[Zurück] [Hauptseite]


Materialien zu Filmen von und über Kurden


Kurdische Filme aus der Türkei und aus dem Iran


Yol. Der Weg
Spielfilm von Yilmaz Güney (Türkei 1982)
Vgl. Güneys Biografie und Filmografie sowie den Beitrag von Martin Schaub zu "Yol" als Schlüsselfilm und Vermächtnis von Güney.

Ein Lied für Beko
Spielfilm von Nizammetin Aric (Türkei 1993)

Desten me we bibin bask em e bifirin herin. Wenn unsere Hände zu Flügeln werden - fliegen wir ....
Dokumentation, Navenda Canda Mezopotamiya (Mesopotamisches Kulturzentrum in Istanbul 1996), Originalversion: kurdisch und türkisch mit deutschen oder englischen Untertiteln, 27 Minuten
Haci und Gule, ein altes kurdisches Ehepaar aus einem Dorf bei Nusaybin, leben mit ihrem taubstummen Sohn Haci in einem feuchten Kellerloch in Istanbul. Die Erinnerungen der Eltern werden ergänzt durch Aussagen von Mahmut Sakar vom IHD, dem Menschenrechtsverein von Diyarbakir, sowie von anderen Flüchtlingen.

Günese yolculuk. Reise zur Sonne
Spielfilm der türkischen Autorin Yesim Ustaoglu (Regie und Buch); Kamera: Jacek Petrycki; Darsteller: Mewroz Baz (Mehmet), Nazmi Qirix (Berzan) und Laiendarsteller; 104 Min.; Türkei 1998, Behrooz Hashemian; Verleih Trigon Baden; Auszeichnungen: Blauer Engel und Friedensfilmpreis Berlin 1999, Preise in Istanbul und Ankara
Zwei junge Männer begegnen sich zufällig in Istanbul. Beide hoffen auf eine bessere Zukunft und versuchen, in der Grossstadt ein Auskommen zu finden. Berzan stammt aus einem kurdischen Dorf im äussersten Osten und schiebt als fliegender Händler jeden Morgen seinen Karren mit Musikkassetten in die Stadt. Mehmed ist erst kürzlich aus der Westtürkei angekommen. Doch dann kommt Berzan bei einer Demonstration um. Mehmed, der sich bisher nicht darum gekümmert hat, dass sein Freund Kurde ist, macht sich mit der Leiche auf eine Reise quer durch die Türkei in die Heimat von Berzan. Elegisches Testament einer Freundschaft, welche stärker ist als die politischen Wirren und der Tod.

Ax. Die Erde
Regie: Kazim Öz, Produktion: Navenda Canda Mezopotamiya (Mesopotamisches Kulturzentrum in Istanbul 1999), Videoversion: kurdisch / türkisch mit englischen Untertiteln, 27 Min.
Der Kurzfilm Ax zeigt einen alten kurdischen Mann, der letzte Überlebende eines türkischen Dorfes. Dieser alte Mann geht durch sein entvölkertes Dorf, erinnert sich an seine Familie, seine Freunde, an die Vertreibung durch das türkische Militär. Was ihm einmal wichtig war, ist verschwunden, gestorben, weggegangen oder zerstört. - Mit dem Film werden die massiven Zerstörungen kurdischer Dörfer durch die türkische Armee an einem einzelnen Schicksal exemplarisch und eindrücklich dargestellt. Wegen seiner politischen Brisanz wurde die öffentliche Vorführung des Films in der Türkei verboten. Preis für den besten Kurzfilm in Milano 1999. Spezialpreis für die Vermittlung humanitärer Inhalte in Hamburg 1999.

Boran
Dokumentarszenen mit fiktiven Elementen. Von Hüseyin Karabey, Türkei 1999
Der Film erzählt die Geschichten von drei Verschwundenen (Hasan Ocak, Düzgün Tekin und Ferhat Tepe) und ihren Müttern. Die Mütter spielen in diesem Film sich selber. Die eine wartet zwei Wochen am Fenster vergeblich auf ihren Sohn. Die andere ist überzeugt, dass ihr Sohn bei seinem gewaltsamen Tod sich in eine Taube verwandelte, die sie seither auf den Plätzen von Istanbul füttert. Die dritte Mutter eines der Verschwundenen sucht ihren toten Sohn in einer Kehrrichthalde. - Der Film erhielt am Festival von Antalya im Oktober 1999 die goldene Orange, den Spezialpreis des türkischen Kulturministeriums.

