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Strukturen und Barrieren kurdischer Öffentlichkeiten im Netz

Inhalt

Technische und rechtliche Grundlagen
Türkei: sprachliche, technische und finanzielle Zugangsbarrieren

Nutzung der kurdischen Webseiten durch Exilkurden  und Journalisten

Participating in the Struggle - Ziele und mögliche Wirkungen kurdischer Websites

Mitarbeit

David Buchmann (db.)
Katrin Cerny (kc.)
Michael Aeberhard (ma.)
Tanja Clément (tc.)
This Born (mb.

Allgemeine technische und rechtliche Grundlagen

db. Das Internet ist ein Netzwerk von Computernetzwerken, daher auch der Begriff „Netz der Netze“. Computer, die permanent miteinander verbunden sind und die Daten zur Verfügung stellen, werden als Server bezeichnet. Jeder Internet-Server erhält einen eindeutigen Namen. Das sind Namen wie www.unifr.ch oder www.altavista.com, sogenannte Domain-Namen. Für jede Endung, also .ch oder .de oder .com organisiert mindestens eine Firma die Vergabe von Namen. Dabei gibt es wenige rechtliche Richtlinien. Deshalb kommt es auch immer wieder zu Prozessen um Domains.

Das Internet ist bloss die Verbindung und als solche noch nicht nutzbar. Auf dieser Verbindung aufbauend gibt es viele Dienste. Die vier wichtigsten sind das World Wide Web, Email, Usenet und Chat.

Das world wide web

Das Web wurde in den letzten Jahren zum wichtigsten Element des Internets und wird häufig mit diesem verwechselt. Es hat Ähnlichkeiten mit den Printmedien. Die Rezeption erfolgt in erster Linie durch das Lesen von Texten und Betrachten von Bildern. Bewegte Bilder und Ton sind möglich, werden aber seltener verwendet. Im Gegensatz zu Fernsehen und Radio kann man selber entscheiden, was man wie lange betrachten will. Aber auch mit Radio und Fernsehen hat das Web Gemeinsamkeiten: es kann elektronisch innert Sekunden Informationen rund um die Welt liefern. Der technische Aufwand für Autoren ist gering, vergleichbar mit dem Schreiben von Artikeln oder Aufsätzen. Ganz im Gegensatz zu anderen Medien steht die Flexibilität: man kann Informationen korrigieren oder ergänzen so oft man will.

Email

Über Email kann man Meldungen an ganz bestimmte Personen senden. Es funktioniert wie das Versenden einer Postkarte, nur viel schneller.

 

Chat (Synchron)

Mit diesem System kann man ganz direkt mit anderen Personen kommunizieren. Sämtliche Kommunikatoren sitzen gleichzeitig vor dem Computer, die Situation ist also die der Konferenz oder des Stammtisches. Bloss wird geschrieben statt gesprochen. Jeder Kommunikator sieht sofort, was die anderen schreiben.

Usenet, Newsgroups (Asynchron)

Im Usenet kann man mit anderen Leuten diskutieren. Es ist aufgeteilt nach Themen. Man kann auswählen, in welchem Forum man Beiträge lesen oder eigene publizieren will. Prinzipiell kann jeder jeden Beitrag lesen. Weil es für jedes Thema ein eigenes Forum gibt, schreibt man aber unter Insidern.

 

 

Provider

Weil die Server des Internet dauernd verbunden sind, müssen sie einen Anschluss an ein schnelles Datennetz haben und dauernd überwacht werden, falls es eine Panne gibt. Deshalb gibt es spezielle Firmen, die solche Server betreiben und vermieten. Sie bieten die Möglichkeit, sich über eine Telefonleitung von Zuhause aus einzuwählen und so einen Zugang zum Internet herzustellen. Diese Firmen werden als Provider bezeichnet. Auf den Servern der Provider sind die Web-Dokumente gespeichert. Dort laufen auch Programme, die z.B. Emails entgegennehmen oder Usenet-Daten bereitstellen. Es gibt Firmen, die gratis eine Email-Adresse oder Speicherplatz für eine Homepage anbieten. Sie finanzieren sich über Werbung. Wir haben einige private Webseiten zum Kurdenkonflikt bei solchen Firmen gefunden, doch die grösseren Homepages haben eine eigene Domain.

