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25.09.2006
00:00 Von: Filk, Christian

Moderne Kriegs- und Informationstechnologie
Eine unfriedliche Symbiose

Seit dem Ende des Kalten Krieges deuten sich neue Konfliktlinien ab, die sich nicht mehr bipolar bestimmen lassen. Konflikte brechen vermehrt zwischen Widerstandsgruppen und Staaten oder Staatenbündnissen auf und Kriege werden vermehrt asymmetrisch geführt. Der internationale Terrorismus schliesslich hat zu einer (Re-)Privatisierung der Gewalt geführt. Was sich weltpolitisch abzeichnet, spiegelt sich auch in der Kriegs- und Krisenberichterstattung wider. Vor allem die zunehmende Visualisierung der Kultur führt uns vor Augen, wie die Bilderwelten unser Weltbild prägen.


Von Christian Filk

Eine sich mehr und mehr global vernetzende Informationsgesellschaft folgt im Nachrichtenbusiness massgeblich den Imperativen und Maximen der Aktualisierung und Visualisierung. Wie anfällig jedoch die in Jahrzehnten subtil aufeinander eingespielten professionellen und ethischen Standards der Berichterstattung - zumal in Zeiten des Krieges und des Terrors - sind, verdeutlicht ein aktuelles Beispiel aus dem Bildjournalismus. 'Gefakte' Fotos des libanesischen Bildreporters Adnan Hajj zu dem seit dem 12./13. Juli 2006 tobenden Krieg zwischen der israelischen Armee und der radikal-schiitischen Hisbollah-Miliz im Zedernstaat lösten international Entrüstung in der Medienbranche und in der Öffentlichkeit aus. Wie die Tages- und Fachpresse übereinstimmend meldete, hatten einige Nachrichten-Weblogs Reuters vorgeworfen, dass ein Foto Hajjs verfälscht sei. Die namhafte britische Nachrichtenagentur Reuters sah sich veranlasst, sämtliche Fotos ihres mehrjährigen freien Mitarbeiters Hajj aus ihrer Datenbank zu tilgen, da dieser zwei Bilder vom Krieg im Nahen Osten manipuliert hatte.

 

Weltbild und Bilderwelt

Jene Bildfälschung steht symptomatisch für die Problematik der Konstruktion, Inszenierung und Manipulation von Weltbild und Bilderwelt in Konflikt- und Krisensituationen. Gerade in durch kriegerische oder durch terroristische Bedrohungen gekennzeichneten Phasen versuchen die verschiedenen Interessenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Medien gezielt Einfluss auf die Konfliktdefinition, Kriegsberichterstattung, Bilder- und Mediensprache zu nehmen. Mithin versuchen sie, die korrespondierenden Interpretationshorizonte mittels moderner Konzepte und Strategien der politisch-öffentlichen Kommunikation, der Public Relations und des Kommunikationsmanagements in ihrem jeweiligen Sinne zu gestalten.

Es geht hier um einen grundlegenden Perspektivenwechsel von einer bipolaren zu einer polypolaren Weltordnung und um die Zusammenhänge von Krisenkommunikation, Kriegsberichterstattung und Mediensprache vor dem Diskurshorizont einer sich konstituierenden und ausdifferenzierenden Informationsgesellschaft. In dieser Betrachtung sind insbesondere drei Ebenen zu unterscheiden (vgl. Löffelholz 1993a: 13):

- wie Konflikte und Krisen psychologisch und mental erzeugt werden;
- wie Konflikte und Krisen im Interaktionsprozess medial konstruiert werden und
- wie sich Institutionen als soziale Netzwerke in Konflikten und Krisen organisieren.

Die vier Fallbeispiele - Zweiter Golfkrieg, Kosovokrieg, 11. September sowie Dritter Golfkrieg - zeigen zentrale Aspekte des sich wandelnden Beziehungsgefüges von Krisenkommunikation, Kriegsberichterstattung und Mediensprache hinsichtlich ihrer Voraussetzungen, Ausprägungen und Folgen.

 

Gewandelte Bedrohungsszenarien

"Krieg und Gewalt sind", schreibt der Soziologe Hans Joas (2000: 177), "Teil der Moderne und nicht nur ihrer Vorgeschichte." In historischen Dimensionen betrachtet, lässt sich heute nur ansatzweise erahnen, mit welchem grundlegenden Perspektivenwechsel wir in den letzten zehn, fünfzehn Jahren konfrontiert waren und immer noch sind. Wir sind in Situationen der Krisen- und Risikokommunikation (vgl. Löffelholz 1993, 2004; Ruhrmann und Kohring 1996; Scherler 1996; Hribal 1999), sei es in militärischen, sei es in zivilen Sektoren, fundamentalen Tendenzen der Entgrenzung und Ungleichzeitigkeit ausgesetzt. Als zentrale Prämisse ist unzweifelhaft vorauszusetzen, dass das Ende des jahrzehntelang gleichsam ideologisierten wie propagandierten Ost/West-Dualismus in diesem thematischen Kontext als entscheidende historisch-politische Zäsur, mithin als zentraler Ausgangspunkt für die Betrachtung zu dienen hat.

Nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs in den Jahren 1989/1990, der den Anfang vom Ende des Warschauer Paktes einläuten sollte (vgl. Garton Ash 1993: 553-602; 785-794; von Beyme 1994: 46-99), schien der internationalen Staatengemeinschaft ein neues historisches Zeitalter des Friedens und des Ausgleichs bevorzustehen. Mehr als fünfzehn Jahre danach stellt sich uns Zeitgenossen das Diskursgefüge der internationalen Beziehungen weithin als Gemengelage dar. Obgleich seit rund eineinhalb Dekaden das Schlagwort einer "multi-" oder "polypolaren Weltordnung" kursiert, so wurde damit keine grössere Klarheit gewonnen. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Das derzeitige, vornehmlich im angloamerikanischen Sprachraum verwandte Politvokabular von "Schurkenstaaten" (rogue states), "Achse des Bösen", "internationaler Terrorismus", "asymmetrischer Krieg", "Präventivkrieg", etc. (vgl. Schwabe 2006: 466-496), erklärt letztlich wenig, zeugt aber von weiterhin heterogenen (Un-)Ordnungsschemata, die sich bislang nicht in einer übergeordneten Deutungsstruktur auflösen lassen.

Die vorgängigen Transformationen im globalen Massstab werden erst vor dem Horizont der Etablierung elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Techniken) seit den frühen 1980er Jahren plausibel. Moderne Medien gewannen als Moment und Faktor gesellschaftlicher Veränderungsprozesse zunehmend an Relevanz und Resonanz (vgl. Luhmann 1997). Sowohl das "Schlachtenmanagement" von High-Tech-Kriegen in Echtzeit als auch die Durchführung eines ausgeklügelten "terroristischen Coups" - projektiert, inszeniert und realisiert für weltweite Öffentlichkeiten - funktionieren einzig und allein aufgrund der organisatorisch-technischen Infrastruktur der öffentlichen Massenmedien und des tagesaktuellen Nachrichtengeschäfts (vgl. Behmer et al. 2005).

 

High-Tech-Krieg und Pool-Journalismus

Schon seit einigen Jahren sind wir mit modifizierten Systembedingungen globaler Krisenkommunikation und Kriegsberichterstattung konfrontiert. Der Zweite Golfkrieg (1991) manifestierte einmal mehr die Bedeutung der politisch-militärischen Doktrin und die exponierte, mitunter kriegsmitentscheidende Funktion der modernen Medienkommunikation. Als Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annexion Kuwaits durch den irakischen Despoten Saddam Hussein verhängte der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in New York ein totales Wirtschafts- und Handelsembargo gegen den Irak. Es formierte sich unter Führung der USA eine internationale, heteronome Anti-Saddam-Streitmacht, die aus 28 Staaten bestand - eine Allianz, die zu Zeiten des Ost/West-Gegensatzes undenkbar gewesen wäre. Der UN-Sicherheitsrat ermächtigte die Alliiertenkoalition nach dem 15. Januar 1991, den Irak aus dem besetzten Kuwait zu vertreiben, notfalls mit Waffengewalt. In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 1991 begann der Angriff der Alliierten auf die irakischen Invasoren. Nach verlustreicher Niederlage musste der Irak die Resolution 660 des Weltsicherheitsrates von 1990 akzeptieren, die den irakischen Rückzug aus dem Öl-Emirat Kuwait forderte.

Im Zweiten Golfkrieg erlebte ein Millionenpublikum Sequenzen telegener "Events" -vermeintlich "chirurgisch saubere" Militärschläge der Alliierten - am Bildschirm gebannt mit. Die allzu oft überforderten TV-Kommentatoren und verunsicherten Fernsehzuschauer prägten eine Reihe treffender Begriffe wie "schlechtes Videospiel", "elektronisches Schlachtfeld" oder "planetare Telecity", um ihren begründeten Zweifel an der Authentizität des televisuellen Bilderstroms und des "Pool-Journalismus" der US-Amerikaner zum Ausdruck zu bringen. Nahezu jedweder demokratisch legitimierten Kontrollinstanz entzogen, liess sich die Berichterstattung über den Verlauf des Kriegsgeschehens nach spezifischen Strategien und Kalkülen von Politik, Wirtschaft, Militär und Medien steuern. Was das Zusammenspiel von Kriegs- und Informationstechnologie betrifft, definierte der Zweite Golfkrieg im Jahre 1991 neue Standards, an denen sich die nachfolgende Kriegsführung orientieren sollte.