Le vent nous emportera
Spielfilm von Abbas Kiarostami, Iran 1999. Besetzung: Behzad Dourani und Einwohner von Siah Dareh. Verleih: Filmcooperative Zürich.
Zusammen mit zwei Kollegen ist Behsad von Teheran in ein kurdisches Bergdorf gefahren. Dort soll er Material für eine Reportage über eine selten gewordene traditionelle Trauerfeier sammeln. Doch die uralte Frau, zu deren Ehre die Trauerzeremonie gegeben werden soll, will und will nicht sterben. Der Film ist eine Ode ans Leben, die Natur und das Sterben - und eine liebenswerte Satire über die ganz normale Bizarrheit der heutigen Welt. Er sei auf der Suche nach einem Schatz, erzählt der Reporter, doch mindestens einmal am Tag klingelt sein Handy und er fährt mit dem Jeep auf den nächsten Hügel, um telefonieren zu können.

Zamani barayé masti asbha. A Time for Drunken Horses
Regie, Buch: Bahman Ghobadi; Kamera: Saed Nikzat; Schnitt: Samad Tavazoee; Musik: Hossein Alizadeh; Besetzung: Ayoub Ahmadi, Rojin Younessi, Amaneh Ekhtiar-dini, Madi Ekhtiar-dini, Kolsolum Ekhtiar-dini, Rahman Salehi, Osman Karimi u. a.; Produktion: Iran/F 2000, Bahman Ghobadi/MK 2, 80 Min.; Verleih: LOOK NOW!, Zürich.
Der im Stil des Neorealismus erzählte iranische Film ermöglicht einen authentischen Blick in das Alltagsleben kurdischer Kinder an der iranisch-irakischen Grenze. Die Erzählkraft und die überwältigende Schönheit der Bilder verbinden sich mit der hervorragenden Schauspielführung der Kinder. Die Kamera bleibt nahe an den Figuren, als wäre sie ein Teil von ihnen. Ein aussergewöhnliches Werk über den bitteren Kampf des kurdischen Volkes. - Ab etwa 16.

Die Wandtafel 
Spielfilm von Samira Machmalbaf (Iran 2001)


Filme von Kurden und Kurdinnen, entstanden in der Schweiz


Esen Isik

Geboren 1969 in Istambul, 1990 Einreise in die Schweiz, 1992 - 97 HGKZ (Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich), Studienbereich Film/Video

Filmographie
Askin, 1993 (kurzer Dokumentarfilm)
In den Keller, 1994 (kurzer Dokumentarfilm)
Weggehen, 1995 (Kurzspielfilm)
Linie 83, 1996 (Kurzspielfilm)
Ölmeye Yatmak - Sich zum Sterben hinlegen, 1997 (Kurzspielfilm)
Babami Hirsizlar Caldi - Vaterdiebe - The Stolen Father, 1999 (Kurzspielfilm)
Reise ohne Rückkehr, 2001 (Kurzspielfilm)

Babami Hirsizlar Caldi. Vaterdiebe
Regie, Buch: Esen Isik; Kamera: Pierre Mennel; Schnitt: Thomas Isler; Musik: Cihat Askin; Besetzung: Ali Can Altun (Meirç), Füsun Demirel (Mutter), Nurettin Sen (Vater), Dogac Yildiz (Serkan) u.a.; Produktion: Schweiz 1999, Dschoint Ventschr, 24 Min.; Verleih ZOOM Zürich
Der Vater des kleinen Meriç wird am helllichten Tag von der politischen Polizei verschleppt. Meriç kann nicht verstehen, dass ein Vater einfach verschwinden kann. Er flüchtet sich in seine Phantasiebilder. Der Film erzählt mit den Augen eines Kindes glaubwürdig von den traumatischen Erfahrungen, die Angehörige von Opfern politischer Gewalt erleiden.

Reise ohne Rückkehr
Regie, Buch: Esen Isik; Kamera: Jutta Tränkle; Schnitt: Kathrin Plüss; Musik: Cihat Askin; Besetzung: Sevine Yildiz, Stefan A. Kollmuss, Füsun Demirel u.a.; Produktion Schweiz 2000, Dschoint Ventschr, 40 Min.
Die junge Untergrundkämpferin Emine ist aus der Türkei in die Schweiz geflüchtet und wartet im Durchgangsheim auf ihren Asylbescheid. Hin- und hergerissen zwischen Erinnerungen an die Vergangenheit und dem Wunsch, ein neues Leben zu beginnen, entdeckt sie bisher unterdrückte Gefühle und Sehnsüchte. Sie verliebt sich in Peter, einen jungen Betreuer. Als Emine einen illegalen Flüchtling im Heim betreut, wird ihre Gastfreundschaft auf eine harte Probe gestellt. 


Ayten Mutlu

Geboren 1969 in Pülümür/TR.; 1993-97 Studium Journalismus und Kommunikationswissenschaften in Fribourg sowie Ethnologie und Religionswissenschaften in Fribourg und an der Freien Universität Berlin; 1994-96  Journalistische Tätigkeit in der Schweiz und in der Türkei; 1997 Kamera- und Drehbuchkurse in Berlin; seit 1999 ESAV (Ecole Supérieure d'Art Visual Genève).


