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27.06.2003
00:00 Von: Marr, Mirko

Soziale Differenzen im Zugang und in der Nutzung des Internet
Aktuelle Befunde aus der Schweiz

Vor dem Hintergrund der Debatte um eine mögliche digitale Spaltung der Gesellschaft wird im Folgenden erläutert, welche aktuellen Differenzen sich im Zugang zum und in der Nutzung des Internet in der Schweiz beobachten lassen. Es kann gezeigt werden, dass die Zugangsklüfte nach wie vor grösser werden, während soziale Unterschiede in der Nutzungshäufigkeit, beim Nutzungsort und hinsichtlich der Nutzungsfunktionen nur punktuell und in geringerem Ausmass auftreten.


Von Mirko Marr

Unter dem Schlagwort 'digital divide' fand in den zurückliegenden Jahren eine umfangreiche öffentliche Auseinandersetzung um den Einfluss der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen und somit auf die Gewährleistung von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit in der Informationsgesellschaft statt. Ausgangspunkt der Diskussion ist die empirisch beobachtbare Tatsache, dass diese Technologien, und dabei insbesondere das Internet, sich zwar mit grosser Geschwindigkeit ausbreiten, diese Ausbreitung allerdings sozial sehr heterogen erfolgt. Die sich daraus ergebenden Differenzen im Technologiezugang verschiedener sozialer Gruppen werden als Zugangsklüfte bezeichnet. Problematisch an diesen Zugangsklüften ist, dass vor allem solche sozialen Gruppen von den Anwendungsmöglichkeiten von Computer und Internet ausgeschlossen bleiben oder zumindest in der Gruppe der Nutzer unterrepräsentiert sind, die ohnehin schon zu den unterprivilegierten Schichten der Gesellschaft gehören. Aus der Deutung dieser Zugangsungleichheiten als Vorboten einer neuen Zweiklassengesellschaft, mit einer technologieaffinen Informationselite auf der einen Seite und einer technologieabstinenten Informationsparia auf der anderen Seite, ergibt sich ein Bedrohungsszenario, dem auf der Policy-Ebene mit zahlreichen Fördermassnahmen begegnet wird, deren generelles Ziel in der Gewährleistung eines Internetzugangs für alle Bürgerinnen und Bürger besteht.

Aus wissenschaftlicher Perspektive sind zwei grundsätzliche Vorbehalte gegen dieses Bedrohungsszenario einer digitalen Spaltung der Gesellschaft vorzubringen: Zum einen ist der Schluss von den Zugangsungleichheiten auf eine wie auch immer zu bestimmende soziale Ungleichheit erstens ausgesprochen voraussetzungsreich und zweitens alles andere als plausibel. Er beruht auf der von vielen geteilten Zuschreibung eines Wirkungspotenzials an das Internet, was sich allerdings erst noch erweisen muss. Erst wenn die Nutzer der Technologie aus dieser Nutzung auch tatsächlich einen sozial relevanten Nutzen ziehen, kann von einer Benachteiligung der Ausgeschlossenen die Rede sein. Zum anderen muss die Zuspitzung der Diskussion auf das Problem der Zugangsklüfte als unzureichend betrachtet werden. Hinter dieser Kritik steht die Annahme, dass ein flächendeckender Internetzugang für alle noch längst keine Chancengleichheit garantiert. Viel mehr ist zu erwarten, dass auch im Umgang mit dem Internet soziale Differenzen zum Tragen kommen und es deshalb auch zur Herausbildung von Nutzungsklüften kommen dürfte.

Die folgende Auswertung liefert eine Beschreibung aktueller Zugangs- und Nutzungsklüfte und setzt damit die von Bonfadelli/Marr (2002) begonnene statistische Dokumentation der Internetimplementierung in der Schweiz fort. Dabei erfolgt hier eine Konzentration auf beobachtbare Unterschiede zwischen verschiedenen Bildungs-, Alters-, Geschlechter- und Einkommensgruppen. Die Auswertung stützt sich auf die neusten Daten der Internetforschung der AG für Werbemedienforschung (WEMF). Zur Bestimmung der Zugangsklüfte kann die Studie 'MA-Net' herangezogen werden. Die Daten dieser Studie stammen aus einer für die schweizerische Wohnbevölkerung ab 14 Jahren repräsentativen Telefonbefragung von mehr als 20'000 Personen pro Jahr, mit der u.a. auch die allgemeine Nutzung des Internet erhoben wird. Nutzungsunterschiede lassen sich dagegen mit Hilfe der Studie 'MA-Comis' analysieren. Als Grundgesamtheit gelten hier Personen ab 14 Jahren in der Deutschschweiz, die beruflich, in der Ausbildung oder privat das Internet nutzen. Die Auswertung bezieht sich auf die aktuellen Daten von insgesamt 2'043 Interviews, die von April bis Juni 2002 durchgeführt wurden.