Der sechswöchige Zweite Golfkrieg avancierte nicht nur zum ersten Fallbeispiel für veränderte politisch-militärische Szenarien nach dem Ende des Ost/West-Gegensatzes, sondern zugleich zum telegenen Anschauungsunterricht für gewandelte Bedingungen medialer Konstruktion und Inszenierung von Konflikten, Krisen und Kriegen (vgl. Habermas 1993: 11; 14, passim). Der US-amerikanische Nachrichtensender Cable News Network (CNN) steht exemplarisch für die Macht der Medialisierung von Kriegsschauplätzen am Golf. Die exklusive Kriegsberichterstattung von CNN wurde zum Inbegriff der Janusköpfigkeit medialer Kriegsberichterstattung zwischen Präsentation und Manipulation.

CNN sendete über 900 Stunden Live-Bilder in über 90 Staaten der Erde (vgl. Hammann 1994: 17). Die Berichte des US-amerikanischen Kabelsenders aus dem Irak waren die einzige Nachrichtenressource für westliche Medien. Der Kriegsreporter Peter Arnett, der als einziger westlicher Journalist, mit einem Satellitentelefon bewaffnet und von einem Fernsehteam in Szene gesetzt, aus seinem Hotelzimmer in Bagdad berichtete, stieg zu einem weiteren grossen Protagonisten neben US-Präsident George Bush senior und Iraks Diktator Saddam Hussein auf. "Diplomaten und Politiker waren grösstenteils auf CNN angewiesen, wenn sie sich über den neuesten Stand der Vorgänge am Golf informieren wollten. Dem Sender kam dabei auch die Rolle eines Vermittlers zwischen den Kriegsparteien zu. Sowohl die irakische Führung unter Saddam Hussein als auch der damalige amerikanische Präsident George Bush nutzten den Sender als Sprachrohr für Mitteilungen." (Hammann 1994: 17)

Mit der Live-Berichterstattung des Nachrichtensenders CNN kündigte sich, wie der Urbanist und Dromologe Paul Virilio (1993: 14) schreibt, eine neue Form von Diplomatie an: "Aus dem diplomatischen Handeln als der Kunst, Worte abzuwägen, mit denen nichts gesagt wird, ist die Kunst geworden, Bilder zu finden, mit denen nichts, oder beinahe nichts gezeigt wird [...]." Das ist die Strategie des "live coverage" (Virilio 1993: 14), der strategischen Besetzung des Bildschirms durch Nichtinformation. Die Medien wurden somit zu Erfüllungsgehilfen der politischen Doktrin. Im Modus der "Teleaktion" ist aufgrund des Aussagegehalts der inszenierten Information nicht auf den Wahrheitsgehalt des Geschehens an Ort und Stelle zu schliessen. Die Akteure an den Schalthebeln der medienpolitischen Inszenierung vermochten politische Inhalte zu transportieren, denen die Zuschauer und Zuhörer Glauben schenken sollten.

Unvergesslich sind dem Fernsehzuschauer die ersten unwirklich erscheinenden Bilder des Zweiten Golfkriegs eingebrannt: "[D]er Pool-Journalismus der amerikanischen Militärzensur präsentierte einen keimfreien Technokrieg ohne Tote" (Glotz 1994: 117). Der Fernsehzuschauer bekam nicht wie gewohnt Feuerwalzen und Flächenbombardements zu sehen, sondern "chirurgische" Einschnitte und "intelligente" Waffensysteme, komponiert zu einem Schlachtenmanagement in Echtzeit. Auf den Bildschirmen in den Cockpits sahen die Piloten der Kampfjets - und die Fernsehzuschauer zuhause - eine geografische Karte eingespielt, die den Weg des geringsten Widerstands durch irakische Radar- und Flugabwehrstellungen vorgab. Die anvisierten Ziele explodierten in den Bordkameras der Jagdflugzeuge. Die Message war klar: Die Alliierten mit der High-Tech-Macht USA an der Spitze waren ihrem Feind, dem Schwellenland Irak, in allen Belangen der Kriegsführung überlegen.

Der Zweite Golfkrieg wurde zum Experimentierfeld für das kriegerische Geschäft der Zukunft. Mit dem Ende des Zweiten Golfkriegs waren aber nicht nur neue Standards der militärischen, sondern auch der psychologischen Kriegsführung etabliert, an denen kommende Kriege gemessen werden sollten. Der Zweite Golfkrieg des Jahres 1991 sollte zum Vorreiter des High-Tech-Kriegs im 21. Jahrhundert werden.

 

Europäische Mediendemokratien im Kriegszustand

Selbst das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der postkommunistischen Wende als befriedet geltende Europa musste die unbotmässige Gegenwart des Krieges zur Kenntnis nehmen. "Die täglich verbreiteten Fernsehbilder, die eine gewisse Nähe zum Elend suggerieren", schrieb die unverdächtige Neue Zürcher Zeitung am 21. April 1999 (zitiert nach Duve 1999: 157), "lassen indessen wenig Hoffnung, dass die Berichte über Verbrechen an albanischen Zivilisten vielleicht doch nicht der Wahrheit entsprechen." Der alte Kontinent war just mit der Architektur einer "Europäischen Friedensordnung" befasst, als die "Wiederkehr des Ethnischen ihre hässliche Seite" (Schoch, Ratsch und Mutz 1999:1) zeigte. Der serbisch-albanische Konflikt katapultierte die Vergangenheit in die Gegenwart.

