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03.03.09
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Edipresse und Tamedia fusionieren

(ja) Die Schweizer Medienunternehmen Edipresse und Tamedia fusionieren. Das gab heute eine Medienmitteilung der beiden Verlage bekannt. In einem ersten Schritt will sich das Zürcher Verlagshaus mit 49,9 Prozent am Aktienkapital des Westschweizer Medienunternehmens beteiligen. Die Groupe Edipresse beteiligt sich zum gleichen Zeitpunkt an Tamedia. Ab Anfang 2013 will Tamedia die verbleibenden Aktien von Edipresse übernehmen und so vollständig mit dem Westschweizer Medienunternehmen fusionieren. Der Kaufpreis der ersten Beteiligungsschritte wird auf 226 Millionen Franken beziffert, der letzte Beteiligungsschritt wird vom Geschäftsgang der Edipresse abhängig sein. Begründet wird die Fusion mit der strukturellen Veränderung der Mediennutzung, mit der Verlagerung der Werbeinvestitionen ins Internet und mit dem Eintritt internationaler Wettbewerber in den Schweizer Medienmarkt. «Durch die Fusion der beiden Unternehmen entsteht ein Medienhaus, das über die notwenige Grösse für eine eigenständige Weiterentwicklung seiner Schweizer Medien verfügt und im zunehmend internationalen Wettbewerb bestehen kann», so die Medienmitteilung der Verlage. Die geplante Zusammenschliessung wird nun von der Wettbewerbskommission geprüft.

Die Mediengewerkschaft comedia kritisiert die «marktbeherrschende Stellung», die Tamedia mit dieser Fusion in der schweizerischen Druck- und Medienbranche erlangt. Die Übernahme von Edipresse durch Tamedia sei «der grösste Angriff auf die Medienvielfalt seit langem», so comedia in einem Pressecommuniqué. «Die Vormachtstellung von Tamedia in der Deutschschweiz» werde nun «ohne Rücksicht auf die regionalen Befindlichkeiten auf die Westschweiz ausgedehnt». Darüber hinaus fürchtet die Mediengewerkschaft negative Konsequenzen für die Belegschaft: Einmal mehr würden die im Unternehmen erarbeiteten finanziellen Mittel «in spekulative Expansionspläne gesteckt, statt sie für vernünftige und notwendige Investitionen in den bestehenden Bereichen zu verwenden», so comedia weiter. Damit werde «der Kostendruck sowohl konzernintern wie auch in der Branche insgesamt weiter erhöht». Die Mediengewerkschaft fordert die Geschäftsführung von Tamedia und Edipresse auf, die Mitarbeitenden vorbehaltlos über alle unternehmerischen Pläne und Ziele zu informieren, die mit dieser Übernahme verfolgt werden, und mit den Sozialpartnern Verhandlungen aufzunehmen.


Quellen:

Medienmitteilung der Tamedia vom 3. März 2009: Edipresse und Tamedia schliessen sich in der Schweiz zusammen: http://www.tamedia.ch

Medienmitteilung der comedia vom 3. März 2009: Erklärung zur Übernahme von Edipresse durch Tamedia: http://www.comedia.ch


 
 

Herausgeber: Katholischer Mediendienst Charles Martig | Reformierte Medien Urs Meier
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