 

Zugangsklüfte

Die Tatsache, dass die Ausbreitung des Internet zunächst demographisch ungleichmässig erfolgt, ist aus wissenschaftlicher Perspektive keine Sensation. Sie bestätigt vielmehr die Erkenntnisse der Diffusionsforschung, die diese anhand der Implementierung von verschiedenen Vorgängertechnologien gesammelt hat (vgl. Rogers 1995). Dabei zeigte sich, dass die Verbreitung von Innovationen in der Regel einer S-Kurve folgt, wobei zunächst eine spezifische Gruppe von Innovatoren erreicht wird, bevor ihr die frühen und die späten Mehrheiten folgen. Für die Forschung zum 'digital divide' ist es von viel grösserem Interesse, welchen weiteren Verlauf die Diffusion des Internet nimmt und an welchem Punkt diese zum Stillstand kommt. Die Frage lautet also: "Will digital inequalities prove a temporary problem that will gradually fade over time, as Internet connectivity spreads and 'normalizes', or will this prove an enduring pattern generating a persistent division between info-haves and have-nots?" (Norris 2001: 11)

Theoretisch lassen sich diesbezüglich zwei Szenarien denken. Ein optimistisches Szenario geht davon aus, dass Zugangsdifferenzen lediglich ein vorübergehendes Phänomen im Prozess der schrittweisen Internetdiffusion darstellen, das in dem Masse an Bedeutung verliert, in dem es auf der Basis sinkender Zugangskosten, wachsender Bedienfreundlichkeit und steigender Attraktivität der im Netz bereitgestellten Angebote zu einer gleichmässigen Internetverbreitung in allen sozialen Schichten komme (vgl. Compaine 2001). Diesem 'trickle down'-Szenario steht die Annahme gegenüber, dass allein das Vertrauen in die Marktkräfte nicht ausreiche, um eine bevölkerungsweite Internetdiffusion plausibel erwarten zu können. Vielmehr sei davon auszugehen, dass es kurz- bis mittelfristig Bevölkerungssegmente geben werde, für die bestehende Zugangsbarrieren nicht zu meistern sind und die deshalb von der Netzkommunikation ausgeschlossen bleiben (Exklusionsthese) (vgl. Schement 1999; Wilhelm 2000; Norris 2001).

Welches Szenario letztendlich zutreffen wird, kann derzeit kaum entschieden werden, da die Verbreitung des Internet nach wie vor einer enormen Dynamik unterliegt. Die jüngste Ausgabe der MA-Net (2003) weist für das Jahr 2002 eine weitere Zunahme der zumindest gelegentlichen Internetnutzer (weitester Nutzerkreis WNK) in der Schweiz auf inzwischen 61% aus. Ein halbes Jahr vorher waren es noch 57%. Damit findet die seit 1996 (als 6% der Schweizerinnen und Schweizer online waren) dokumentierte stetige Zunahme ihre Fortsetzung.

Wie steht es aber nun mit der Entwicklung der Zugangsunterschiede? Für ihre Beschreibung hat es sich eingebürgert, die Wahrscheinlichkeit, mit der man innerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe einen Nutzer der jeweiligen Technologie antreffen kann, als Verbreitungsmass zu betrachten. Als Zugangskluft gilt dann die Differenz dieser Wahrscheinlichkeit zwischen verschiedenen Gruppen (vgl. NTIA 1998). In Tabelle 1 sind die Entwicklung der Verbreitungsmasse in der Schweiz und der jeweiligen Differenzen über die letzten sechs Jahre dargestellt. Dabei zeigt sich, dass die Zugangsklüfte zwischen verschiedenen sozialen Segmenten nicht geringer werden, sondern nach wie vor anwachsen. So vergrösserte sich der Abstand zwischen dem tiefsten und dem höchsten Bildungssegment von 40% im Jahr 1999 auf 51% im Jahr 2002. Die Differenz zwischen den 20- bis 29-Jährigen und den über 50-Jährigen wuchs im gleichen Zeitraum sogar von 23% auf 43%. Besonders drastisch fallen die Unterschiede in Abhängigkeit vom Einkommen aus. Während unter den Besserverdienenden 2 von 3 Personen bereits online sind, liegt die Wahrscheinlichkeit, einen Nutzer in der unteren Einkommensgruppe zu finden, bei gerade mal 15%. Auch die Geschlechterkluft nimmt nach wie vor zu, wenn auch in moderatem Ausmass.

