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27.06.2003
00:00 Von: Bucher, Priska

Leseförderung in der Schule
Chancen und Herausforderungen

Spätestens seit der Veröffentlichung der PISA-Studie wissen wir: Die Lesekompetenz unserer Schulabgänger lässt zu wünschen übrig. Wie aber kann die Fertigkeit, erworben werden, Texte zu lesen, zu interpretieren und zu reflektieren? Eine Befragung von Schülern und Lehrpersonen zeigt auf, wie es um das Leseverhalten und die Lesemotivation Heranwachsender in der Schweiz bestellt ist und wie das Lesen von Büchern in der Schule vermehrt gefördert werden könnte.


Von Priska Bucher

Gesamtgesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen die Mediennutzung und somit auch das (Buch-)Lesen grundlegend, weil sie mit den Strukturen und der Institutionalisierung des Mediensystems Voraussetzungen für den Zugang und die Nutzung von Medien schaffen. Die starke Orientierung der Schule am Buch, aber auch die öffentliche Unterstützung von Bibliotheken sind Faktoren, die das Leseverhalten wesentlich prägen. Auch die bestehenden Strukturen der Freizeit- und Medienumwelt spielen in Form des verfügbaren Freizeitumfangs und der Zugangsmöglichkeiten zu anderen medialen und nichtmedialen Freizeitangeboten als konkurrenzierende Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle für den Umgang mit dem Medium Buch.

Neben gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind aber immer auch individuelle Lebensumstände für die (Medien-)Sozialisation von grosser Bedeutung. Als wichtigste Sozialisationsinstanzen für die Entwicklung einer kognitiven Lesekompetenz und einer affektiven Lesemotivation sind Familie, Schule und die Gruppe der Gleichaltrigen ("peer groups") zu nennen.

Auf persönlicher Ebene ist insbesondere die enge Beziehung zwischen Leseverhalten, Lesemotivation und Lesefertigkeit massgebend: Wenn das Lesen einem Heranwachsenden Mühe bereitet, so beeinträchtigt das die Lesemotivation. Wer viel liest, gewinnt Routine, so dass mit der Zeit das Lesen längerer Texte keine Anstrengung mehr bedeutet und lesen auch Spass macht. Gleichzeitig können durch häufiges Lesen spannende Bücher kennen gelernt werden, was sich wiederum auf die Lesefreude auswirkt und zum Weiterlesen animiert. Im Folgenden wird dieser Zusammenhang zwischen Leseerfahrung, Lesemotivation und Lesefertigkeit dargelegt.

 

Leseverhalten und Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern

Im Rahmen meines laufenden Dissertationsprojektes wurden rund 1'300 Zürcher Schülerinnen und Schüler der sechsten und neunten Schulstufe sowie deren Lehrer zu ihrer Mediennutzung und ihrem Leseverhalten in der Freizeit und im Schulunterricht befragt. Betrachtet man das Leseverhalten und die Lesemotivation der Kinder und Jugendlichen, so zeigt sich folgendes Bild:

Durchschnittlich verbringen die befragten Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit etwas mehr als drei Stunden pro Woche mit Bücherlesen. Mädchen und Primarschüler lesen pro Woche durchschnittlich etwa zwei Stunden länger als Knaben und Oberstufenschüler, wobei sich bei den 15-Jährigen deutliche Unterschiede je nach Bildungsniveau zeigen: Während Sekundarschüler doppelt so lange lesen wie Realschüler, verbringen Gymnasiasten sogar dreimal soviel Zeit mit Lesen wie die Realschüler. Berücksichtigt man den sozioökonomischen Hintergrund der Schüler, so zeigt sich, dass auch die soziale Herkunft einen grossen Einfluss auf die wöchentliche Lesezeit der Schülerinnen und Schüler hat. Die gleichen Unterschiede lassen sich beobachten, wenn man die Anzahl der Bücher vergleicht, die von Schülerinnen und Schülern pro Jahr gelesen werden. Nebst der Lesequantität ist aber auch die Lesehäufigkeit, die Lesefreude sowie das Empfinden von Anstrengung beim Lesen stark von den Faktoren Alter, Bildung, Geschlecht und Schicht abhängig.

