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2. Oktober 2002 Wider die falsche Alternative Kirche, kirchliche Organisationen und Sozialmarketing Sozialmarketing oder Marketing-Orientierung für Kirchen und kirchliche Organisationen stösst - gerade bei kirchlichen Mitarbeitenden - immer wieder auf Skepsis und Vorurteile. Jedoch muss Marketing-Orientierung nicht die blinde Anpassung an den viel beschworenen Zeitgeist bedeuten, sie bietet statt dessen die Chance zur Besinnung auf das Wesentliche und Unaufgebbare.
Theologisch-kirchliche Vorurteile gegenüber dem Sozialmarketing Unter der Leitung des Wirtschaftswissenschafters und Marketingspezialisten Manfred Bruhn wurde 1998 die "Ökumenische Basler Kirchenstudie" erstellt, die auf einer repräsentativen Befragung von Mitarbeitenden der Basler Kirchen und der Bevölkerung beruhte. Die Autoren der Studie - Ökonomen, Theologen und Kirchenvertreter - haben die Impulse, die sich aus der Studie ergaben, zusätzlich in einem Diskussionsband unter dem Titel "Kirche und Marktorientierung" präsentiert, und zwar in der Perspektive des Marketings einerseits und jener der Kirchen andererseits. Die Basler Studie und ihre Interpretation sind hier nicht Gegenstand der Diskussion, wohl aber die Reaktionen, die sie im akademisch-theologischen Lehrbetrieb ausgelöst hat. Der Luzerner Theologe Edmund Arens hat sich mit der Studie im Sinne "eines fundamentaltheologischen Einspruchs" auseinander gesetzt. Die Position von Edmund Arens lässt sich in einigen Pinselstrichen folgendermassen skizzieren: Die Basler Kirchenstudie "zielt in Richtung Kommerzialisierung einer um die Vermarktung ihrer Produkte besorgten Kirche (...). Dieser Zugang ist indes theologisch fragwürdig, insofern er Kirche ökonomisiert, sie als ein Unternehmen konzipiert, das Leistungen anbietet, welche dann im Blick auf ihre Qualität und Akzeptanz beurteilt werden (...). Der Anpassung an die Bedürfnisse der Kundschaft kommt bei einer solchen strategischen Erfolgsorientierung eine herausragende Bedeutung zu." Der Marketing-Ansatz, wie er in der Basler Kirchenstudie zum Tragen komme, so bilanziert Arens, sei "ein theologisch fragwürdiges und wenig taugliches Instrumentarium". Arens spitzt in seiner Schlussbemerkung noch einmal zu: Marketing-Orientierung und Marketing-Perspektive sind Teil "einer nicht nur faktisch um sich greifenden, sondern von neoliberalen Kräften innerhalb der Kirche zudem als theologisch überfällig angesehenen und gefeierten Modernisierung." Die Position von Arens dürfte im theologisch-kirchlichen Raum von vielen geteilt werden. Sie ist also alles andere als eine Aussenseiter-Position. Dieser Umstand sagt aber noch nichts über ihren Wahrheitsgehalt aus. Arens’ Bemühen, Marketing-Orientierung mit Neoliberalismus gleichzusetzen, muss als Killerphrase gewertet werden, die mit dieser Gleichsetzung darüber hinaus den Ansatz und die Politik des neoliberalen Diskurses verharmlost. Und sie wischt die engagierten Anstrengungen jener, die sich um die Pastoral in der "Stadt ohne Gott" bemühen, allzu leichtfüssig beiseite. Schliesslich ignoriert sie ziemlich grosszügig - auch das ist angesichts des kognitiven Isolationismus, der in der Theologie allenthalben gepflegt wird, keine Seltenheit - jene Forschungen und Reflexionen, die zum Management und Marketing in Nonprofit-Organisationen (sie begreifen auch die Kirche als eine solche) seit vielen Jahren betrieben werden. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang beispielsweise das Institut für Verbandsmanagement (VMI) der (katholischen) Universität Freiburg i. Ue.. Die Kritik von Arens zielt nicht nur am "Sozialmarketing" dieser Ansätze vorbei, sie baut auch eine Popanz auf, um diese um so leichter abschiessen zu können. Seine Kritik trifft schliesslich ebenso wenig den gegenwärtig entwickelten Stand im so genannten Profit- oder Businessmarketing. Dort wird Marketing als eine unternehmerische und entsprechend langfristig angelegte Grundfunktion gesehen - gleich wie etwa die Produktion oder die Finanzierung -, ohne die ein Unternehmen nicht erfolgreich bestehen kann. Beileibe nicht nur transnationale Unternehmenskolosse, sondern gerade auch mittlere und kleinere Unternehmen, die so genannten KMU’s, kommen ohne systematisches und nachhaltiges Marketing auf der Ebene der Unternehmensausrichtung, des Managements, der Aufbauorganisation, der Unternehmensabläufe und der Kommunikation nicht aus. Solides und sozial verantwortungsvolles Unternehmertum unter der Rubrik "Neoliberalismus" abfertigen zu wollen, ist dann doch - gerade unter dem Blickwinkel der Beschäftigung und der Einkommen - des Guten zu viel. Der Neoliberalismus als wirtschaftstheoretischer und
wirtschaftspolitischer Diskurs betrifft zunächst einmal die Makroökonomie
im Allgemeinen und die Funktion des Staates im Speziellen. Die
betriebswirtschaftliche oder mikroökonomische Dimension muss davon zumindest
methodisch unterschieden werden. Nur so werden Pauschalurteile wie das
skizzierte vermieden. - Der Fairness halber sei angemerkt, dass sich die
formulierte Kritik einzig gegen den "fundamentaltheologischen
Einspruch" richtet, die übrigen Arbeiten Arens’ sind davon nicht
betroffen. Ich teile viele seiner Überlegungen, die in der Tradition der
neuen politischen Theologie von Johann Baptist Metz stehen.
Vom Marketing zum Sozialmarketing Im Folgenden sollen ein paar Grundaspekte des Profit-Marketings skizziert werden. Daran schliesst eine Beschreibung des Sozialmarketings an. Sie ist auch Ausdruck der Kommunikationspraxis eines kirchlichen Hilfswerkes, das sich auf diesen Ansatz eingelassen hat. Marketing ist in keiner Unternehmung, die Investitionsgüter und Konsumgüter produziert oder Dienstleistungen bereitstellt, ein Selbstzweck. Sie ist stattdessen ein Mittel zum Zweck. Es geht, so ist zu präzisieren, auch dem Marketing nicht um ein einziges Ziel, nämlich die Befriedigung von Kundenwünschen. Kundenwünsche können nur solange befriedigt werden, als sie dem Unternehmenszweck nicht zuwiderlaufen. Kundenwünschen kann also bloss dann nachgekommen werden, wenn dadurch ein Beitrag zum langfristigen Überleben des Unternehmens geleistet wird. Der Kunde ist nicht einfach König. Auch wenn ein Unternehmen in seinem Leistungsprogramm, in seiner Organisation und in seinen Abläufen der Kundenorientierung nachlebt, sind dieser Grenzen gesetzt. Oder salopp formuliert: Die maximale - statt optimale - Kundenorientierung führt die Auflösung oder den Tod des Unternehmens herbei. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Ein Unternehmen lebt nicht nur von der Marktanpassung oder von der Adaptation an die Kunden/-innen. Es betreibt auch aktive Marktgestaltung. Marketing versucht also, die Ziel- und Anspruchsgruppen im Sinne der Unternehmensziele zu beeinflussen - bis hin zum Extremfall eines (kurzlebigen) manipulativen Marketings. Es ist offensichtlich, dass die Marketingstrategien eines jeden Unternehmens sowohl anpassende wie gestaltende Elemente aufweisen müssen. Früher sprach die Betriebswirtschaft von Absatzlehre und Absatzpolitik, wenn sie Sachverhalte des Marketings formulierte. Ab den 50er Jahren verdrängte dann der Begriff "Marketing" jenen der "Absatzlehre". Mit dieser Neuausrichtung wurden auch die Grenzen der Absatzlehre benannt, nämlich ihre vorrangige Orientierung an Absatz und Verkauf. Heute kennzeichnet der Begriff eine unternehmerische Denkhaltung, die sich in der Organisation und in der Tätigkeit des Unternehmens - ein entsprechendes Stichwort heisst "Kundenorientierung" - niederschlagen muss. Marketing-Orientierung bedeutet vor diesem Hintergrund, dass das Unternehmen sich an den Bedürfnissen und Wünschen bestimmter Anspruchs- oder Zielgruppen ("Marktsegmente") orientiert, soweit sie mit dem Unternehmenszweck kompatibel sind. Wie bereits hingewiesen, kann