In der Summe stützen die hier präsentierten Daten also eher die These einer anhaltenden Exklusion bestimmter Bevölkerungsgruppen, wenngleich von ihnen nur bedingt auf die künftige Entwicklung geschlossen werden kann.

 

 

Nutzungsklüfte

Im Gegensatz zu den Zugangsklüften, die sich auf den Vergleich von Nutzern und Nicht-Nutzern stützen, wird mit den Nutzungsklüften nach jenen sozialen Unterschieden im Umgang mit der neuen Technologie gefragt, die sich innerhalb der Gruppe der Nutzer beobachten lassen. Dabei wird die Überlegung zugrunde gelegt, dass die Nutzung selbst ein mehrdimensionales Phänomen darstellt und soziale Benachteiligungen aus schichtspezifischen Umgangsweisen mit dem Internet resultieren können (vgl. Kubicek/Welling 2000; Jung/Qui/Kim 2001). Diese Erwartung stützt sich u.a. auf die Tradition der Wissenskluftforschung, die solche Nutzungsdifferenzen auch schon im Umgang mit den herkömmlichen Massenmedien nachweisen konnte (vgl. Bonfadelli 1994). Zur besseren Unterscheidung von den Zugangsdifferenzen wurde vorgeschlagen, die Nutzungsdifferenzen als 'Second-Level Digital Divide' zu bezeichnen (vgl. Hargittai 2002). Allerdings ist auch diese Annahme ebenso wie die Exklusionserwartung nicht unumstritten. So argumentieren etwa Erbring/Nie (2000) auf der Basis US-amerikanischer

Daten, dass die sozialen Barrieren vor allem im Zugang zum Internet bestehen, nicht aber in der Art und Weise der Nutzung. Welcher Position hier zuzustimmen ist, hängt massgeblich davon ab, welche Dimensionen der Nutzung Berücksichtigung finden. Für die vorliegende Auswertung wurde diesbezüglich entschieden, die Nutzungshäufigkeit, die Nutzungsorte sowie die Nutzungsfunktionen zu fokussieren.

 

Nutzungshäufigkeit

Die in Abbildung 1 dargestellte Entwicklung der Internetverbreitung macht einen Unterschied zwischen dem weitesten (WNK) und dem engen (ENK) Nutzerkreis. Zum WNK zählen jene Personen, die das Internet mindestens einmal in den letzten sechs Monaten genutzt haben, während der ENK aus Personen besteht, die mehrmals pro Woche online gehen. Mit der Studie MA-Commis kann bezüglich der Nutzungshäufigkeit nun weiter differenziert werden.

Dabei zeigt sich, dass Männer, gut gebildete und einkommensstarke Gruppen nicht nur zu grösseren Teilen über einen Internetzugang verfügen, sondern auch häufiger das Internet nutzen als die Vergleichsgruppen. Allein in Bezug auf das Alter reproduzieren sich die Zugangsklüfte nicht in gleichem Masse auf der Nutzungsebene. Mit anderen Worten: ist der Zugang erst einmal gewährleistet zeigen alte Menschen eine ähnliche Nutzungsintensität wie junge. Zu erwähnen ist ausserdem, dass für 14% der unteren Einkommensgruppen die Zugangsmöglichkeit nicht automatisch auch eine Nutzung nach sich zieht.

