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30.05.2005
00:00 Von: Wenzler, Michel

Selbst im Fokus
Wenn Medien über Medien berichten

Medien beobachten und kommentieren fast alle gesellschaftlichen Teilbereiche – sich selbst thematisierten sie hingegen lange Zeit nur am Rande. Ab den 90er-Jahren hat die Berichterstattung über Medienthemen zugenommen – zumindest vorübergehend. Wie aber berichten die Medien über sich selbst? Ein Sammelband sucht Antworten.


Von Michel Wenzler

Das Schaffen von Transparenz ist eine von vielen Forderungen aus einem umfassenden Aufgabenkatalog, der immer wieder an die Medien herangetragen wird. Medien sollen die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereiche beobachten, analysieren, kommentieren und kritisieren. Unter diesem Gesichtspunkt nehmen Medien eine zentrale Rolle in der Gesellschaft ein. Denn: "Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien." Dieser viel zitierte Satz von Niklas Luhmann (1996: 9) gilt erst recht für den Themenbereich Medien: Unser Wissen über Medien ist fast ausschliesslich medienvermittelt. Und der Medienjournalismus, der sich der Berichterstattung über Medien annimmt, ist immer Teil des Mediensystems. Viele Kritiker sehen darin zu Recht eine Problematik: Wer sich selbst beobachte, so die Befürchtung, weise einen blinden Fleck auf und verhindere manchmal auch aus Eigeninteressen die Thematisierung bestimmter Aspekte.

Als "Selbstbeobachtungsfalle" bezeichnen Michael Beuthner und Stephan Alexander Weichert dieses Phänomen in ihrem soeben erschienenen Sammelband. Unter diesem Titel haben sie Beiträge aus Wissenschaft und Praxis vereint, welche die Vielzahl von Problemen durchleuchten, die sich einer fairen, ausgewogenen, unabhängigen, zuverlässigen und glaubwürdigen Selbstbeobachtung der Medien in den Weg stellen.

Selbstbeobachtungsfallen, so die Ausgangsthese der Herausgeber, würden sich durch das ganze Berufsfeld ziehen: Der Medienjournalismus leide unter der mangelhaften Profilierung seines Beobachtungsgegenstandes ("Definitionsfalle") und Medienjournalisten ständen in einem ständigen Rollenkonflikt ("Rollenkontextfalle") – nicht zuletzt, weil sie sich auch in einem Abhängigkeits- und Loyalitätsverhältnis zum eigenen Unternehmen befänden ("Unabhängigkeitsfalle"). Zudem liessen sich die oft komplexen Medienthemen nur schlecht einem breiteren Publikum erklären ("Vermittlungsfalle") und das berufliche Selbstverständnis vieler Medienjournalisten, die sich nicht als investigative Medienwächter, sondern eher als neutrale Berichterstatter wahrnähmen, verhindere eine kritische Selbstreflexion ("Selbstverständnisfalle").

 

Teil I: Medienjournalismus im Dilemma

Folgt man dieser einleuchtenden Argumentation, stellt das Berufsfeld Medienjournalismus einen einzigen Hindernis-Parcours dar, in dem zahlreiche Fallgruben überwunden werden müssen. Der folgende Überblick über die Beiträge des Sammelbandes vermag dies zu verdeutlichen.

Bereits im ersten Teil der Publikation treten die Probleme um den Aufgabenkreis des Medienjournalismus hervor. Die Kommunikationswissenschaftlerin Maja Malik zeigt eindrücklich auf, nach welcher Logik der Medienjournalismus funktioniert – nach derselben nämlich wie jede andere Form von Journalismus auch. Die Ausrichtung an Nachrichtenfaktoren ist zum Beispiel ebenso ausgeprägt. Dem reflexiven Potenzial des Medienjournalismus, der unter anderem gerade solche Kriterien der Themenselektion, -interpretation und -aufbereitung aufdecken und analysieren soll, ist dies natürlich abträglich. Der blinde Fleck der Beobachtung bleibt dadurch bestehen.