Der Kosovokrieg (1999) sollte viele hehre Vorstellungen zunichte machen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs schauten die Europäer wieder in die widerwärtige Fratze des Pogroms. Im Kosovo machten die serbische Soldateska und serbische Paramilitärs Jagd auf Albaner, um "ethnische Säuberungen" vorzunehmen. Gestützt auf das Argument des Notstands - Gefahr im Vollzug! - wurde militärischer Druck seitens der Europäischen Union (EU) und des westlichen Verteidigungsbündnisses (NATO) auf den serbischen Diktator Slobodan Miloševic ausgeübt. Einwände, die Völkerrechtler gegen die juristische Legitimation eines Angriffs auf Serbien vorbrachten, verhallten ungehört.

Freilich muss eingeräumt werden: Die Vermittlungspolitik in Europa hatte kläglichst versagt, das hohe Lied auf eine gemeinsame europäische Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik gerann zu Makulatur. Die Wunschvorstellung von linearen Prozessen zur Befriedung der 'Welt' war schlichtweg gescheitert. Mehr noch: Selbst in den demokratischen Gesellschaften Westeuropas konnten die aufklärerischen Potenziale moderner Medienkommunikation strukturell ausgeschaltet werden. Als der brodelnde Konflikt zwischen Serben und Albanern in offene Gewalt umzuschlagen drohte - Warnungen und das Menetekel Bosnien wurden ignoriert (vgl. Hatschikjan 1995: 107f.) -, traten internationale Vermittler auf unterschiedlichen Ebenen auf den Plan, um eine Einigung auf dem Verhandlungswege zu erzielen. Die unrühmliche Rolle der Europäischen Union (EU) respektive des Nordatlantikpakts (NATO) hängt in erster Linie damit zusammen, dass sich westliche Staaten aufgrund geschichtlich bedingter Affinitäten und Konstellationen über Jahre als Titular-, Klientel- oder Patronatsmacht der einen oder anderen Konfliktpartei engagierten (vgl. Hatschikjan 1995: 105), was im Endeffekt eine koordinierte europäische Strategie hintertrieb, gar unmöglich machte. Die Folge: Die US-Amerikaner übernahmen - einmal mehr - das Heft des Handelns.

Mit dem Fallen der ersten NATO-Bomben auf Serbien und das Kosovo am 24. März 1999 wurde die "Logistik der Wahrnehmung" (Virilio 1991) auf den Ernstfall 'Krieg' umgestellt. Man war an jedem der akribisch nummerierten 70 Kriegstagen den Spielregeln der Mediendemokratie im Kriegszustand ausgesetzt. Ein freier journalistischer Zugang zum Kriegsort war unmöglich, eine unabhängige Berichterstattung aus dem Krisengebiet fand nicht statt und nachprüfbare Informationen waren mehr als dürftig. Somit war man Stellungnahmen, Presse-Briefings und -konferenzen der Kriegsgegner ausgeliefert. Aufgrund des Mangels an Bildern adaptierten Kommunikatoren die Angebote der NATO oder des serbischen Staatsfernsehens, die anscheinend nahezu unverändert in westlichen TV-Programmen ausgestrahlt wurden. Somit kolportierte die Kriegsberichterstattung visuelle Inszenierungen der jeweiligen politisch-militärischen Doktrin. Und diese waren in unterschiedlicher Weise gekennzeichnet von Zensur, Propaganda und Manipulation. Das Arsenal der modernen Krisen- und Kriegskommunikation umfasste vielfältige Instrumente, die dem TV-Publikum schon während des Zweiten Golfkriegs begegneten: angefangen von der Besetzung von Begriffen und semantischen Strategien über historische Analogiebildungen und symbolische Politik bis hin zu kalkulierter Desinformation und Geheimhaltung.

Der Kosovokrieg markiert nicht nur eine Zäsur in der Historie der Kriegsinszenierung, sondern auch der Kriegsberichterstattung. Vor allem das World Wide Web (WWW) bot neue Möglichkeiten. Der nach Beginn der NATO-Bombardements von der serbischen Regierung verbotene unabhängige Belgrader Senders Radio B92 verbreitete sein Programm in serbokroatischer sowie in englischer Sprache übers Internet und eine Unterstützergruppe von Radio B92 mit Sitz in Amsterdam präsentierte ihrerseits Online-Informationen über den Krieg.