Um die Bindung zu messen, die Schülerinnen und Schüler zum Medium Buch haben, wurde im Anschluss an die Einzelauswertungen ein Leseindex gebildet, der Lesequantität, Lesehäufigkeit und Lesemotivation in einem Mass zusammenfasst. Dieser Leseindex sagt an sich nichts über die Lesekompetenz aus, vergleicht man aber die Werte mit den Resultaten der PISA-Studie, so zeigt sich folgendes Bild (vgl. Tab. 2):

Sowohl im internationalen Vergleich der Lesekompetenz als auch bei dem im Rahmen meiner Studie erhobenen Leseindex weisen Schweizer Schülerinnen und Schüler (nur) durchschnittliche Werte auf. Zudem zeigen sich beim Leseindex und der Lesefertigkeit die gleichen Unterschiede nach Schicht, Bildungsniveau und Geschlecht. Dies weist darauf hin, dass die im Leseindex zusammengefassten Faktoren Lesehäufigkeit, Lesequantität und Lesefreude stark mit der Lesefertigkeit verknüpft sind und lässt den Schluss zu, dass nur durch vermehrtes Lesen sowie durch eine Steigerung der Lesefreude eine Verbesserung der Lesekompetenz erreicht werden kann, Postulate, die eine Herausforderung für Schule, Eltern und Bibliotheken, aber auch für Verlage und Autoren darstellen.

 

Leseförderung in der Schule

Wie oben dargelegt, ist die Lesefertigkeit stark verknüpft mit dem Leseverhalten und der Lesemotivation. Was hinsichtlich der Förderung von Lesefreude und individueller Leseerfahrung im Rahmen des Schulunterrichts bereits heute unternommen wird und wo Verbesserungen möglich sind, soll anhand einiger Beispiele aufgezeigt werden.

 

Kenntnisse der Kinder- und Jugendliteratur

Um Heranwachsenden das Bücherlesen zu erleichtern, ist es sinnvoll, Bücher zu wählen, die den thematischen Interessen der Schüler entsprechen. Dies setzt voraus, dass Lehrpersonen über das Leseverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler in der Freizeit informiert sind und über Kenntnisse beliebter Kinder- und Jugendbuchautoren und -titel verfügen. Um in Erfahrung zu bringen, wie gut Lehrerinnen und Lehrer über die Lektürepräferenzen der Jugendlichen informiert sind, wurden sie nach ihrer Ansicht befragt, welche Büchergenres die Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit gerne lesen. Den Lehrpersonen wurde eine Liste mit verschiedenen Genres vorgelegt mit der Frage: "Aus welchen Gebieten (3 Nennungen) lesen Ihrer Ansicht nach Schülerinnen und Schüler aus ihrer Schulklasse in ihrer Freizeit besonders gern?" Fast alle Lehrpersonen haben drei Gebiete, die vor allem Mädchen interessieren, und drei Gebiete, die vorwiegend Knaben interessieren, angegeben. Dabei decken sich diese Angaben mit den von den Schülerinnen und Schülern genannten Lesepräferenzen: Demnach lesen Mädchen am häufigsten Liebesromane, Krimis und Abenteuerbücher, und Jungen am liebsten Krimis, Bücher über Sport und Comics. In einer offenen Frage wurden die Lehrpersonen gebeten, drei Lieblingsautoren oder -buchtitel ihrer Schülerinnen und Schüler zu nennen. Die Antworten wurden anschliessend mit den Angaben der Jugendlichen der jeweiligen Schulstufe verglichen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Nennungen der Lehrer/-innen (falls sie in der Lage waren, Autoren oder Titel zu nennen) sehr gut mit den Angaben der Schülerinnen und Schüler übereinstimmen. Es wurde aber auch deutlich, dass bei weitem nicht alle Lehrerinnen und Lehrer über die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur informiert sind:

Während von den Primarschullehrer/-innen nur ein Fünftel keine Angaben über beliebte Buchtitel oder Autoren der Schülerinnen und Schüler machen kann, erhöht sich dieser Anteil in der Oberstufe stark. Dies hängt zum einen sicher damit zusammen, dass die 12-Jährigen noch eher von sich aus über ihre Lieblingsbücher erzählen oder sie sogar in die Schule mitbringen. Jugendliche im letzen Schuljahr sind hier möglicherweise zurückhaltender, da die Freizeitlektüre ja auch etwas Intimes an sich hat. Allerdings gibt es auch Oberstufenlehrer/-innen, die einen oder mehrere Buchtitel oder Autoren der Jugendlichen nennen können. Es darf also davon ausgegangen werden, dass diese Informationen auf der Oberstufe zwar schwerer zugänglich sind als in der Primarschule, dass es aber nicht unmöglich ist, sich über die Freizeitlektüre der älteren Schüler/ -innen zu informieren.