Die Medienjournalistin Monika Lungmus stellt in ihrem Berufsfeld zudem die Tendenz einer Deprofessionalisierung fest. Statt dass sich der Medienjournalismus nach dem Boom in den 90er-Jahren konsolidieren konnte, habe die wirtschaftliche Krise der Branche zum Kahlschlag in vielen (Medien-)Redaktionen geführt – das neue Berichterstattungsfeld habe sich darum nie richtig institutionalisieren können. Diese fehlende Kontinuität bemängelt auch die Medienforscherin Kerstin Engels. Die publizistische Medienkritik sei als Institution von Volatilität und Labilität geprägt.

Mit Kriterien, die dieser mangelnden Institutionalisierung oder einer Deprofessionalisierung entgegen wirken könnten, beschäftigt sich der Kommunikationswissenschaftler Michael Beuthner. So fordert er eine Verbesserung der Sach-, Fach- und Vermittlungskompetenz von Medienjournalisten und unternimmt den Versuch, das noch unscharfe Tätigkeitsfeld von Medienjournalisten genauer zu definieren.

Mit einem konkreten Berichterstattungsbereich des Medienjournalismus setzen sich die beiden Wirtschaftsjournalisten Hans-Peter Siebenhaar und Matthew Karnitschnig auseinander. Sie monieren die stiefmütterliche Behandlung medienökonomischer Themen. Eine kritische Berichterstattung wäre dabei von Nöten, um mehr Transparenz über Besitzverhältnisse und wirtschaftliche Abläufe in der Medienbranche zu schaffen.

Einen weiteren blinden Fleck seiner Zunft deckt der Medienjournalist Alexander von Streit auf. Der Leser, so seine These, werde von der publizistischen Medienkritik schlicht vergessen. Für den Normalverbraucher würden die Medienseiten nämlich nicht geschrieben – viel eher für die Journalisten selbst und andere Branchen-Insider. Besserung erhofft sich von Streit durch die Medienweblogs im Internet. Warum ausgerechnet dort das Publikum abgeholt werden soll, wenn dies schon den "traditionellen" Medien nicht gelingt, bleibt allerdings unbeantwortet.

Blieben die Analysen bisher vorwiegend auf die Presse beschränkt, wagt die Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher einen Blick ins Fernsehen: Mediale Selbstthematisierung, so ihr Fazit, finde kaum im Informationsprogramm, sondern viel mehr in Unterhaltungssendungen wie der Harald Schmidt Show und TV Total statt. Die vorwiegend parodistische Auseinandersetzung mit der Medienwelt verhindere dabei eine breiter angelegte Medienkritik.

Nicht viel besser fällt das Urteil für das Radio aus: Radiomacher Frank Johannsen macht sich auf die Suche nach medienjournalistischen Sendungen. Der Streifzug durch die Hörfunklandschaft – leider kann ihm nur der eingeweihte Leser folgen – führt zu einer ernüchternden Bilanz: Medienjournalismus fristet im Äther eine Randexistenz. Dabei wäre es, so die Meinung des Autors, durchaus möglich, Medienthemen radiogerecht aufzubereiten.

Journalistische Selbstreflexion vermisst auch der Politjournalist Thomas Leif. Er fordert, der Medienjournalismus müsse auf die enge Beziehung zwischen Politikern und Medienschaffenden aufmerksam machen. Der instrumentelle Charakter der Austauschbeziehungen zwischen Politik und Medien komme in der Berichterstattung viel zu wenig zum Ausdruck – was hinsichtlich der Aufklärung des Publikums als Unterlassungssünde gewertet werden müsse.

 

Teil II: Medienjournalismus zwischen Aufklärung und Verblendung

Im zweiten Teil nehmen die Autoren eine Analyse ausgewählter Bereiche des medienjournalistischen Schaffens vor. So lotet der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Steffen Burkhardt die Rolle der Medien als Skandalierer und öffentlicher Moralwächter aus. Am Beispiel von Michel Friedmann zeigt er den Themenverlauf eines medialisierten Skandals auf. Friedmann – Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Moderator, Politiker und Anwalt –, der sich als Moralist und Repräsentant des gesellschaftlichen Wertekodex’ hervorgetan hat, geriet nach dem Bekanntwerden seiner Sex- und Kokainaffären ins Kreuzfeuer der deutschen Medien, die diesen Fehltritt publizistisch ausschlachteten. Erfreulich reagierte hingegen Burkhardt zufolge der Medienjournalismus, der die Rolle der Medien als Skandalierer kompetent kommentierte und kritisierte.