Den Agenda-Setting-Effekten der Krisenkommunikation folgend, wurde der Topos "Kosovokrieg" im Laufe der Zeit zur Konkursmasse des tagesaktuellen Nachrichtenbusiness degradiert; stattdessen evozierten die Gräuel indonesischer Milizen an Ost-Timoresen oder der Einmarsch russischer Truppen in die abtrünnige Kaukasusrepublik Tschetschenien bebilderte Schlagzeilen. Der damalige Medienbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Freimut Duve (1999: 167), forderte mit Blick auf eine mögliche Nachkriegsordnung: "Zentral aber für den zivilen Frieden wird die Besinnung auf die Wahrheit und die Erkundung der Wirklichkeit sein. Nach diesem Krieg müssen alle aus der Medienfalle heraus. Und die Demokratien müssen erkunden, wie sie selbst künftig dazu beitragen können, um im nächsten Konflikt dieser Falle zu entgehen." Damit waren Anforderungen formuliert, die auch heute noch lange nicht erfüllt werden.

 

Visualisierung von Krieg und Terror

"For observing the new visuality of culture is not the same as understanding it", sagt Nicolas Mirzoeff (1999: 3) über die visuelle Kultur. Aus dem Umstand, dass wir in einer Informationsgesellschaft und einer Medienkultur leben, die sich in erster Linie vom Sehsinn leiten lassen (vgl. Dikovitskaya 2005), resultiert ein spezifisches Arrangement medialer Präsentationskodes. Darunter fällt insbesondere das Postulat einer "Aktualisierung und Visualisierung als Faktoren von Zivilisierung und Modernisierung" (Ludes 1993: 61), womit eine eigene Medien- und Bildsprache einhergehen.

In der Entwicklung des Gewaltphänomens Terror nimmt sich der 11. September (2001) als ein bislang singuläres Geschehen aus. Über Jahrzehnte herrschte die eher 'beruhigende' Vorstellung vor: "Terroristen wollen, dass möglichst viele Menschen zusehen und zuhören, nicht dass möglichst viele Menschen sterben." (Jenkins 1975: 15; zitiert nach Hoffman 2001: 279) - Der 11. September strafte diese trügerische Haltung Lügen und sprengte den internationalen Terrorismus in ungeahnte Dimensionen. Die Attentäter, die vermutlich der internationalen islamistischen Terrorbewegung al-Qaida ("Die Basis") von Osama bin Laden angehören, weisen mit ihren koordinierten Anschlägen über die bis dato als möglich erachteten Massstäbe der Planung, Durchführung und Wirkung terroristischer Gewalt hinaus. Die in der Vergangenheit gültigen Wegmarken zur Erklärung, Beurteilung und Bekämpfung (re-)privatisierter, terroristischer Gewalt haben ihre Bedeutung verloren.

Im Unterschied zu antikolonialistischen terroristischen Aktionen nach 1945 waren die Operationen jenes neuen Terrorismus im Wesentlichen durch vier Spezifika charakterisiert (vgl. Hoffmann 2001: 93-98):

- starke internationale Ausrichtung;
- hohe Symbolträchtigkeit der Ziele;
- radikale Ausweitung von Gewalt und Zerstörung auf unbeteiligte Dritte sowie
- grosses mediales Aufmerksamkeitspotenzial.

Längst wissen Terroristen, dass sie durch die Auswahl ziviler Objekte und unschuldiger Personen als Anschlagsziele eine psychisch und traumatisch viel verheerendere Wirkung hervorrufen, als wenn sie sich allein auf die Exponenten ihrer erklärten Feinde (vor allem Repräsentanten, Funktionäre, Politiker, Militärs etc.) konzentrierten. Aufmerksamkeit ist die Währung der Mediengesellschaft, wie schon Georg Franck (2003) zur Ökonomie der Aufmerksamkeit bemerkte. Und aufgrund der Allgegenwart der Medien und ihrem Postulat zur Aktualität ist den Terroristen und ihrer Aktionen eine grösstmögliche Aufmerksamkeit gewiss. Dabei überbieten sich die Medien gegenseitig im Wettbewerb um die aktuellste und spektakulärste Schlagzeile und Meldung.

"Seit dem 11. September 2001 kann es keine Science-Fiction-Filme mehr geben, wie sie Hollywood so oft für uns inszeniert hat - die Realität hat die Fiktion überholt." (Tophoven 2001: 8) - Tatsächlich mögen bei einem Gros der Zuschauer die apokalyptischen Bilder der ins World Trade Center einschlagenden Maschinen, der aus den oberen Stockwerken springenden Menschen oder der kerzengerade in sich zusammenfallenden Twin Tower diesen Gedanken evoziert haben. Die 'Ästhetik der Bilder' liess die Zuschauer wie gebannt auf den TV- oder Computer-Screen starren. Solche Bilder hatte unsere dominant visuelle Kultur bis dahin nicht hervorgebracht.