Filmography
Xerema Waye - Willkommen Schwester, 1997 (Dokumentarfilm)
Kurdischer Zauberstab, 1998 (Dokumentarfilm)
Das Leben ist wie ein Stein auf dem Ei. 2000 (Dokumentarfilm, zusammen mit Hanspeter Giuliani)

Das Leben ist wie ein Stein auf dem Ei
Regie, Buch: Ayten Mutlu, Hanspeter Giuliani; Kamera: Adana Ndiayg, Arthur Manz; Schnitt: Daniel Gibel; Produktion: point de vue Basel (video@pointdevue.ch)
Die Senegalesin Alima lässt sich zur Heirat mit einem älteren Schweizer überreden, weil er ihr eine Ausbildung verspricht. Konflikte in der Ehe führen zur Trennung. Nach dem Tod ihres Mannes droht ihr die Ausweisung. 


Mano Khalil

Kurdischer Filmemacher, lebt seit 1996 in der Schweiz. Adresse: Mano Khalil, Heimstrasse 49, 3018 Bern

Solo Dance
Nach der Festnahme von Abdullah Öcalan dokumentiert Mano Khalil die Demonstrationen und Protestaktionen der Kurden in Bern, Basel, Genf, Berlin und Rom . Die 29minütige Dokumentation enthält das letzte Interview mit Abdullah Öcalan vor seiner Festnahme.

 


Schweizer Filme zum Thema

Reise der Hoffnung
Spielfilm von Xavier Koller (Schweiz, Deutschland , Italien 1989), 110 Min., Kinoverleih: Columbus Zürich
Der einzige mit einem Oscar prämierte Schweizer Spielfilm erzählt mit den emotionalen Mitteln des Erzählkinos, wie ein kurdischer Bauer auf eine beschwerliche Reise ins Schweizer Exil aufbricht und dabei sein Kind und alle Hoffnung verliert. 

Geständnisse in Mamak
Videodokumentation von Erich Schmid, Helena Vagnière und René A. Zumbühl (Schweiz 1989), 47 Min.; Videoverleih ZOOM
Die Autoren reisen in die Türkei, um mit ihrer politischen Intervention die Massenprozesse gegen politische Häftlinge und deren Aussagen über Folter und andere Misshandlungen zu dokumentieren. 

Chronik einer angekündigten Ausweisung
Dokumentarfilm von Marianne Pletscher (Schweiz 1991)
Hungerstreik, Untertauchen und Ausweisung von kurdischen Asylbewerbern in der Schweiz während des Winters 1990/91.

Sertschawan. Willkommen bei meinen Augen
Dokumentarfilm von Hans Stürm und Beatrice Leuthold (Schweiz 1992), 90 Min., Verleih Filmcooperative Zürich
„Sertschawan – Willkommen bei meinen Augen“ (1992) ist wegen seiner dokumentarischen Geduld wohl einer der schönsten Filme über eine Annäherung an die kurdische Kultur. Ihre Autoren, Hans Stürm und Beatrice Leuthold, wenden sich ab von der den Tod und das Leiden fixierenden Fernsehberichterstattung und suchen das Leben in den kurdischen Dörfern. Mit ihrer umständlichen Filmapparatur stehlen sie der Gemeinschaft mit ihrem verletzbaren Gleichgewicht aus Natur und Kultur keine Bilder, sondern geben den Personen soviel Zeit, dass sie sich vor der Kamera in Szene setzen können, um den Schauenden dann ihre Bilder, ihre Erinnerungen und ihre Märchen zu schenken.

JIYANA ME - Unser Leben
Dorothea Keist und Christina Karrer (Schweiz 1993), 73 Min., Verleih ZOOM Zürich
Die Autorinnen porträtieren vier kurdische Frauen: eine von ihren Höfen vertriebene Bäuerin, eine in der Politik engagierte Ärztin, eine politische PKK-Aktivistin im Basler Exil, eine Partisanin während ihrer militärischen Ausbildung. In ihren unterschiedlichen Kontexten erzählen sie über ihr Leben und reflektieren ihren Kampf für die eigene Freiheit und die ihres Volkes. 

 


Deutsche Filme zum Thema

Die Kurden. Ein Volk, das es nicht gibt
TV-Dokumentation von Ulrich Tilgner und Thomas Giefer (D 1983)

Die Metzger
Fernsehfilm vonMechthild Heckmann und Rosemarie Motzko (D 1997)
Gerade erst hat die traditionsreiche Metzgerei Schmölling ihre schwerste Krise seit ihrem Bestehen überstanden. Ferdi, seine Frau Bärbel und seine Tochter Desiree wohnen nun in einer gepflegten Villa unter deutschen Mitbürgern. Als Ferdi in seiner Villa Yilmaz, Semira und Jevjin Kaya über den Weg läuft, ist er entsetzt: Kurden in seinem Haus, einquartiert von einer Mieterin, die ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe arbeitet.

Die kurdische Anwältin Eren Keskin klagt an
TV-Dokumentation von Gülsel Özkan und Ludger Pfanz (WDR 1999, 60 Min.)