Rechtliche Aspekte

Die Provider können in irgend einem Land der Welt ihre Computer aufgestellt haben, sind aber weltweit erreichbar. Das zieht rechtliche Konsequenzen nach sich. Obwohl die Daten weltweit empfangen werden können, gelten im Prinzip die Gesetze des Landes, in dem der Provider ist. Und da es kein internationales Gericht für das Internet gibt, muss bei Streitigkeiten im entsprechenden Land prozessiert werden.

Da es ausserdem nicht möglich ist, alles zu kontrollieren, was auf dem Web abgerufen werden kann, gibt es einen gewissen rechtsfreien Raum. Es gibt Gerichtsentscheide, die verlangen, eine im Ausland gespeicherte Seite zu schliessen. Wenn Provider diesem Begehren nicht nachkommen, bewirken diese rechtlichen Erlasse zur Zeit nichts. Allerdings unternehmen einige Staaten und Organisationen, allen voran die USA und die EU, grosse Anstrengungen, um generelle Kontrollen einzuführen[1].

Das Thema ist kontrovers, einerseits ist die weitgehend unbeschränkte Meinungsfreiheit wünschenswert, andererseits kann so weder die Verbreitung von rechtsradikalem oder anderem gewalttätigen Gedankengut noch die von gestohlener Software verhindert werden.

Keine der von uns besuchten Sites dürfte von solchen Zensurmassnahmen bedroht sein – vorausgesetzt, es werden objektive und nicht politisch motivierte Massstäbe angesetzt. Die von uns untersuchten kurdischen Sites werden ausserhalb der Türkei erstellt und sind meist bei englischen oder schwedischen Providern gespeichert. Dabei dürften nebst der Angst vor Zensur oder Repression in der Türkei auch technische Aspekte und Preisunterschiede eine Rolle spielen.

Über wirksame Möglichkeiten verfügt der Staat, wenn er auf seinem Territorium gegen Internet-Aktivisten vorgeht. Der fragliche Inhalt kann nicht nur gelöscht werden, es können auch Bussen verhängt, Computer beschlagnahmt und Betreiber verhaftet werden.

Grosse internationale Provider stellen oft Richtlinien auf, welche Inhalte sie nicht tolerieren und löschen Seiten, wenn eine Klage auftaucht. Sie müssen so gegenüber dem Gesetz keine Haftung für die Inhalte der Kunden übernehmen und schützen sich gegen Forderungen der Kunden.

Die Türkei bereitet ein Gesetz vor, um die Überwachung des Internet einzuführen. So sollen die Provider in der Türkei gezwungen werden, den Überwachungsbehörden alle gewünschten Informationen – auch private Emails – zur Verfügung zu stellen. Weiter soll ein System eingerichtet werden, das bestimmte Seiten aus dem Ausland blockiert.

Falls das alles gemacht wird, dürfte die politische Verwendung des Internet in der Türkei schwierig werden. Für den Informationskampf in Europa und den USA hingegen ändert sich wenig. Bloss die Kommunikation mit Menschen in Kurdistan könnte erschwert werden.

Das Internet wird auch in Europa und den USA belauscht. Aber immerhin gibt es (noch) keine rechtlichen Grundlagen, um Informationen direkt von den Providern zu fordern. Emails werden, möglicherweise systematisch, an den Netzwerkknoten überwacht. Vor kurzem wurde im Europ-Parlament über ein System Namens Echelon debattiert, das sämtliche Telefongespräche und Emails analysieren soll. Was genau überwacht wird und wer Informationen erhält, ist noch unklar. Jedenfalls steht selbst in den Informatik-Richtlinien[2] der Universität, man solle in einem Email nur schreiben, was man auch auf eine Postkarte schreiben würde.