Unterschiede in der Kenntnis der Jugendliteratur sind auch zwischen den Gymnasiallehrern und den Lehrpersonen, die auf Real- oder Sekundarstufe unterrichten, sehr deutlich: Während unter den Gymnasiallehrern nur rund 30% keine Angaben über die Lesepräferenzen ihrer Schülerinnen und Schüler machen können, steigt dieser Anteil bei den Real- und Sekundarschullehrern auf mehr als das Doppelte an. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass Gymnasiasten in der Freizeit mehr lesen, das Lesen also ein wichtiges Thema ist und möglicherweise in den Unterricht einfliesst. Allerdings sind es auch in der Real- und Sekundarschule 33% bzw. 48% der Schülerinnen und Schüler, die in ihrer Freizeit wenigstens einmal in der Woche lesen, so dass auch hier ein Austausch zwischen Schülern und Lehrpersonen über interessante Jugendliteratur grundsätzlich möglich wäre.

Auch das Alter der Lehrpersonen hat einen Einfluss auf die Kenntnis der Lektürepräferenzen ihrer Schülerinnen und Schüler: Jüngere Lehrer sind besser informiert über die Kinder- und Jugendliteratur als ältere. Ein Grund dafür kann in der Lehrerausbildung gesehen werden, die in jüngster Zeit vermehrt auf den Bereich der Kinder- und Jugendliteratur eingeht.

Ebenfalls sehr deutlich ist der Unterschied im Kenntnisstand zwischen Männern und Frauen: Nur 35% der Lehrerinnen sind nicht in der Lage, beliebte Jugendbücher oder Autoren zu nennen. Unter ihren männlichen Kollegen macht dieser Anteil hingegen über 50% aus.

 

Miteinbeziehen der Freizeitlektüre in den Schulunterricht

Schullektüre ist nicht gleichzusetzen mit Büchern, die in der Freizeit gelesen werden. Um das Lesen ausserhalb der Schule zu fördern, ist es wichtig, auch Autoren und Buchtitel in den Unterricht einzubeziehen, die Heranwachsende selber auswählen. Da den "peer groups" eine wichtige Rolle in der Mediensozialisation zukommt, ist davon auszugehen, dass Bücher, die nicht Erwachsene, sondern Gleichaltrige empfehlen, zum Lesen animieren können. Wie stark die Freizeitlektüre in den Schulunterricht einfliesst, zeigt folgende Tabelle:

 

Während in der Primarschule die Freizeitlektüre vergleichsweise häufig in den Unterricht integriert wird, sind auf der Oberstufe grosse Unterschiede nach Schulniveau feststellbar: Die Gymnasialstufe weist diesbezüglich noch ähnliche Werte auf wie die Primarstufe. Unter den Sekundar- und Realschullehrern sind es aber 34% bzw. 48%, die die Freizeitlektüre ihrer Schülerinnen und Schüler im Unterricht nicht berücksichtigen. Neben der Schulstufe zeigen sich auch Unterschiede nach Geschlecht und Alter der Lehrpersonen: Frauen und jüngere Lehrpersonen bemühen sich stärker, den Bezug zur Freizeitlektüre der Kinder und Jugendlichen herzustellen.