eine Marketingstrategie mit dem darin formulierten Mix der Marketinginstrumente - die vier "P’s": Product (Produktgestaltung), Price (Preis), Place (Distribution) und Promotion (Kommunikation) - nie nur absatzorientiert sein. Notwendig ist eine aktive Gestaltung der Zielgruppenbeziehungen. Und auch auf der Beschaffungsseite - man denke etwa an die Rekrutierung von Personal und an die Bereitstellung finanzieller Ressourcen - braucht es Marketing. Letzten Endes ist ein Unternehmen auf gesellschaftliche Akzeptanz und Vertrauen angewiesen. Diese wiederum hängen zusammen mit einer offenen und systematischen Kommunikation von Seiten des Unternehmens. Diese kann aber nie als Einwegkommunikation verstanden werden, sondern muss Bedürfnisse und Erwartungen des gesellschaftlichen und sozialen Kontextes ernst nehmen und in die Unternehmenspolitik integrieren. Dies alles besagt aber auch, dass ein Unternehmen langfristig erfolgreiches Marketing nur betreiben kann, wenn es sich positioniert. Es muss ein Profil entwickeln, das auf die Fragen antwortet: Woher kommt das Unternehmen? Wer oder was ist es? Wofür steht es? Wohin möchte es gelangen? Unternehmensleitbilder oder -visionen reflektieren und beantworten - zumindest im Ansatz - solche Fragen nach dem Unternehmenszweck und der Unternehmenspersönlichkeit, was ein Unternehmen will oder eben nicht will, wie es auftritt und auf welche Weise es insbesondere mit seinen Anspruchsgruppen kommuniziert ("Stakeholder": Mitarbeiter/-innen, Aktionäre, Kunden/-innen, Öffentlichkeit, Sozialpartner, Staat). Ohne eine solche Positionierung wird ein Unternehmen nicht oder nur diffus wahrgenommen. Mit dem in den siebziger Jahren unter anderem vom US-Amerikaner Philip Kotler formulierten Begriff des Social Marketing verbindet sich zum ersten Mal die Idee, Marketing-Konzeptionen auch für nichtkommerzielle Aufgaben einzusetzen. Die erfolgreichen Techniken des Marketing-Managements sollten nun ebenfalls zur Verwirklichung sozialer Ideen eingesetzt werden. Dabei standen zunächst Kampagnen zur Geburtenregelung, zur Senkung des Alkohol- und Tabakgenusses oder zur Aids-Prävention im Vordergrund. Marketing wandelte sich so von einer unternehmerischen zu einer gesellschaftlichen Aktivität. Das Freiburger Modell für Nonprofit-Management schliesst mit seiner Definition des Sozialmarketings oder des Marketings für soziale Institutionen - ähnlich wie Manfred Bruhn - an dieser ursprünglichen Konzeption Kotlers an. Als soziale Institutionen oder Nonprofit-Organisationen gelten in der Sicht des Freiburger Modells Verbände, Genossenschaften, Hilfswerke, Parteien oder eben die Kirchen. Dennoch ist von Bedeutung, dass die Marketing-Orientierung nur eine von drei notwendigen Grundorientierungen darstellt. Zu den beiden anderen Strategien gehört zum einen eine vermehrte Zukunftsorientierung, also eine Problem-Früherkennung, um sich eingehend auf kommende gesellschaftliche Entwicklungen einstellen und entsprechende Problemlösungen formulieren zu können. Zum anderen ist eine Strategie der Re-Demokratisierung unabdingbar, welche sich beispielsweise durch partizipativ-demokratische Verfahren dem Grundsatz des Machtausgleichs verpflichtet weiss. Entscheidend ist, dass zwischen Milizgremien und Management, zwischen Exekutive und "Verwaltung", zwischen Mitgliedern und "Funktionären" eine Steuerung zustande kommt, welche die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse aller berücksichtigt. Nonprofit-Management darf also nicht nur auf die Marketing-Orientierung reduziert werden, es muss ebenso sehr der Demokratie- und der Zukunftsorientierung Rechnung tragen. Dass dieser Umstand auch für die kirchliche Diskussion des Sozialmarketings von einigem Belang ist, dürfte einleuchten. Sozialmarketing oder Marketing-Orientierung in einer Nonprofit-Organisation meint aufgrund des bisher Formulierten dreierlei: Zum einen ist Marketing-Orientierung