Dass das Internet nicht allgemein kontrolliert wird, ist eine sehr wichtige Eigenschaft. Man muss sich aber dessen immer bewusst sein. Jeder kann eine Seite machen oder ein Email verschicken. Nur weil eine Seite professionell aussieht, heisst das noch nicht, dass sie die reine Wahrheit enthält. Schon bei Büchern ist es schwierig, zu erfahren, ob sie verlässlich sind. Im Internet ist es fast unmöglich. Es gibt zwar kommentierte Verzeichnisse und spezielle Suchmaschinen, doch der Inhalt einer Seite kann jeden Tag geändert werden und so sind auch Beurteilungen mit Vorsicht zu geniessen – zudem kann man auch bei Verzeichnissen nicht wissen, wie seriös sie sind.

Die Anonymität ist übrigens nicht überall gleich. Von einem Domainnamen kann man ohne Probleme Namen und Adresse des Besitzers herausfinden[3]. Bei Gratis-Email-Adressen und -Seiten ist dies aber selbst für die Behörden schwierig.

Die Kosten

Wegen des geringen technischen Aufwandes sind Kosten und Zugangshürden relativ klein. Es braucht keine teuren Kameras und keine Mischpulte oder Sendeanlagen, auch keine Kosten für Papier und Druckmaterial.

Die eigene Domain zu registrieren kostet etwa 100.- SFr., die Kosten für einen Provider beginnen unter Fr. 100.- jährlich, abhängig von Speicherbedarf und zusätzlichen Dienstleistungen. Dazu kommen die Kosten für Computer und Telefonrechnung.

Die Seiten zur Kurdenkrise sind mehrheitlich ehrenamtlich hergestellt worden.


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Türkei: sprachliche, technische und finanzielle Zugangsbarrieren

tc./mb. Ist das Internet ein verbreitetes und gebräuchliches Mittel für die Kurden? Sind die technischen Voraussetzungen für den Gebrauch des Internets gegeben?

Wir stützen uns bei den folgenden Untersuchungen auf die Daten des World Factbook der Central Intelligence Agency (CIA)[4] und auf die Erhebungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)[5]. Untersucht haben wir die Indikatoren für die Türkei. Spezifische Daten für die kurdischen Gebiete sind nicht vorhanden. Da die Mehrzahl der türkischen Kurden in ländlichen Gebieten lebt, können die Zahlen nicht 1:1 auf die Kurden übertragen werden. Zum Vergleich geben wir jeweils zusätzlich die Daten für die Schweiz an.

Sprache

Voraussetzung für die Benutzung des Internets ist, dass man lesen und schreiben kann. In der Türkei beträgt die Alphabetenrate laut dem World Factbook 82.3%. Auffallend ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: 91.7% der Männer und 72.4% der Frauen konnten im Jahr 1999 lesen und schreiben. Die Alphabetenrate der Schweiz betrug zur selben Zeit 99%. Die Türkei hat mit 17.7% im Vergleich mit der Schweiz eine hohe Analphabetenrate. Diese liegt aber im Mittel der Länder Kleinasiens.

Der Grossteil der Webseiten sind in englischer Sprache verfasst. Für eine effiziente Nutzung des Internets sind Kenntnisse der englischen Sprache unerlässlich.

Telefonanschlüsse

Private Verbindungen zum Internet werden heute mehrheitlich über das Telefonnetz aufgebaut. Eine breite Nutzung des Internets ist bloss bei einer genügend grossen Anzahl von Telefonlinien möglich. Die OECD hat die Zunahme der Festanschlüsse zwischen 1995 und 1999 untersucht. In der Türkei teilten sich 1995 hundert Einwohner 23 Telefonanschlüsse; 1999 waren es 26. In der Schweiz teilten sich hundert Einwohner 62 bzw. 72 Anschlüsse (s. Figure 4.1[6]).

