Reporter ohne Grenzen zum Tag der Umwelt
(ja) Der Ölausfluss im Golf von Mexiko führt es drastisch vor Augen: Umweltkatastrophen sind ein Politikum. Die meisten Umweltkatastrophen vollziehen sich aber weit weniger öffentlich, denn oft kaschieren die involvierten Unternehmen die Folgen des Ressourcenabbaus und werden dabei von der Regierung oft gedeckt. Journalisten, die investigativ den Raubbau und die Ursachen des Klimawandels dokumentieren, leben gefährlich. So lautet das Fazit von Reporter ohne Grenzen zum «Tag der Umwelt». Reporter, die den umweltzerstörerischen Praktiken von Öl-, Minen-, und Holzunternehmen auf den Grund gehen, haben mit juristischer Verfolgung, Drohungen und Schikanen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen zu rechnen.
Dokumentiert sind etwa Fälle in Vietnam, wo der Abbau von Bauxit, einem Aluminium-Erz, hochgiftigen Schlamm zurücklässt. Journalisten und Blogger, die darüber berichtet haben, wurden festgenommen. Im Februar dieses Jahres wurde der Herausgeber der Website http://www.bauxitevn.info/ eine Woche lang verhört und sein Haus polizeilich durchsucht. Das einzige Institut, das unabhängige Analysen zum Abbau von Bauxit erstellen könnte, wurde von der vietnamesischen Regierung aufgelöst. Ähnlich prekär ist die Lage in Indonesien, wo Reporter mit Repressionen rechnen müssen, wenn sie über die Folgen der massiven Abholzung berichten: Seit 1950 wurden bereits 70 Prozent der Waldfläche Indonesiens abgeholzt. Nach gängiger Praxis werden Journalisten von den Holzunternehmen bestochen, damit sie kritische Artikel unterlassen.
Einen ersten Bericht über die Probleme in der Umweltberichterstattung hat Reporter ohne Grenzen im September 2009 verfasst. Mit dieser Aktualisierung will die Journalistenorganisation auf die prekäre Situation von Medienschaffenden hinweisen, die zu den drängenden, gobalen Umweltfragen recherchieren. «Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels helfen Medien, glaubhafte und unabhängige Diagnosen zur Sitaution unseres Planeten zu erstellen», so Reporter ohne Grenzen.
Quelle:
Reporter ohne Grenzen zum «Tag der Umwelt»:
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/article/1/rog-bericht-zum-tag-der-umwelt-am-5-juni-recherchen-zu-abholzung-und-umweltverschmutzung-bleiben.html