zu verstehen als Aussenorientierung - weg von der Innenzentrierung hin zu einer Dienstleistungsorientierung. Sie bezieht in das gesamte Handeln der Organisation konsequent und systematisch die Anspruchsgruppen und deren Bedürfnisse, Interessen, Motive und Perspektive ein - beispielsweise die Sicht der Leistungsbezüger/-innen, Spender/-innen, Freiwilligen und Ehrenamtlichen, der Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte, der Kooperationspartner wie der öffentlichen Hand und der Sozialpartner. Dies gilt für die Bedürfnisabklärung ("Marktforschung"), die Abgabe der Dienstleistungen und die Kommunikation. Die Marketing-Orientierung baut sodann auf einer zweiseitigen Beziehung auf, auf so genannten Austauschbeziehungen. Die Organisation gibt ihren Anspruchsgruppen etwas, will aber auch etwas von ihnen. So etwa bietet die Kirche Katechese und Liturgie an, und sie erwartet gleichzeitig, dass diese Leistungen genutzt und über die Steuern der Kirchenmitglieder finanziert werden. Sie gehorcht also der Logik des Anreiz-Beitrags-Prinzips: Sie bietet Anreize an, damit ihre Bezugsgruppen im von ihr gewünschten Sinne einen Beitrag leisten. Diesem "universellen Gesetz der Nonprofit-Organisationen" kann sich auch die Kirche nicht entziehen, ebenso wenig wie ein Hilfswerk gegenüber seinen Spenderinnen und Spendern, die für ihre Unterstützung zumindest einen Dank, eine Information, einen Ausdruck der Wertschätzung, Beachtung, Transparenz und Rechenschaftsabgabe erwarten. Vor diesem Hintergrund meint Marketing das systematische Management von Austauschbeziehungen. Ein solches Nonprofit-Marketing erkennt, dass moralische Appelle an Solidarität, Altruismus oder Identifikation nicht genügen. Es braucht sowohl in den Dienstleistungen als auch in der Kommunikation den Einbezug der Interessen der Adressaten. Drittens wird jede Nonprofit-Organisation von der näheren und breiteren
Öffentlichkeit auf eine bestimmte Weise wahrgenommen. Sie muss sich deshalb
systematisch bemühen, bei ihren Anspruchs- oder Bezugsgruppen eine Beziehung
des Vertrauens und ein stimmiges Image aufzubauen. Image als das Bild einer
Organisation bei den Austauschpartnern kann sich auf folgende Dimensionen
beziehen: die Art und Weise, wie eine Organisation kommuniziert, sich
verhält, auftritt und ihre Dienstleistungen erbringt. Soll dieses
"Ist-Bild" stimmig sein, muss sich eine Nonprofit-Organisation auch
um eine klare Formulierung ihres Selbstverständnisses
("Soll-Bild") etwa in einem Leitbild oder einem "Mission-Statement"
bemühen, das ihren Wertehorizont sowie ihren Sinn und Zweck artikuliert.
Marketing-Orientierung als Chance zur Besinnung auf das Wesentliche Die bisherigen Überlegungen zum Sozialmarketing lassen sich zusammenfassend folgendermassen verdeutlichen:
Für die Caritas beispielsweise lässt sich diese Rückbesinnung auf das
Wesentliche in Leitbild und Unternehmensstrategie nachvollziehen. So bekennt
sie sich darin zu den zentralen Grundwerten der Menschenwürde und der
sozialen Gerechtigkeit (1). Sie versteht sich als Teil der Diakonie der
katholischen Kirche (2). In ihrer Arbeit verpflichtet sie sich zur
bedürfnisgerechten, fachlich kompetenten und effizienten Hilfe im Dienst am
Menschen in Not (3). Zugleich strebt sie ein praktisch und theoretisch
fundiertes, lösungsorientiertes gesellschaftspolitisches Engagement im
Interesse der sozial Benachteiligten an (4). Gewiss wird der Anspruch einer
solchen Grundorientierung im Handeln und in der Kommunikation einer
Organisation immer wieder unterschritten. Deshalb trifft das, was für die
Kirche gilt, auch auf die Caritas zu: "Caritas semper reformanda".
Doch leitet ein solches "Soll-Image" ständig zur Konfrontation mit
dem "Ist-Image" in den Köpfen und Herzen der Anspruchsgruppen an.
Vor allem aber leistet es in der alltäglichen Geschäftspolitik und im Falle
von Organisationsentscheiden eine unverzichtbare Orientierungshilfe.