 

 

Kosten für ein Telefongespräch

In der Türkei bezahlte man 1996 für die gleiche Gesprächszeit ähnlich viel wie in der Schweiz. Auffallend ist, dass die Grundgebühren in der Türkei sehr tief waren. Dies ist dadurch zu erklären, dass in der Türkei die Fixgebühren mit der Inflation nicht mitgehalten hatten (s. Figure 6.3[7]). Das durchschnittliche Einkommen in der Türkei ist indes viel tiefer als in der Schweiz. Im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen sind die Telefongebühren für die Leute in der Türkei bedeutend höher. Nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes setzte in der Schweiz ein massiver Zerfall der Telefonkosten ein. In der Schweiz ist das Telefonieren heute günstiger als 1996. In der Türkei hat eine solche Liberalisierung bislang nicht stattgefunden.

 



Internet-Services

Entscheidend für das Interesse am Internet sind die Angebote: Gibt es viele und gute Services auf dem Netz, verschaffen sich mehr Personen einen Zugang. Dieses Interesse führt wiederum zu neuen Angeboten. Verglichen mit den anderen OECD-Ländern gibt es in der Türkei bislang sehr wenige Internet Sites (s. Figure 2[8]).                                                    


Internet Hosts und Zugangskosten

Ein weiterer Indikator für den Stellenwert des Internets in einem Land ist die Anzahl der ständig mit dem Internet verbundenen Server. Die Türkei hat verglichen mit den anderen OECD Ländern am wenigsten Internet Hosts (s. Chart 2[9]).

Von grosser Bedeutung sind auch die Kosten für die Benutzung des Internets. In der OECD-Studie wurden die Kosten für die Internetbenutzung während 20 Stunden pro Monat untersucht. Sie sind in der Türkei ähnlich hoch wie in der Schweiz. Rechnet man aber das durchschnittliche Einkommen ein, wird klar, dass die Nutzung des Internet in der Türkei massiv teurer ist. In der Türkei sind die Monatsgebühren relativ tief, dafür verlangen die Provider für zeitabhängige Nutzung höhere Preise. In der folgenden Grafik[10] sind die Benutzungskosten und die Dichte der Internet-Server eingetragen.

 

 

Fazit

Die idealen Voraussetzungen für die Benutzung des Internet in der Türkei und insbesondere in kurdischen Gebieten sind nicht gegeben. Was die Bildung, die Infrastruktur und die Kosten betrifft, vermag die Türkei noch nicht mit der Mehrzahl der OECD Länder mitzuhalten.

Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass das Internet im Allgemeinen und die kurdischen Webangebote im Besonderen vorwiegend von Exil-Kurden als Informations- und Austauschmittel genutzt wird.

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Nutzung der kurdischen Webseiten durch Exilkurden und Journalisten

ma./sb. Wer nutzt das Angebot kurdischer Sites? Welche Inhalte sind gefragt? Wie nutzen Journalisten das Webangebot?

Zur Beantwortung dieser Fragen beziehen wir uns auf die Auswertung von Fragebogen, die wir an die Webmaster von kurdischen Webseiten im Frühjahr 2000 verschickten, sowie auf Interviews, die wir mit Herrn Studer von der Berner Zeitung, Herrn Woker von der Neuen Zürcher Zeitung und mit Frau Nucan Derya vom „Kurdish Commitee“ geführt habe.

Das Webangebot wird vor allem von Kurden benutzt, die im Ausland leben und die Informationen suchen über ihre Heimat, über ihre Kultur, ihre Musik. Zudem wird das Internet als Medium genutzt, um Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

Das Web ist für viele im Ausland lebenden Kurden eine beliebte Möglichkeiten, um etwas über ihre Heimat und die Ereignisse dort zu erfahren. Darauf lassen jedenfalls Reaktionen in verschiedenen Guestbooks schliessen. Die Rolle des Internets darf aber auch nicht überbewertet werden. Kurdische Organisationen und ihre Mitglieder pflegten schon seit langem Kontakte untereinander. Das Internet ergänzt und unterstützt diese. (vgl. Scherrer, Helmut und Behmer, Markus"... und wurden zerstreut in alle Winde". Das Internet als Medium der Exilkommunikation. In: Jaren 282-299)

Nucan Derya ist überzeugt, dass das Internet wichtiger werden wird, da es selbst mit kleinem Aufwand eine riesige Plattform bietet, um sich und seine Anliegen darzustellen. Damit diese Öffentlichkeitsarbeit aber wirklich Erfolg hat, muss die Weltöffentlichkeit auf das Thema aufmerksam werden. Hier liegt das Hauptproblem. Laut Herrn Woker und Herrn Studer ist Kurdistan in den Nachrichtenredaktionen kein Hauptthema mehr -- ausser bei Ereignissen wie dem Öcalan-Prozess.

