«Journal21» – Online-Zeitung der alten Hasen
(EDITO/ja) Heiner Hug, ehemaliger Redaktionsleiter der Tagesschau im Schweizer Fernsehen, ist wieder in den Medien aktiv. Gemeinsam mit rund 80 pensionierten und frühpensionierten Journalistinnen und Journalisten hat er die Online-Plattform «Journal21» gegründet. Alle Mitwirkenden arbeiten gratis, auch das Team der Redakteure, die eingehende Artikel redigieren und für das Netz aufbereiten. Das erklärte Ziel ist es, jeden Tag mit zwei bis drei neuen, latent aktuellen Beiträgen präsent zu sein. Seit Mitte September verspricht die Plattform der alten Hasen tiefgründige Analysen jenseits des schnellen Newsgeschäfts. Gestandene Korrespondenten, Inland- und Auslandredakteure, Wirtschafts- und Kulturexperten geben im «Journal21» zum Zeitgeschehen ihr Wissen und ihre Erfahrung preis, die sie ein Berufleben lang gesammelt haben. Damit wollen sie einen bewussten Kontrapunkt setzen zum oberflächlichen Schnellfutter der Gratismedien und Online-News. «Journal21» heisst die Plattform deshalb, weil sie das Zeitgeschehen des 21. Jahrhunderts analysieren will. Die Altherren- und -Damen des Journalismus, die für das «Journal21» schreiben, haben den Grossteil ihres Berufslebens allerdings im letzten Jahrhundert verbracht. Und für diese «goldene Generation», wie Rainer Stadler in der NZZ vom 14. September schreibt, sei es immer nur aufwärts gegangen: beim Lohn und bei den Arbeitsbedingungen. Genau diese privilegierte Generation könne jetzt dank dem Netz mit geringem Aufwand und aus finanziell gesicherter Lage heraus ein eigenes Medienorgan aufbauen, wie der Medienredaktor der NZZ nicht ganz neidlos bemerkt: «Hauptberufliche Redaktoren, die weiter im Strudel der Medienrevolution stecken, mag die Initiative auch etwas irritieren.» Das «Journal21» will den jungen Kollegen in den klassischen Medien aber nicht Konkurrenz machen, sondern einen «journalistischen Mehrwert» zum bestehenden Angebot schaffen, wie Roman Berger, ehemaliger Auslandredaktor des «Tages-Anzeigers» klarstellt. Zu den Autorinnen und Autoren zählen neben Berger auch Peter Achten, Beat Allenbach, Pia Horlacher, Arnold Hottinger, Bernhard Imhasly, Roland Jeanneret, Marlène Schnieper, Kurt Siegentaler, Ignaz Staub, Peter Studer und Toni Zwyssig.
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