 

Freie Lesezeiten

Die Lesemotivation wird durch selbstgewählte Lektüre gefördert. Das eigenständige Aneignen von Leseerfahrungen ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine stabile Beziehung zum Medium Buch. Heute kann nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dass allen Heranwachsenden zu Hause genügend Freizeit und Ruhe zur Verfügung steht, um längere Zeit ungestört zu lesen. Um so wichtiger ist die Rolle, die der Schule im Rahmen der Leseförderung zukommt. Die Lehrpersonen wurden gefragt, ob sie den Schülern während den Schulstunden freie Lesezeiten zur Verfügung stellen:

Während freie Lesezeiten in der Primarschule mit beinahe 70% sehr häufig angeboten werden, ist dies in der Oberstufe deutlich seltener der Fall: In Gymnasien besteht die Möglichkeit, in der Schulstunde eigene Bücher zu lesen, nur zu 13%, in der Real- und Sekundarschule zu 42% bzw. 47%. Lehrerinnen bieten diese Lesemöglichkeit etwas häufiger an als ihre männlichen Berufskollegen, und auch im Vergleich nach Alter sind Unterschiede in der Handhabung von freien Lesezeiten feststellbar.

 

Bibliotheksbesuche

Bibliotheken bieten eine kostengünstige Möglichkeit, Medien aller Art - insbesondere Bücher - kennen zu lernen. Damit Heranwachsende dieses Angebot kennen- und schätzen lernen, ist es nötig, sie mit der Benützung von Bibliotheken vertraut zu machen. Diese Aufgabe wird von Lehrerinnen und Lehrern sehr unterschiedlich wahrgenommen:

Regelmässige Bibliotheksbesuche werden nur von rund einem Viertel der Lehrpersonen unternommen. Dies mag erstaunen, denn im Lehrplan der Volksschule wird betont: "Arbeiten und Lesen in Bibliotheken gehört zum Unterricht. Dort finden die Schülerinnen und Schüler eine breite Auswahl an altersgerechten Medien (Bücher, Zeitschriften, illustrierte Sachbücher, altersgemässe Lexika, Videos etc.), die zum Lesen verlocken." (vgl. Lehrplan "Sprache" der Volksschule, S. 120). Weiter heisst es: "(...) sie [die Schüler/innen] sind daran gewöhnt, selbständig Informationen und Bücher zu beschaffen und sind mit der Bibliotheksnutzung vertraut (...)" (ebd. S. 113). Dieser Auszug aus dem Lehrplan macht deutlich, dass eine einmalige Klassenführung nicht ausreicht, um Heranwachsende mit dem Aufstellungsprinzip, den Informationsmöglichkeiten und der inhaltlichen und medialen Vielfalt der Bibliotheken vertraut zu machen.

Viele Schulhäuser verfügen über eine eigene Schulbibliothek und können auf diese Weise das Benützen von Bibliotheken in den Schulalltag integrieren. Allerdings sind je nach Gemeinde und Schulniveau grosse Unterschiede in der Ausstattung von Schulbibliotheken festzustellen. Gerade für die Oberstufenschüler/-innen ist es wichtig, nebst der Schulbibliothek auch eine stabile Beziehung zur Quartier-, Stadt- oder Gemeindebibliothek aufzubauen. Damit kann der Tendenz, dass sich Schulabgänger/-innen nach der obligatorischen Schulzeit von den Bibliotheken und dem Bücherlesen abwenden, begegnet werden.

 

Leseförderungsindex

Um einen Gesamtüberblick über den Grad lesefördernder Massnahmen im Schulunterricht zu erhalten, wurden die oben erwähnten quantitativen und qualitativen Dimensionen durch weitere Komponenten ergänzt und zu einem Leseförderungsindex zusammengefasst. Die damit gewonnenen Ergebnisse zur Leseförderung variieren stark nach Lehrperson, lassen aber auch systematische Unterschiede nach Schulstufe erkennen:

Während Primarschullehrer/-innen noch viel Wert auf lesefördernde Aktivitäten im Unterricht legen, geht dieses Engagement auf der Oberstufe stark zurück. Eine Ausnahme bilden dabei die Gymnasiallehrer/-innen, die zu drei Vierteln eine mittlere und zu einem Viertel eine starke Leseförderung betreiben.

Problematisch sind diese bildungsspezifischen Differenzen insofern, als gerade diejenigen Schüler, die eine tiefe Leseneigung aufweisen, in der Schule nur wenig gefördert werden. Berücksichtigt man, dass bereits die familiäre Unterstützung bezüglich Leseverhalten stark schicht- und bildungsabhängig ist, so wird deutlich, dass diese Benachteiligungen durch die Schule nicht abgebaut, sondern noch verstärkt werden.