Für Woker und Studer spielt das Internet zur Informationsbeschaffung noch eine untergeordnete Rolle. Dies hat für sie vor allem zwei Gründe: die Informationsflut und die Glaubwürdigkeit der Nachrichten. Heute gibt es ein riesiges Überangebot an Informationen und Sites. Der Arbeitsaufwand ist zu gross, wenn Journalisten unter Zeitdruck nach relevanten und aktuellen Informationen suchen. Die Glaubwürdigkeit und Objektivität einer Information nachzuprüfen, ist zudem zeitaufwändig und teilweise unmöglich.

Zur Ergänzung und Verifizierung vorhandener Informationen kommt das Internet aber gleichwohl zum Zuge. Studer z.B. besucht ab und zu die Site der kurdischen Zeitung „Hurriyet“[11], um einen Überblick über deren Themen zu erhalten. Für Woker stellt die Site der BBC[12] eine verlässliche Informationsquelle zu aktuellen kurdischen Problemen dar.

Eine weitere Informationsquelle stellen die Emails von kurdischen Organisationen und Parteien dar. Allerdings stellen sich auch hier die Frage der Glaubwürdigkeit und der Überprüfbarkeit der Informationen. Woker kann mehr anfangen mit einer Email der PKK als mit einer Zusendung eines unbekannten Absenders. Die Informationen der PKK seien sicher nicht neutral. Doch da ihr politischer Standpunkt klar sei, könne die Information besser eingeordnet werden.

Studer nimmt an, dass Korrespondenten vor Ort das Internet häufiger nutzen. Da sie die Situation genauer kennen, können sie die Informationen auch leichter überprüfen. Sowohl Studer als auch Woker vertrauen in erster Linie auf die Informationen von Korrespondenten und Nachrichtenagenturen. Beide nutzen zudem - soweit möglich - Fachpublikationen.

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„Partipating in the Struggle“ – Ziele und mögliche Wirkungen kurdischer Websites

kc. Wir haben bei den Webmastern der Sites in unserem Linkverzeichnis eine Umfrage zu ihrer Motivation, ihren Zielen und den Hintergründen der Sites gemacht. Antworten erhielten wir von den Webmastern folgender Sites:

www.ozgurpolitika.org , www.ozgurbakis.com , www.kurdishobserver.com Þ Alle vom gleichen Webmaster
www.serxwebun.com
www.kurdistan.nu
www.malper.gooya.com

Wer steckt hinter den Sites?

Wir wollten wissen, wer die Macher dieser Sites sind. Bei allen Webmastern handelt es sich um junge Exilkurden, die in Europa leben. Niemand von ihnen wird für die geleistete Arbeit bezahlt. Bei einigen Angeboten stecken auch Organisationen dahinter, die u.a. für die Kosten des Webhostings aufkommen. Es handelt sich dabei um Parteien (PUK), Zeitungen (Özgür Politika) und Vereine (Komkar). Die meisten Sites befinden sich nicht auf Servern in der Türkei sondern in den Wohnländern der Webmaster.