Diese Einzelfallperspektive ergänzt der Kommunikationswissenschaftler Ralf Hohlfeld um eine fundierte Längsschnittstudie über die mediale Kritik an journalistischem Fehlverhalten. Er kommt zum Schluss, dass der journalistische Umgang mit medial bedingten Normenverletzungen im Zeitverlauf reflektierter geworden ist und die medienjournalistische Berichterstattung heute stärker die Persönlichkeitsrechte von öffentlichen Personen einfordere als früher.

Mit einem anderen medialen Diskurs setzt sich Medienredakteur Steffen Grimberg auseinander. Er fragt nach der Rolle von Politikern und Medien im öffentlich ausgetragenen "Gebührenduell" – eine Analyse, die auch einige Parallelen zur Schweizer Debatte über die Gebührenerhöhungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufweisen dürfte.

Ebenfalls dem Rundfunk widmen sich die Fernsehmacher Burkhard Nagel und Volker Präkelt. Sie zeichnen die Rahmenbedingungen und die Genese zweier Medienmagazine auf – leider ist ihr Beitrag aber mit viel Insiderwissen überfrachtet, was sich entsprechend auf die Verständlichkeit des Artikels auswirkt.

Übersichtlicher ist dafür der Beitrag von Corinna Busch-Herbst, der ehemaligen Online-Redaktorin der Harald Schmidt Show. Sie plaudert aus dem Nähkästchen und stellt dar, wie Schmidts Redaktionsteam die Medienlandschaft nach möglichen Themen mit "Showtauglichkeit" durchforstet(e).

Die beiden Sozialwissenschaftler Marcus Kleiner und Jörg-Uwe Nieland befassen sich exemplarisch mit dem Wandel der taz-Medienseite flimmern und rauschen. Sie stellen dort einen quantitativen und qualitativen Rückgang der medienjournalistischen Leistung fest, sehen in konzernunabhängigen Titeln wie der taz aber trotzdem ein Potenzial für eine Gegenöffentlichkeit und einen kritischen Medienjournalismus.

Wie gravierend sich die medienökonomische Verflechtung auf journalistische Produkte auswirkt, verdeutlicht nämlich Nadine Sophie Blömer am Beispiel der Vermarktung der RTL-Sendung Deutschland sucht den Superstar. Die Journalistikstudentin zeigt, wie die Beteiligung an unterschiedlichen Medien – in diesem Fall Bertelsmann – zu synergetischen Produktionsmodellen führt, was mit der unkritischen Mehrfachverwertung von Sendungen bzw. Marken endet.

Ebenfalls auf den Spuren konzentrierter Medienmacht wandelte der Journalist Thomas Schuler bei der Recherche für sein Buch über den Bertelsmann-Konzern. Obwohl er bei Bertelsmann als Medienjournalist angestellt war und vom Konzern die freie Meinungsäusserung zugesichert bekam, wurden Schuler bei seiner Recherche immer wieder Steine in den Weg gelegt, wie er manchmal etwas gar detailgetreu berichtet.

 

Teil III: Die Zukunft medialer Selbstbeobachtung

Im dritten und letzten Teil des Sammelbands wagen verschiedene Autoren einen Ausblick für das sensible Berufsfeld. Zwiespältig gegenüber dem Potenzial des Medienjournalismus ist Christian Meier, Journalist beim Medien-Branchendienst kressreport. Zwar sieht er eine Zukunft für seinen Beruf, allerdings moniert er dessen zunehmende Abhängigkeit von der Medienindustrie und warnt die Branchendienste davor, sich als PR-Organ der grossen Verlage instrumentalisieren zu lassen.