 

Zusammenfassung und Ausblick

Betrachtet man die vorliegenden Daten zum Leseverhalten und zur Lesefreude der Schülerinnen und Schüler der sechsten und neunten Schulstufe in der Schweiz, so bestätigt sich, was bereits die Resultate der PISA-Studie aufgezeigt haben: Viele Jugendliche haben heute keine enge Beziehung zum Buch und erbringen dementsprechend nur durchschnittliche Leseleistungen. Unterschiede in der Lesekompetenz nach Geschlecht, Bildungsniveau und Schicht, wie sie die PISA-Studie aufgezeigt hat, wurden durch die vorliegende Studie zur Lesequantität, Lesehäufigkeit und Lesemotivation bestätigt. Die Erkenntnis, die daraus gezogen werden kann, ist nicht neu, aber von grosser Wichtigkeit: Lesefertigkeit ist eng verknüpft mit Leseerfahrung und Lesemotivation. Es sind also diese beiden Grundpfeiler, die auf- und ausgebaut werden müssen, wenn es gilt, die Leseleistungen Heranwachsender zu verbessern. Verschiedene Massnahmen, die es den Schülern ermöglichen einen engeren Kontakt zum Medium Buch aufzubauen, werden bereits heute von vielen Lehrpersonen getroffen. Das Engagement in der Leseförderung variiert jedoch sehr stark nach Lehrer, aber auch nach Schulstufe. Dies macht deutlich, dass Leseförderung in der Lehrerbildung wie auch im Lehrplan vermehrt verankert werden muss, damit sie nicht mehr von der Initiative einzelner Lehrpersonen abhängig ist und alle Schüler/-innen gleichermassen eine Chance erhalten, eine stabile Beziehung zur Kulturtechnik Lesen aufzubauen. Der Handlungsbedarf, der mit der Veröffentlichung der PISA-Studie deutlich wurde, wird durch die vorliegenden Daten bestätigt. Gleichzeitig konnten Erkenntnisse über das Leseverhalten von Heranwachsenden und über die derzeitige Leseförderung in der Schweiz gewonnen werden, was als Grundlage dienen kann zur Entwicklung gezielter und nachhaltiger Konzepte im Bereich der schulischen Leseförderung.

 

Lic. phil. Priska Bucher ist Assistentin und Doktorandin am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich. Ihre Dissertation "Leseverhalten und Leseförderung: zur Rolle von Schule, Familie und Bibliothek im Medienalltag Heranwachsender" erscheint voraussichtlich Ende 2003 im Verlag Pestalozzianum, Zürich.

 

Literatur:

Bonfadelli, Heinz (2001): Leser und Leseverhalten heute - Sozialwissenschaftliche Buchlese(r)forschung. In: Franzmann, Bodo (Hrsg.): Handbuch Lesen. München.

Bonfadelli, Heinz / Bucher, Priska (Hrsg.) (2002): Lesen in der Mediengesellschaft. Stand und Perspektiven der Forschung. Zürich.

Bundesamt für Statistik (2002): Für das Leben gerüstet? Die Grundkompetenzen der Jugendlichen. Nationaler Bericht der Erhebung PISA 2000.

Eggert, Hartmut et al. (2000): Literarische Intellektualität in der Mediengesellschaft. Empirische Vergewisserungen über Veränderungen kultureller Praktiken. Weinheim.

Hurrelmann, Bettina / Groeben, Norbert (Hrsg.) (2001): Lesekompetenz. Bedingungen, Dimensionen, Funktionen. Weinheim.

Moser, Urs (2001): Für das Leben gerüstet? Die Grundkompetenzen der Jugendlichen - Kurzfassung des nationalen Berichtes PISA 2000. Neuchâtel.

Rosebrock, Cornelia (2001): Lesen - Schlüsselkompetenz in der Mediengesellschaft. In: Forschung Frankfurt 4/2001, S. 26-31.

Saxer, Ulrich (2002): Lesen als Schlüsselqualifikation in der Mediengesellschaft: fünf Thesen. In: Bulletin Leseforum Schweiz 11/2002, S. 15-18.

Süss, Daniel (2000): Kinder und Jugendliche im sich wandelnden Medienumfeld. Eine repräsentative Befragung von 6- bis 16-Jährigen und ihren Eltern in der Schweiz. Diskussionspunkt 40. Zürich.


 
 

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