Die Motivation

Die Webmaster wollen mit ihrer Arbeit einen Beitrag an den kurdischen Kampf leisten: „This is my way of participating in the struggle. I started the project because someone had to do it. Why not me?” Informationen und Kommentare können zur Konfliktlösung beitragen: „Wir wollen die friedliche und demokratische Lösung der Kurdenfrage. Dafür tun wir, was wir können: z.B. im Internet unsere Lösungsvorschläge zu verbreiten.“ Allen Webmastern liegt es hauptsächlich aber am Herzen, unzensierte Informationen aus kurdischer Sicht zu veröffentlichen. Die Leute sollen über aktuelle Vorkommnisse auf dem Laufenden gehalten werden. „Internet is a tool for the Kurds to counter the lies that fascist regimes (Turkey, Iraq, Syria, Iran) in Middle East have been spreading about the Kurds.”

Informationssuche und Wahrheitsgehalt

Wo beziehen Webmaster ihre Informationen und wie überprüfen sie deren Glaubwürdigkeit und Wahrheitsgehalt?

Viele der Webmaster benutzen Zeitungen kurdischer Parteien und Organisationen als Informationsquelle. Freunde sind weitere Lieferanten für vertrauenswürdige Informationen. Den Informanten wird zuweilen sehr grosses Vertrauen entgegengebracht.

„I work along with the leader of PSK and he's appreciated by many people and therefore we do not distribute anything that is false as we see.”

„The people around me are not liars. I have lost 3 of my uncles and all of our village is destroyed to the ground. I know what is wrong and what is right.”

Im Allgemeinen leisten die Webmaster wenig journalistische Arbeit, sie bekommen die Informationen pfannenfertig geliefert und veröffentlichen sie auf ihren Websites. Informationen werden nicht überprüft und mit anderen Quellen verglichen.

Funktionen der Sites

Eine mögliche Funktion der Sites ist die Stärkung des Zusammenhalts unter den Kurden (vor allem im Exil), eine Stärkung des Wir-Gefühls. Das Internet kann aber auch als Instrument für die Ausbildung verwendet werden. „Kurds can use this instrument for education, awareness and as a tool to advance solidarity and unity among the Kurdish people. It can also be very useful for the Kurdish language.“

Befragt zum Einfluss ihrer Arbeit in Kurdistan, geben sich die Webmaster bescheiden. Das Problem aller Sites ist, dass die Menschen in kurdischen Gebieten sie aus technischen, finanziellen und politischen Gründen kaum abrufen können. Sie sind also vor allem ein Instrument der Exilkurden und für all jene, die die kurdische Sache ausserhalb Kurdistans unterstützen:

„Internet has not much effect on the people of Kurdistan, since there are few of them who have been able to obtain it. But I believe that there are many people today in Turkey who are receiving Kurdish point of view where they would not be able to obtain it otherwise. Most of the Kurdish web sites have information that would have lead its publishers to a prison if they lived in any of the countries occupying Kurdistan. So it is a form of resistance to the oppressors (…).“

Quellen: Umfrage bei den Webmastern und im Usenet

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[1]   ct 8/2000, Heise Verlag. S.31 oder www.icra.org 'About ICRA' (26.05.00).

[2]   www.unifr.ch/help/createurs/directives.htm , dann unter 'à l' université' Netiquette Guidlines (26.05.00).

[3]   www.nic.com/cgi-bin/whois.cgi (26.05.00).

[4]   CIA: World Factbook. Washington D.C. 1999. www.cia.gov/cia/publications/factbook/ (26.05.00).

[5]   OECD: Telecommunications Database. www.oecd.org/dsti/sti/it/stats/cont-e.htm (26.05.00).

[6]   OECD: Communications Outlook 1997. Paris 1997. S. 50.

[7] OECD: Communications Outlook 1997. Paris 1997. S. 105.

[8] OECD: Internet Infrastructure Indicators. www.oecd.org/dsti/sti/it/cm/prod/tisp98-7e.pdf (26.05.00). S. 55.

[9] OECD: Telecommunications Database. www.oecd.org/dsti/sti/it/stats/cont-e.htm (26.05.00).

[10] OECD: Information Technology Outlook 2000. Sample Graphics. www.oecd.org/dsti/sti/it/prod/sample-graphs-english.pdf (26.05.00). S.3.

[11] www.hurriyet.com (26.05.00).

[12] www.bbc.com (26.05.00).


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