Einen zweiten Ausblick wagt der Journalist Peter Littger, der sich den Problemen annimmt, die sich dem Medienjournalismus in die Wege stellen. Er diagnostiziert zahlreiche Interessenkonflikte zwischen Medienjournalisten und Verlegern. Zudem macht er auf einen Systemfehler aufmerksam, der sich ergibt, wenn Medienjournalisten ihre Arbeit nach derselben Logik ausrichten, die sie gleichzeitig kritisieren. Dies verunmögliche dem Medienjournalismus, seine Kritikfunktion wahrzunehmen.

Dem widerspricht zumindest ansatzweise der Journalist Peer Schader. Der studierte Publizistikwissenschaftler stellte in Leitfadengesprächen mit Medienjournalisten eine zunehmende Akzeptanz der Kritikerrolle fest, auch wenn diese noch immer nicht als Hauptmotiv der Berichterstattung gesehen wird.

Den gegenteiligen Trend konstatiert Susanne Fengler für die USA, die lange Zeit Vorbild für guten Medienjournalismus waren. Die Kommunikationswissenschaftlerin beobachtet einen Qualitätsverlust im amerikanischen Medienjournalismus sowie eine Abkehr vom Berufsverständnis des Watchdog. Auf der Agenda stünden dafür vermehrt Medien-Promis und Journalisten-Klatsch.

Nach Ansicht der Kommunikationswissenschaftler Andrea Höhne und Stephan Russ-Mohl ist aber eine kritische Selbstberichterstattung in den USA noch immer möglich. Die beiden Autoren zeigen auf, wie einzelne US-Medien selbstkritisch ihre Rolle aufarbeiteten, die sie im Vorfeld des Irak-Kriegs gespielt hatten, und diesbezüglich Fehler eingestanden. Versäumnisse bei der Reflexion über die Krisenberichterstattung nehmen die Autoren dagegen bei der deutschen Presse wahr.

Vorschläge, wie sich die (medien)journalistische Berichterstattung in Krisen verbessern liesse, zeichnet der Kommunikationswissenschaftler Stephan Alexander Weichert auf. Er legt dar, wie der internationale Terror die Logik der Medien ausnutzt und dadurch sogar instrumentalisiert. Um dem Einhalt zu gebieten, formuliert er einen Massnahmenkatalog, der sich stark an der Diskussion über die Qualitätssicherung im Journalismus anlehnt.

Eine dieser Massnahmen verfolgt der Autor zusammen mit dem Sozialforscher Dirk Leuffen weiter: Die beiden Verfasser heben die Bedeutung von Medienarchiven als kollektives Gedächtnis sowie deren Nutzen für Wissenschaft, Bildung und (Medien)Journalismus hervor und weisen darauf hin, dass für die Archivierung der Medienkulturgüter noch viel zu wenig unternommen wurde.

Der Medienwissenschaftler Knut Hickethier stellt schliesslich die Frage nach dem Verhältnis von Medienkritik und Wissenschaft und kommt – angesichts der Konzeption des Buches als Sammelbecken für Erkenntnisse aus Wissenschaft und Publizistik – zu einem nicht sehr überraschenden Schluss: Theorie und Praxis wiesen zwar unterschiedliche Logiken und Funktionen der Medienbeobachtung auf, was zu unterschiedlichem Hintergrundwissen führe – dieses könne sich aber durchaus ergänzen.

 

Blinder Fleck der Medien – blinder Fleck der Wissenschaft?

Der kursorische Überblick über den Inhalt des Sammelbands verdeutlicht: Die mediale Selbstbeobachtung ist voller blinder Flecken, welche die Transparenz über die Rolle der Medien in keiner Weise fördern. Die Frage sei darum erlaubt: Wie steht es um die Wissenschaft, die Licht ins Dunkel bringen soll?