 

Nutzungsorte

Angaben über die Orte, an denen das Internet genutzt wird, lassen Rückschlüsse zu auf mögliche Beschränkungen im Umgang mit dem Medium. Denn es ist anzunehmen, dass die individuelle Freiheit, mit der man sich im Netz bewegen kann, bei einem privaten Zugang in den eigenen vier Wänden am grössten sein dürfte. Die Daten in Tabelle 3 zeigen, dass dies bei neun von zehn Personen der Fall ist und dieser Wert auch über die verschiedenen Gruppen hinweg ausgesprochen konstant bleibt. Allein die untere Einkommensgruppe zeigt diesbezüglich Defizite. Jeder Vierte ist dort auf eine Nutzungsmöglichkeit jenseits des eigenen Privathaushaltes angewiesen.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Nutzung am Arbeitsplatz. Hier wird deutlich, dass der Zugangsvorteil der Männer, der mittleren Altersgruppen, der bildungs- und einkommensstarken Gruppen nicht zuletzt aus deren zusätzlichen beruflichen Nutzungsmöglichkeiten resultieren. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass bestimmte Gruppen, denen diese berufliche Nutzungsmöglichkeit (noch) nicht offen steht, dieses Defizit über die schulischen und universitären Netzzugänge zum Teil kompensieren können. Zu nennen ist hier insbesondere die untere Bildungsschicht, in der jeder Dritte auf diesem Weg ins Netz findet. Auch die Internetnutzung bei Freunden und Bekannten scheint für diese Gruppe ein probates Mittel, um in die Netzwelt einzutauchen. Andere öffentliche Zugangsorte wie Internetcafes oder Bibliotheken, die sich insbesondere in den USA einer grossen Beliebtheit erfreuen, spielen in der Schweiz offensichtlich nur eine untergeordnete Rolle.

 

Nutzungsfunktionen

Die wohl wichtigste Frage, die sich mit Blick auf die Folgen eines differentiellen Umgangs mit dem Internet stellt, dürfte diejenige nach den Zwecken sein, die mit der Netznutzung verbunden werden. Ohne Zweifel besteht die besondere Spezifik des Internet in den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten, die es seinen Nutzern bereitstellt. Dementsprechend unterschiedlich kann sich auch die konkrete Nutzung gestalten. Nach einer üblichen Klassifikation kann diese Vielfalt der Verwendungszwecke unterteilt werden in jene der Kommunikation, der Dienstleistung, der Information und der Unterhaltung. Fasst man die häufige und gelegentliche Nutzung zu diesen verschiedenen Zwecken zusammen, wie es in Tabelle 4 geschehen ist, so zeigt sich, dass das Internet in erster Linie und von allen Gruppen gleichermassen als Möglichkeit in Anspruch genommen wird, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Allein die ältere Generation ist hier etwas zurückhaltender. Auch der Gebrauch des Internet als Service-Infrastruktur steht bei den Nutzern hoch im Kurs, und auch hier zeigt mit den bildungsschwachen Segmenten nur eine Gruppe etwas weniger Interesse als die anderen.

Weniger wichtig als Kommunikation und Dienstleistung ist das Internet seinen Nutzern als Informations- und Unterhaltungsmedium. Hier zeigen sich auch die einzigen gravierenden soziodemographischen Unterschiede, wenn auch nur in Bezug auf Alter und Bildung. Während Information als Nutzungszweck für drei Viertel der Hochgebildeten von Bedeutung ist, trifft dies nur auf zwei Drittel der mittleren Bildungsgruppe und nicht einmal für die Hälfte derjenigen mit obligatorischem Schulabschluss zu. Das Bild kehrt sich bei der unterhaltungsorientierten Nutzung der Bildungsgruppen ins Gegenteil, wenngleich die Unterschiede hier nicht so deutlich ausfallen. Das Alter scheint im Gegensatz zur Bildung keinen Einfluss auf die Inanspruchnahme des Internet als Informationsmedium zu haben, dafür wirkt es sich aber deutlich auf die Nutzung zum Zweck der Unterhaltung aus. Während zwei Drittel der Jungen auf den Spassfaktor des Internet setzen, machen weniger als ein Drittel der über 55-Jährigen von dieser Verwendungsmöglichkeit Gebrauch.

 

Zusammenfassung

Die hier präsentierten Daten erlauben eine differenzierte Betrachtung der sozialen Klüfte im Zugang und in der Nutzung des Internet als Ursachendimension des Bedrohungsszenarios einer digitalen Spaltung. Mit Bezug auf die aktuelle Situation in der Schweiz kann festgestellt werden, dass die mit Beginn der Internetverbreitung zu beobachtenden Zugangsklüfte im Laufe der Zeit kontinuierlich zunehmen und sich eine Angleichung zwischen der demographischen Struktur der Gesamtbevölkerung und jener der Internetnutzer bisher nicht abzeichnet. Deshalb kann mit aller gebotenen prognostischen Vorsicht behauptet werden, dass es erstens kurz- bis mittelfristig Personen geben wird, denen der Sprung über die Zugangsbarrieren nicht gelingt, und dass diese zweitens vor allem jenen sozialen Schichten angehören, die ohnehin schon gesellschaftlich unterprivilegiert sind.

