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07.05.2011
00:00

Ökumenische Kampagne: Apple hat Probleme nur verlagert


(ja) Die Hilfswerke «Brot für alle» und «Fastenopfer» kritisieren die Arbeitbedingungen in der Computerbranche in China. Insbesondere bei Foxconn, dem Zulieferer für die iPods, iPhones und iPads von Apple, herrschen unhaltbare Zustände. Im Mai vor einem Jahr haben sich sieben Arbeiterinnen und Arbeiter der Foxconn-Fabrik in Shenzhen das Leben genommen, was eine weltweite Empörung ausgelöst hat. Das Management kündigte daraufhin an, die Arbeitsbedingungen zu prüfen und die Löhne anzuheben.

Wie nun eine Studie von der Nicht-Regierungsorganisation Sacom in Hong Kong zeigt, wurden die Probleme nicht behoben, sondern lediglich ins Landesinnere verschoben. Die Belegschaft in Shenzhen wurde abgebaut und zwei neue Fabriken in Zhengzhou (Provinz Henan) und Chengdu (Provinz Sechuan) verlagert. Dort leiden die Angestellten erneut unter unwürdigen Arbeitsbedingungen und militärischen Managermethoden. Nach der Selbstmordserie vor einem Jahr hat zwar der Apple-Zulieferer die Löhne erhöht, gleichzeitig wurden jedoch die Subventionen für Verpflegung und Unterkunft gestrichen. Insgesamt bleiben damit die Löhne unter dem gesetzlichen Minimum. Aufgrund der niedrigen Grundlöhne und der kurzfristigen Lieferfristen sind die Angestellten gezwungen, Überstunden bis zur Erschöpfung zu leisten. Psychologischer Druck, Disziplinierungen und Demütigungen stehen an der Tagesordnung.

Die Hilfswerke «Fastenopfer» und «Brot für alle» haben diese Studie im Rahmen ihrer Kampagne «High Tech – No Rights» in Auftrag gegeben. Chantal Peyer, die Koordinatorin der Kampagne, fordert, dass Apple als Weltmarktführer in der Elektronikindustrie auch bei den Produktionsbedingungen einen Spitzenplatz einnimmt. Anlässlich eines Internationalen Aktionstages für faire Arbeitsbedingungen in der Computerindustrie fordern die Hilfswerke den Computerkonzern Apple daher auf, seine Beschaffungsstrategie zu verbessern. Konkret soll Apple den Zulieferern gerechte Preise bezahlen und ausreichende Lieferfristen einplanen. Dadurch könnten die Löhne der Angestellten erhöht und übermässige Überstunden vermieden werden.


Links: 

High Tech – No Rights:
http://www.fair-computer.ch

Produktionsbedingungen bei Apple:
http://www.makeitfair.org


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
Impressum: Judith Arnold, Redaktion Medienheft, Badenerstrasse 69, 8026 Zürich
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