Die kaltblütige Berechnung der Terroristen orientierte sich an den Gesetzmässigkeiten einer sich politisch, wirtschaftlich und medial vernetzten Welt. Die geistigen Urheber des 11. September kalkulierten perfide genau, dass die psychologische Wirkung der "Globalisierung des 'Heiligen Terrors'" (Pohly und Durán 2001: 40) durch seine jäh hereinbrechende Plötzlichkeit, durch seine eruptive Entäusserung (vgl. Sofsky 2002: 93f.) und durch seine vernichtende Urgewalt nicht nur die Kathedralen und die Glaubenssätze der Finanz- und Politikmetropolen der USA erschüttern würde, sondern weit darüber hinaus. Die Rädelsführer hatten sehr realistisch die politischen, ökonomischen und psychologischen Effekte der terroristischen Zerstörung bedacht. Die Prestige- und Statussymbole der westlichen kapitalistischen Welt - mit ihrer eigentlichen 'Hauptstadt' New York an der Spitze - sollten dem Erdboden gleich gemacht werden. Die Botschaft schien klar: Die Anschläge mit zivilen Verkehrsflugzeugen als bemannte Bomben sollten einer Umkehrung, einer Verneinung der Normen, Prinzipien und Potenziale des Kapitalismus gleichkommen.

Das Referenzsystem zur Beschreibung und Bewertung (re-)privatisierter, terroristischer Gewalt verschob sich in eine unbekannte Grössenordnung. Fortan ist nichts mehr auszuschliessen, auch nicht der Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch die Hand politisch und/oder religiös motivierter Terroristen. Bis auf weiteres erweist sich lediglich die epochale Zäsur des 11. September als unbezweifelbar: "Bin Laden hat die Geschichte des Terrorismus neu geschrieben und möglicherweise sogar der Geschichte des nach dem Kalten Krieg erkennbaren neuen Zeitalters ein Ende gesetzt." (Hoffman 2001: 279)

 

Mediale Anordnung des Krieges - Militärische Verwertung der Medien

Der 11. September beschwor den "Kampf", den "Krieg" gegen den internationalen Terrorismus herauf. - "Wir sind im Krieg!" lautete die Devise von US-Präsident Georg W. Bush junior. Afghanistan sollte nicht das einzige Ziel des Feldzugs wider den internationalen Terrorismus bleiben. Die Liquidierung des irakischen Diktators Saddam Hussein stand fortan neben der des islamistischen Terrorfürsten Osama bin Laden ganz oben auf der Agenda der US-amerikanischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Für etliche Insider und Kommentatoren war damit ein Dritter Golfkrieg längst ausgemachte Sache (vgl. Woodward 2002: 49, passim).

Bereits Monate, bevor es mit dem 20. März 2003 zum finalen Showdown am Persischen Golf kam, rüsteten Politiker und Militärs psychologisch und medial auf. Die angehenden Kriegsherren ordneten auch ihr Instrumentarium der öffentlichen Krisenkommunikation. In der Geschichte der Kriegsberichterstattung gab es bis dahin keinen solch massiven Aufmarsch von Medienvertretern in einem Krisen- oder Kriegsgebiet. Nach Presseberichten sollen bis zu 7000 Reporter und bis zu 500 "eingebettete Journalisten" (embedded korrespondents) über das aktuelle Geschehen am Golf berichtet haben. Nie zuvor wurde der Wettbewerb der einzelnen Medien um die Informationsware 'Krieg' so hart ausgetragen. Als Innovation wurden jene "eingebetteten Journalisten" angepriesen. In Anbetracht der heftigen Kritik am gefakten "chirurgisch-sauberen Krieg" am Golf 1991 und im Kosovo 1999 (vgl. Richter 1999; Chalupa 2006) sollten nunmehr Kriegsberichterstatter zusammen mit kämpfenden Einheiten in die Schlacht ziehen dürfen. Speziell dafür wurden mehrere hundert Reporter und Korrespondenten, wie vermeldet wurde, in "realistischen Szenarien" trainiert.

Mittlerweile sind die mediale Anordnung des Krieges und die militärische Verwertung der Medien dermassen ineinander verschränkt, dass die Übergänge als fliessend zu betrachten sind. In den ersten Tagen der Invasion durch die alliierten Streitkräfte vollzog sich eine regelrechte Formatierung des Verlaufsprogramms nach der visuellen Eigenlogik der Kriegshandlungen. Die führenden US-Networks agierten als publizistische Adepten der Bush'schen Kriegsdoktrin. Das irakische Staatsfernsehen zelebrierte - wie in totalitären Systemen an der Tagesordnung - einen selbstherrlichen Personenkult um ihren Tyrannen Saddam Hussein. Am aktuellen Ereignishorizont der nationalen beziehungsweise internationalen Medienfront ausgerichtet, dienten Rundfunk (Radio und TV) und Internet als Lautsprecher und Waffe der psychologischen Kriegsführung. Vor allem die audiovisuellen Medien lieferten Politikern, Militärs und anderen Interessenvertretern eine gestaltbare und interpretationsfähige Rhetorik, Symbolik und Topik. In historischen Analogien produzierten sich die Alliierten als "Befreier", die Iraker als "Opfer". Eine 'visuelle Logik' offenbarte sich in allen Stadien des Dritten Golfkriegs.

