, dass die Besucher kommen, sondern hingeht in alle Welt, um den Menschen zu begegnen. "Kirche entsteht, wo Menschen sich versammeln", haben wir auf den ersten Informations-Flyer der ESE.02 geschrieben. Davon bin ich nach wie vor fest überzeugt. Die Institution steht dabei weniger im Vordergrund. Es gibt Besucher, die erst mit der Zeit merken, dass bei "Un Ange passe" die Kirchen Partner sind.

"Event" ist ein modernes Wort und in den Kirchen vielleicht eher verpönt. "Zeitgeistig" sei die Ausstellung "Un Ange passe", wurde uns gesagt. Das stimmt. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Menschen unserer Zeit nur erreichen, wenn wir wissen, wo wir ihnen begegnen. Wir können nicht warten, dass sie zu uns kommen. Und: Jede Begegnung mit dem lebendigen Gott ist ein Event. Darauf baut der Glaube auf. Plattformen schaffen, damit Menschen sich begegnen, Räume öffnen, in denen Gedanken auf Gott hin möglich sind, das wollten die Projekte der Kirchen an der Expo.02.

 

Georg Schubert ist seit Mai 1999 Geschäftsführer des Vereins ESE.02 und Projektleiter von "Un ange passe". Verheiratet, Vater von vier Kindern, lebt und arbeitet er in der Communität Don Camillo in Montmirail (Neuchâtel).

Informationen:ESE.02, Schweizer Kirchen an der Expo.02, Geschäftsstelle, Montmirail, 2075 Thielle, Telefon: ++41 (0)32 756 90 30, Fax: ++41 (0)32 756 90 39, E-Mail: info@ese-02.ch, Internet: www.ese-02.ch 


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
Impressum: Judith Arnold, Redaktion Medienheft, Badenerstrasse 69, 8026 Zürich
Website © Medienheft: www.medienheft.ch