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Zensur und Einschüchterung: Unterdrückung oppositioneller Zeitungen in der Türkei

 

Ergebnisse aus dem Bericht der "Reporter ohne Grenzen", welcher 1993 die Ermordung von 13 Journalisten untersuchte

Presseberichte

 


Ergebnisse aus dem Bericht der "Reporter ohne Grenzen", welcher 1993 die Ermordung von 13 Journalisten untersuchte

André Caradonna

 

Die hier verwendeten Informationen stammen aus einem Bericht der Journalistenvereinigung „Reporter ohne Grenzen“. Drei Mitglieder dieser Organisation waren 1993 während 10 Tagen in die Türkei gereist, um dort den Tod von 13 Journalisten zu untersuchen. Ziel ihrer Reise war, neben Nachforschungen bezüglich der Todesumstände der Journalisten, auch Informationen zur allgemeinen Arbeitssituation der türkischen Journalisten und zur Gesetzgebung zu sammeln.

Arbeitsbedingungen von Journalisten in kurdischen Gebieten

Gesetzgebung

Der Bericht der Reporter ohne Grenzen kommt zum Schluss, dass die türkische Presse über einen gewissen Freiraum verfügt. Oftmals kritisiere sie die türkische Regierung heftig. Zudem sei eine grosse Vielfalt politischer Meinungen vertreten. Trotzdem gebe es türkische Gesetzesartikel, welche die freie Meinungsäusserung drastisch einschränkten. Diese Artikel würden oft gegen die militante Presse eingesetzt.

Die Regierung hingegen wertet das Vorhandensein einer oppositionellen Presse als Beweis für die Pressefreiheit.

Das türkische Presserecht basiert auf dem Antiterrorgesetz, dem Gesetz über Veröffentlichungen, welche für Minderjährige schädlich sind, und dem Strafrecht.

Unterdrückung

Durch die Unterdrückung der oppositionellen Presse soll erreicht werden, dass die Dinge nur noch so dargestellt werden, wie sich dies die Regierung wünscht.

Der Fall Özgür Gündem

Die pro-kurdische Zeitung Özgür Gündem musste ihren Betrieb im Januar 1993 einstellen. Das Ende von Özgür Gündem löste in der Türkei nur ein beschränktes Medienecho aus.Umso mehr erstaunt, dass kurz darauf eine türkische Journalistenvereinigung der Redaktion von Özgür Gündem ihren jährlichen Preis verlieh. Der Präsident der Vereinigung begründet diesen Entscheid wie folgt: „beaucoup parmi nous ne partagent pas le point de vue du journal, il a écrit des choses contre nous, mais nous avons fait exprès parce qu’il avait été fermé. Comme Voltaire le disait : «Je ne suis pas d’accord avec ce que vous dites, mais je me batterai pour que vous puissiez le dire ». […] un journal est le produit des journalistes, le prix vise à les récompenser. On va nous dire que nous avons donné notre prix à un journal proche d’Apo (le chef du PKK), mais l’important c’est la liberté de presse. Il faut abolir tout interdiction. »

 


Quelle: L’intimidation. Rapport sur les meurtres de journalistes et les pressions à l’encontre de la presse turque. Reporters sans frontières, case postale, 1010 Lausanne


Presseartikel

 


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