In gespannter Erwartung auf einen - wie auch immer gearteten - Scoop wurde jedwede nichts sagende 'Information' zum berichtenswerten Event hochstilisiert und TV-ästhetisch inszeniert. Der journalistische Auftrag aufklärender und kritischer Kriegsberichterstattung wurde durch Salven von Eilmeldungen und Live-Schaltungen, Korrespondenten- und Experteninterviews, Sondersendungen, Hintergrundberichten und Talkshows desavouiert, mitunter ad absurdum geführt. Symptomatisch für eine scheinbare Informiertheit der Sender steht das strategisch besetzte, mit einlaufenden Meldungen überfrachtete Fernsehbild. Dem Publikum bot sich der Krieg im Modus von Screensplitting, Multitasking und virtueller Studioanimation. Permanente Logos wie "Krieg im Irak" und "Krieg am Golf" kündeten von der Monothematik der Stunde. Eingebunden wurden die Sonderprogramme in eine Übertragung, die suggerierte, als könne man zwischen 'Wahrheit' und 'Propaganda' des Krieges differenzieren, ja sogar nuancieren.

Ab dem dritten Tag ging ein Grossteil der Sender in ihrer Berichterstattung deutlicher auf Distanz zum kriegerischen Bildersturm aus Filmaufnahmen, Videos, Agenturmeldungen, Korrespondentenberichten und militärischer Public Relations. Nun wiesen Moderatoren, Kommentatoren und Kritiker verstärkt auf die vage, zensierte und unbestätigte Nachrichtenlage hin. Mehr als in der Vergangenheit bemühten sich Redakteure und Moderatoren um eine angemessene journalistische Sprache. Konjunktivische Formulierungen, Hypothesen und Zitationen gewannen an Bedeutung. Doch auch das grösste Engagement für eine distanzierte, ausbalancierte journalistische Sprache gegenüber dem Kriegsgeschehen bricht sich an der suggestiven Kraft der Bilder. Das ist die fatale Text/Bild-Schere der Kriegskommunikation. Die Dominanz unserer visuellen Kultur kommandiert Bebilderungszwänge für die elektronischen Medien.

Im Unterschied zum Pool-Journalismus des Zweiten Golfkriegs, den die US-Administration relativ einfach steuert konnte, war die Medienberichterstattung über den rund vierwöchigen Irakkrieg 2003 in einer zentralen Hinsicht ausgewogener. Bedingt durch ihren soziopolitischen, -kulturellen und -ökonomischen Standpunkt akzentuierten arabische TV-Sender wie zum Beispiel Al Jazeera oder Abu Dhabi TV die Kriegsberichterstattung anders. Während westliche Medien, vornehmlich der USA und Grossbritanniens, insbesondere aus Sicht der alliierten Kriegsführung den militärischen Vormarsch beschrieben und bebilderten, zeigten arabische Medien verstärkt die Folgen und Konsequenzen des Krieges für die irakische Zivilbevölkerung. Obgleich das Fernsehen phasenweise einen beachtlichen Zuspruch erfuhr, darf man indes nicht die grosse Bedeutung des Internets als kaum zu zensierendes Medium (vgl. Krempl 2004) im Dritten Golfkrieg unterschlagen.

Die Mediendiskurse, insbesondere die Bildsprache und Live-Effekte, erzählen Kriegsgeschichten auf besondere Art und Weise. Vor allem audiovisuelle Medien liefern Politikern, Militärs und anderen Playern eine gestaltbare und interpretationsfähige Rhetorik, Symbolik und Metaphorik. In der Wahrnehmung von Medienproduzenten und -konsumenten droht die Tiefenschärfe von Konstruktion und Präsentation, Inszenierung und Propaganda verloren zu gehen. Für Medienzensoren besteht jedoch immer die Gefahr, eingedenk der Erfahrungen in den USA mit dem Vietnamkrieg oder der Somalia-Mission, dass das fragile Gebilde aus öffentlicher Meinung und Stimmung in einem nicht gewollten und nicht vorhergesehenen Sinne kippen kann. Eben diese Erfahrung mussten die Vereinigten Staaten und ihre "Koalition der Willigen" einmal mehr sowohl während der Kriegszeit als auch in der Nachkriegszeit am Golf (und anderswo) machen.

 

Entwicklungsperspektiven

Nach den Lehren der letzten ein, zwei Dekaden - ob es für den Westen, die USA und Europa, aber auch für andere Länder lessons learned sind, wird sich erst noch erweisen müssen - fällt die Hoffnung auf eine befriedete Zukunft sehr bescheiden aus.