Ausblick Auf der Basis der skizzierten Leitidee hat die Caritas nicht nur einen Beitrag zur Legitimierung der Kirche und ihrer Präsenz in der Gesellschaft der Gegenwart geleistet. Sie hat auch praktische Untersuchungen und sozialpolitische Positionierungen zu Problembereichen geleistet, wie neue Armut, Verschuldung, Frauenarmut, working poor, prekäre Arbeitsplätze. Wer die politische Debatte in der Schweiz verfolgt, kann unschwer feststellen, dass es der Caritas gelungen ist, in diesen Bereichen als Vertreterin der Zivilgesellschaft einen Meinungsprozess in Gang zu bringen und zu prägen. In einer analogen Richtung liegen auch die Chancen der Kirche. Auch wenn die Bindungen an die Kirche signifikant abgenommen haben, gilt nach wie vor, dass den Kirchen in sozialen und ethischen Fragen eine Definitionsmacht zukommt, die von den Trägern keines anderen Sinnsystems auch nur annähernd erreicht wird. Dies ist nicht zuletzt angesichts des in der jüngsten Vergangenheit zu beobachtenden schleichenden, ja offenen Vertrauensverlustes der Wirtschaft von Bedeutung. Im Verbund mit ihren Hilfswerken hat die Kirche seit dreissig Jahren Ansätze eines solchen Engagements in der Ausländer-, Asyl- und Flüchtlingsfrage an den Tag gelegt. In eine ähnliche Richtung zielt die ökumenische Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz. So hat auch der Politologe Claude Longchamp im Hinblick auf das
gesellschaftliche und politische Engagement der Kirchen argumentiert: Die
Kirchen haben bloss einen beschränkten Einfluss auf den Ausgang von
Abstimmungen. Was aber verbessert werden kann und muss, ist ihre
Kommunikationsfähigkeit und damit auch die Thematisierungsfähigkeit. Die
Kirchen sollten sich dabei als moralisch-ethische Instanz äussern, und zwar
in einer langfristigen Perspektive, kompetent und verständlich. Eine solche
Kommunikationspraxis setzt sowohl Zukunftsorientierung als auch
Marketing-Orientierung voraus. Dem ist nichts hinzuzufügen. Odilo Noti, Dr. theol., ist Leiter des Bereichs Kommunikation und Mitglied
der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz. Text zur Ansicht laden: pdf (Zur Ansicht im pdf-Format benötigen Sie den Acrobat Reader)
Literatur: Arens, Edmund (2000): Zur Qualität des theologischen Dienstes/Produktes. Ein fundamentaltheologischer Einspruch. In: Orientierung 64/2000, S. 124-127. Bruhn, Manfred (Hrsg.) (1999): Ökumenische Basler Kirchenstudie. Ergebnisse der Bevölkerungs- und Mitarbeitendenbefragung, Basel. Bruhn, Manfred / Grözinger Albrecht (Hrsg.) (2000): Kirche und Marktorientierung. Impulse aus der Ökumenischen Basler Kirchenstudie. Reihe Praktische Theologie im Dialog 20, Freiburg i. Ue.. Caritas Schweiz (2001): Für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit. Strategie Caritas Schweiz 2005, Luzern. Longchamp, Claude (1997): Was bewirkt die Kirche in der Politik - und was könnte sie bewirken? Referat, gehalten am 14. Juni 1997 an der Tagung "Kirche und Politik" im Tagungszentrum Boldern. Verfügbar auf der Homepage: www.gfs.ch Noti, Odilo (2001): Solidarität im Horizont der Gerechtigkeit. Zu Reichweite und Lücken eines Container-Begriffs. In: Eigenmann, Urs et al. (Hrsg.): "Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit". Kuno Füssel zu Ehren, Edition Exodus, Luzern, S. 217-230. Purtschert, Robert (2001): Marketing für Verbände und weitere Nonprofit-Organisationen, Bern / Stuttgart / Wien. Schwarz, Peter (1996): Management-Brevier für Nonprofit-Organisationen. Eine Einführung in die besonderen Probleme und Techniken des Managements von privaten Nonprofit-Organisationen (NPO) (Vereine, Verbände, Wohlfahrts- und Karitativ-Organisationen, Kirchen, Parteien), unter Einbezug von Beispielen und Parallelen aus dem Bereich der öffentlichen NPO, Bern / Stuttgart / Wien.
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