Der Sammelband – eine im Wesentlichen gelungene Integration von Theorie und Praxis, an der Wissenschaftler, Studierende und Medienschaffende gleichermassen Gefallen finden können – vermag dies recht gut zu illustrieren. Mit seinem breit gefassten Verständnis von Medienjournalismus deckt er eine grosse Themenpalette (etwa Politik, Kultur, Wirtschaft, Krieg, Terror, Unterhaltung) in verschiedenen Medien (Presse, Fernsehen, Radio und Online-Medien) ab und macht selbst vor Bereichen nicht halt, um welche die Wissenschaft bisher einen grossen Bogen gemacht hat. Verdienstvoll ist zum Beispiel, dass sich die Reflexion nicht nur auf die "ernsten" gesellschaftlichen Themen beschränkt, sondern auch den Unterhaltungsaspekt medienjournalistischer Inhalte berücksichtigt. Auch die ansonsten übliche Fokussierung auf Presse und Fernsehen wird mit Beiträgen zum Radio und zu Online-Medien ausgeglichen. Insgesamt vermag der Band damit einige (Forschungs-)Lücken zu beheben.

Offene Fragen bleiben aber: Über die Rolle des Publikums weiss man noch immer wenig. Welche Erwartungen richtet es an den Medienjournalismus? Interessieren sich die Rezipienten überhaupt für medienjournalistische Inhalte? Darüber erfährt man im Sammelband nichts. Auch fehlt dem Buch weit gehend eine internationale Perspektive. Die Publikation krankt mancherorts an einer zu starken Fokussierung auf die deutsche Medienlandschaft, was nicht-deutschen Lesern den Zugang zur Thematik erschweren kann. Wer zudem nicht selbst in der medienjournalistischen Szene verankert ist, bekundet da und dort auch Mühe, sich in der Tiefe der Materie zurechtzufinden. So bauen einige der Beiträge auf viel Insiderwissen auf, manche Aufsätze sind zudem sehr ausschweifend und mit Details überfrachtet. Die Schwierigkeit, komplexe Medienthemen zu vermitteln, beschränkt sich also nicht nur auf den Medienjournalismus selbst, sondern erstreckt sich auch auf die Wissenschaft. Wenn Günter Kress, Gründer des Medien-Fachdienstes kressreport, im Nachwort bemerkt, die Herausgeber hätten sich bemüht, "dem Begriff Medienjournalismus sezierend auf den Grund zu gehen, ihn womöglich ad absurdum zu führen", liegt er wohl nicht ganz falsch.

 

Ausweg aus der Selbstbeobachtungsfalle?

Bleibt abschliessend noch zu fragen: Ist der Medienjournalismus überhaupt zu retten? Die Bilanz fällt durchzogen aus. Ob nun die Chancen oder die Probleme überwiegen, darüber sind sich die Autoren uneinig. Klar ist nur, dass ein "gesunder" Medienjournalismus günstigere Rahmenbedingungen benötigt, als ihm derzeit zur Verfügung stehen.

Das wünschen sich auch die Herausgeber. Einen hohen Anspruch stellten sie darum in ihren einleitenden Worten an den Sammelband: Ihr Ziel war, zukunftsweisende Strategien zu entwickeln und so den Medienjournalismus aus der Selbstbeobachtungsfalle zu führen. Dieser Anspruch kann freilich nicht eingelöst werden. Eine gewisse Ratlosigkeit darüber, wie der Ausweg aus dem Labyrinth aussehen könnte, ist nämlich bei fast allen Autoren zu spüren. Handfeste Rezepte halten sie – mit einigen Ausnahmen – in den wenigsten Fällen bereit. Immerhin aber vermag die Reflexion über mediale Selbstthematisierungen den Blick für verschiedene Problemzonen zu schärfen. Das kann zu einigen nützlichen Einsichten führen – Strickleitern gewissermassen, die dem ver(w)irrten Medienjournalist aus der Fallgrube helfen.

 

Michel Wenzler ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Bern.

 

Literatur:

Beuthner, Michael / Weichert, Stephan Alexander (Hrsg.) (2005): Die Selbstbeobachtungsfalle: Grenzen und Grenzgänge des Medienjournalismus. Wiesbaden.

Luhmann, Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien. Wiesbaden.


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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