Die Analyse der Nutzungsklüfte hat gezeigt, dass die Zugangsunterschiede nur zum Teil im Prozess der Nutzung ihre Fortsetzung finden. So nutzen Männer im Vergleich zu den Frauen das Internet regelmässiger, häufiger im beruflichen Umfeld und vielseitiger. Altersunterschiede zeigen sich in Bezug auf die Nutzungsorte jenseits des eigenen Haushaltes, wobei dies in engem Zusammenhang mit alterstypischen Lebenskontexten stehen dürfte. Ausserdem nimmt die Bedeutung des Internet als Unterhaltungsmedium mit steigendem Alter ab. Den mit Abstand deutlichsten Effekt auf die Nutzung des Internet hat ohne Zweifel die Bildung. Mit ihr steigt die Nutzungshäufigkeit, die Bedeutung des Arbeitsplatzes als Zugangsort und die informationsorientierte Nutzung. Die untere Bildungsschicht zeichnet sich aus durch eine eher sporadische Nutzungsfrequenz, durch verstärkte Nutzung in der Schule oder bei Freunden und durch eine grössere Präferenz für die Unterhaltungsangebote. Schliesslich zeigt sich mit Blick auf das Haushaltseinkommen, welches beim Zugang die grössten Klüfte hervorruft, dass sich dieser Faktor in der Nutzung allein in einer geringeren Netznutzung in den eigenen vier Wänden niederschlägt. Dies hat aber weder für die Nutzungshäufigkeit noch für die Nutzungsfunktionen grössere Folgen.

 

Mirko Marr ist Assistent am Institut für Publizistikwissenschaft- und Medienforschung der Universität Zürich und arbeitet derzeit an einer Dissertation zum Einfluss der Internetnutzung auf die politische Informiertheit in der Schweiz.

 

Literatur:

Bonfadelli, Heinz (1994): Die Wissenskluft-Perspektive. Massenmedien und gesellschaftliche Information. Konstanz.

Bonfadelli, Heinz / Marr, Mirko (2002): Die Medien in der Informationsgesellschaft. In: Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Informationsgesellschaft Schweiz. Standortbestimmung und Perspektiven. Neuchâtel, S. 49-67.

Compaine, Benjamin M. (2001): The Digital Divide. Facing a Crisis or Creating a Myth? Cambridge, London.

Hargittai, Eszter (2002): Second-Level Digital Divide: Differences in People's Online Skills. In: First Monday 7, H. 4: http://firstmonday.org/issues/issue7_4/hargittai  (15.03.2003).

Jung, Yoo-Young / Qui, Jack L. / Kim, Yong-Chan (2001): Internet Connectedness and Inequality. Beyond the "Divide". In: Communication Research 28, H. 4, S. 507-535.

Kubicek, Herbert / Welling, Stefan (2000): Vor einer digitalen Spaltung in Deutschland? Annäherung an ein verdecktes Problem von wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Brisanz. In: Medien- & Kommunikationswissenschaft 48, H. 4, S. 497-517.

Erbring, Lutz / Nie, Norman H. (2000): Internet and Society. A preliminary Report. Stanford, CA.

Norris, Pippa (2001): Digital Divide. Civic Engagement, Information Poverty, and the Internet Worldwide. Cambridge, New York.

NTIA (National Telecommunications & Information Administration) (1998): Falling Through the Net: New Data on the Digital Divide. Washington D.C., US Department of Commerce.

Rogers, Everett M. (1995): Diffusion of Innovations. New York.

Schement, Jorge Reina (1999): Of Gaps by Which Democracy We Measure. In: Information Impacts, (Dez. 1999): http://www.cisp.org/imp/december_99/12_99schement.htm  (21.05.2003).

Wilhelm, Anthony G. (2000): Democracy in the Digital Age. Challenges to Political Life in Cyberspace. New York, London.

 

Links:

MA-Comis: http://www.wemf.ch/d/studien/macomis.shtml 

MA-Net: http://www.wemf.ch/d/studien/manet.shtml 

WEMF: http://www.wemf.ch/index.shtml 


 
 

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