Der traditionell mit Waffengewalt ausgetragene Konflikt zwischen Staaten beziehungsweise Staatenbündnissen scheint nicht mehr - wie über viele Jahrzehnte - der Regelfall zu sein. Doch sollte man sich angesichts neuer, gewandelter Bedrohungsszenarien nicht dazu hinreissen lassen, das Ende der 'klassischen' Krisen-, Konflikt- oder Kriegsmodelle auszurufen. Ein Blick auf die Landkarte belehrt uns eines Besseren. Das Aufkommen eines internationalen Terrorismus, eines von überstaatlichen Gruppierungen ausgeübten Terrors sowie einer personalen, reprivatisierten Gewalt macht das Gros des gegenwärtigen Bedrohungspotenzials aus. Dieser internationale Terrorismus unterscheidet sich wesentlich von den in Europa virulenten links- und rechtsterroristischen Umtrieben seit den frühen 1970er Jahren.

Über die Gestalt einer "neuen Weltordnung" lässt sich derzeit nur spekulieren, von einer Weiterentwicklung konsensueller (sicherheits-)politischer und (völker-)rechtlicher Maximen und Imperative (vgl. Galtung 1994: 165-214) - etwa auf der Implementierungsebene der Vereinten Nationen (UN) - ganz zu schweigen. Versteten sich die jüngsten Trends, und alles sieht danach aus, so scheinen supranationale Staatenbünde, Vermittlungsinstanzen und Sicherheitsinstitutionen - wie beispielsweise die Europäische Union (EU), der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) oder der Nordatlantikpakt (NATO) - eher geschwächt als gestärkt aus diesen Transformationsprozessen hervorzugehen. Da der normative Ost/West-Gegensatz weggebrochen ist, geraten langfristige transnationale Interessenbindungen gegenüber den wieder erstarkten regionalen und nationalen Partikularinteressen ins Hintertreffen. Die strategische, ökonomische und militärische 'Realpolitik' scheint sich von Fall zu Fall wechselnde Koalitionen auf Zeit zu suchen. Längerfristige strategische Allianzen sind damit selbstverständlich nicht ausgeschlossen. Will man es vornehm ausdrücken, so könnte man von einem 'Pragmatismus der Optionen' sprechen.

Heute können wir zwar noch nicht recht ermessen, wie sich Krisen- und Kriegskommunikation beziehungsweise 'Krisen-' und 'Kriegsmanagement' in Zeiten vollends vernetzter und verschalteter Medienwelten ausnehmen werden. Wie auch immer jene Krisen- und Kriegskommunikation zu beschreiben sein wird - diese Zukunft, die die unsere ist, hat schon längst begonnen.

 

Dr. des. Christian Filk ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator des Bereiches "Dialog und Weiterbildung" am Institut für Kommunikation und Kultur (IKK) der Universität Luzern. Der Beitrag stützt sich auf seine jüngst veröffentlichte Studie: "Im Bann der Live-Bilder - Krisenkommunikation, Kriegsberichterstattung und Mediensprache im Informationszeitalter: Studien nach dem Ende der Ost/West-Konfrontation" (Siegen, 2006).


Literatur

Behmer, Markus et al. (Hrsg.) (2005): Journalismus und Wandel: Analysedimensionen, Konzepte, Fallstudien. Wiesbaden.

Baudrillard, Jean (1978): Agonie des Realen. Berlin.

Beyme, Klaus von (1994): Systemwechsel in Osteuropa. Frankfurt am Main.

Chalupa, Gustav (2006): Krieg und Medien auf dem Balkan: Sind Journalisten Freiwild? Aachen.

Dikovitskaya, Margaret (2005): Visual Culture: The Study of the Visual after the Cultural Turn. Cambridge, Mass.

Duve, Freimut (1999): Es ist Krieg und jeder sieht hin. In: Schmid, Thomas (Hrsg.): Krieg im Kosovo. Reinbek bei Hamburg, S. 157-167.

Filk, Christian (2006): Im Bann der Live-Bilder - Krisenkommunikation, Kriegsberichterstattung und Mediensprache im Informationszeitalter: Studien nach dem Ende der Ost/West-Konfrontation. Siegen.

Franck, Georg (2003): Ökonomie der Aufmerksamkeit: Ein Entwurf. 7. Aufl., München und Wien.

Galtung, Johan (1994): Menschenrechte - anders gesehen. Frankfurt am Main.

Garton Ash, Timothy (1993): Im Namen Europas: Deutschland und der geteilte Kontinent. München und Wien.

Glotz, Peter (1994): Die falsche Normalisierung: Die unmerkliche Verwandlung der Deutschen 1989 bis 1994: Essays, Frankfurt am Main.

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Links

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Reuter AlertNet (Rücknahme der Bilder Adnan Hajjs):
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The 9/11 Commission Report:
http://www.9-11commission.gov/report/911Report.pdf

The White House (Iraq):
http://www.whitehouse.gov/infocus/iraq/


Dateien:
p26_FilkChristian.pdf99 Ki
 
 

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